Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  5. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  8. Wir können NICHT schweigen!
  9. Was auch immer Synodalität sein soll
  10. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  11. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  12. Was eine Messe wiegt
  13. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  14. Der „Hirt des Hermas“: Als ein frühchristliches Erbauungsbuch hoch im Kurs stand
  15. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti

Diplomatie und ethische Mahnungen

vor Minuten in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Vatikan fordert Besonnenheit in der internationalen Krise


Von Johannes Schidelko

Rom, 19.9.01 (Kipa/kath.net)
Die Spekulationen über möglicheTerrorgefahren verlagern sich in Italien von markantenGebäuden wie Petersdom und Kolosseum generell aufKunstschätze und Menschenmassen. Florenz und Venedig, derTurm zu Pisa, aber auch Fussballstadien und grossePapstaudienzen könnten denkbare Ziele in einem erweitertenSzenario von Angst und Schrecken sein, spekulieren Politikerund Medien. Mit verschärften und zielgerichtetenSicherheitsmassnahmen reagieren die Behörden auf angeblicheoder tatsächliche neue Erkenntnisse.

Im Vatikan wirkte die Situation eine Woche nach denverheerenden in den USA Anschlägen entspannter: ZurGeneralaudienz am Mittwoch fuhr Papst Johannes Paul II. wieder imoffenen Jeep durch das Spalier der jubelnden Gläubigen, bevor ervon seinem erhöhten Platz aus die Predigt hielt. Nicht von ungefährsprach er über einen Klage-Psalm, in dem Gott dem Menschen indunkler Nacht und bedrohlicher, leidvoller Situation wieder Licht undHoffnung gibt.

Handfeste Diplomatie

Mit moralischer Unterstützung und Seelentrost, aber auch mithandfester Diplomatie reagieren Papst und Vatikan auf die Anschlägevon New York und Washington sowie auf die Diskussion um möglicheGegenschläge. Nach den anfänglichen Worte von Bestürzung,Trauer, Beileid und Verbundenheit traten in Papstreden undKardinals-Interviews sehr bald prinzipielle Mahnungen, Warnungenund ethische Empfehlungen in den Vordergrund: Nein zu Rache,Hass und Gewalt, die zu nichts führen, die nicht aufbauen und dieProbleme der Menschheit nicht lösen. Stattdessen plädieren sie fürBesonnenheit, Vernunft und Schritte zum Frieden.

Die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" begrüsst, dass sichdie Staatengemeinschaft nach den schrecklichen Attentatenoffensichtlich verstärkt um einen Damm gegen den Terror bemüht.Die Krankheiten der globalen Gesellschaft liessen sich "nicht durchneue Bomben, durch neue Zerstörungen und neue Massakerkurieren". Es sei Sache von Politik und Diplomatie, die bestehendenProbleme zu lösen, deren Ursachen zu beseitigen und die fataleKette von Aktion und Gegenreaktion zu unterbrechen.

Furcht vor vorschnellen Gegenschlägen

Auch im Vatikan fürchtet man, dass vorschnelle undunverhältnismässige militärische Gegenschläge weitere unschuldigeOpfer fordern und die Spirale von Hass und Gewalt hochschraubenkönnten. Ähnliche Warnungen hatte der Vatikan auch vor demGolfkrieg vor zehn Jahren immer wieder erhoben - weil er dasDialogpotential noch nicht ausgeschöpft und die Zivilbevölkerung alsHauptbetroffenen sah. Er hatte sich damit gerade in den USA nichtnur Freunde geschaffen, sondern politische Entfremdung ausgelöst.

Die Situation damals und die heutige Lage sind jedoch nurbedingt vergleichbar, hört man im Vatikan, denn Terrorgefahr lassesich kaum durch Dialog mit einem potentiellen Aggressor lösen. DerVatikan tut sein Teil dazu, die Ablehnung des Terrors auch im Dialogder Religionen auf eine möglichst breite Grundlage zu stellen.

Nicht von ungefähr spielt für den Vatikan neben demStaatssekretariat derzeit auch der vom schwarzafrikanischen KardinalFrancis Arinze geleitete Rat für den interreligiösen Dialog einezentrale Rolle. Seine Behörde ist auch für den Kontakt mit dem Islamund mit Muslimen zuständig. Und nach einigen schwierigenJahrzehnten zeichnet sich - vor allem nach Papstbesuchen in Kairound Damaskus - wieder eine bessere Gesprächsbasis an.

Es braucht gerechten Frieden in Nahost

Ein anderer Aspekt lässt sich nur indirekt ableiten, und zwar auseinem Kommentar des "Osservatore Romano". Die Welt stehe in derSchuld der Amerikaner, die in zwei Weltkriegen und im Kalten Kriegan vorderster Front für Menschheit und Zivilisation einstanden.Allerdings dürfe das historische Urteil nicht Irrtümer und Mängel anEntscheidungen der letzten Supermacht übersehen - ohne damit dieSolidarität einzuschränken, so das Vatikanblatt.

Beobachter sehen darin eine Empfehlung, etwa die Suche nacheinem gerechten Frieden im Nahen Osten zu intensivieren. DennHass und Feindbild vieler Terroristen - und vermutlich auch derTäter vom vergangenen Dienstag - wurzeln auch in der wesentlichvon den USA mitgestalteten Nahost-Situation.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gewalt

  1. Wurden jugendliche Vergewaltiger in Berliner Jugendzentrum bewusst nicht angezeigt?
  2. "Für Glauben gestorben": In Spanien getöteter Mesner beigesetzt
  3. Kirchen in Nigeria beklagen zunehmende Gewalt gegen Christen
  4. USA: Lektorin wurde in Kathedrale nach der Lesung zweimal ins Gesicht geschlagen
  5. Bereitet die Antifa Anschläge auf Polizisten vor?
  6. Nigeria: Erzbischof Kaigama prangert sexuelle Gewalt gegen Frauen an
  7. „Überwiegend migrantische Jugendliche, Heranwachsende, Erwachsene“
  8. Ismail Tipi: „Ich schäme mich für das, was in Stuttgart passiert ist“
  9. Stuttgarter Dekan: "Was für Affen!"
  10. Boris Palmer: „@Stuttgarter Partyszene“







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  3. Aktionäre fordern FedEx auf, den Versand von Abtreibungspillen einzustellen
  4. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  5. Israel: Vikariat ruft drei Jahre nach 7. Oktober zu Versöhnung auf
  6. Georgien: Kirchen- und Staatsoberhaupt bekräftigen christliche Wurzeln
  7. Bischofstreffen zu Ehe und Familie will Abschlussbericht publizieren
  8. Du bist eingeladen – mit deinem ganzen Leben
  9. Überraschung im Vatikan - Kardinal Tagle ist neuer Dekan des Kardinalskollegiums
  10. Erzbischof Randazzo: Synodalität kein Grund, Elemente der kirchlichen Tradition zu verwerfen
  11. Der „Hirt des Hermas“: Als ein frühchristliches Erbauungsbuch hoch im Kurs stand
  12. 'Tatsächlich Gott'
  13. Wir können NICHT schweigen!
  14. Marco Rubio in Athen: Ein Aufruf zur Rückbesinnung auf die christlich-abendländischen Wurzeln
  15. „Warum bin ich Christ“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz