Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  7. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  8. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  9. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  10. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  11. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  12. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  13. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  14. Papst betont in Algier Gemeinsamkeit von Christen und Muslimen
  15. Viel Lärm um nichts?

Islamwissenschaftler: Dem Christentum kam die Mystik abhanden

30. Juli 2019 in Österreich, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Münsteraner Theologe Bauer in "Salzburger Nachrichten": "Christentum hört nicht bei der Brüderlichkeit allein auf"


Salzburg (kath.net/KAP) Eines der Kernprobleme des Christentums liegt darin, dass ihm seine mystische Dimension abhanden gekommen ist: Das hat der Münsteraner Theologe und Islamwissenschaftler Thomas Bauer im Interview mit den "Salzburger Nachrichten" (Samstag) betont. Wichtiger als die Mystik sei für die christlichen Kirchen heute das gesellschaftliche Engagement. Das sei prinzipiell löblich, aber es überdecke die spirituelle Dimension des Glaubens. Das Christentum höre schließlich "nicht bei der Brüderlichkeit allein auf", genau so wichtig seien Kunst, Musik, Ästhetik und Rituale. Letztere seien etwa in der Liturgie zugunsten eines Vorrangs des Wortes verdrängt worden, so Bauer, der in Münster Islamwissenschaft und Arabistik lehrt.


Gerade in der Liturgie habe diese Verschiebung eine folgenschwere Wirkung, insofern Liturgie dann in der Gefahr stehe, nicht mehr "über das Ich hinauszuführen". Bauer wörtlich: "Ein vermeintlich jugend-gerechtes Anbiedern an die Popkultur führt die Menschen nur in die Welt zurück, aus der sie kommen. Liturgie muss darüber hinausweisen. Der Versuch, Brücken in den Alltag zu schlagen, endet dann, wenn man in der Liturgie nichts mehr bekommt, was man nicht ohnehin im Alltag schon hat."

2018 wurde Bauer für sein Werk "Die Vereindeutigung der Welt" mit dem "Tractatus-Preis" des "Philosophicum Lech" prämiert. Daran anschließend führte der Theologe aus, dass der "Erfolg" des religiösen Fundamentalismus in einem wachsenden "Bedürfnis nach Eindeutigkeit" und in einem gleichzeitigen Verlust an "Ambiguitätstoleranz" (das Ertragen-Können von Unterschieden) wurzle. An letzterem würden die christlichen Kirchen mit einer seit der Reformation verstärkten "Tendenz zur Zentralisierung" eine Mitschuld tragen. "Wir haben also von oben die Tendenz einer Vereinheitlichung und von unten eine starke fundamentalistische Strömung. Beide Phänomene verstärken einander unglücklicherweise."

Bauer ist einer der Hauptreferenten bei den heurigen "Salzburger Hochschulwochen", die am Montag, 29. Juli, in der Mozartstadt beginnen. Bis 4. August stehen die Hochschulwochen heuer unter dem Thema "Die Komplexität der Welt und die Sehnsucht nach Einfachheit".

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Mystik

  1. Marie Lataste – Eine Frau „vom heiligen Herzen Jesu“
  2. Gertrud von Helfta: Botschaft von Gottes Güte
  3. 'O mein Gott, mach mich würdig, das höchste Geheimnis zu erkennen'
  4. Die Liturgie ist die große Schule der Spiritualität
  5. Hoffnung
  6. 'Für uns ist sie schon jetzt eine Heilige'
  7. Das Leben der Mystikerin Marthe Robin
  8. Das Büchlein der Ewigen Weisheit
  9. Über die Brücke vom Hier zum Dort
  10. Alan Ames: 'Der einzige Weg, das Böse zu bekämpfen, ist die Liebe'







Top-15

meist-gelesen

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  3. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  6. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. "Derselbe Polarstern"
  9. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  10. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  11. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  12. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  13. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  14. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  15. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz