Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  8. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  9. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  10. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  11. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  12. THESE: Warum die UNO weg muss!
  13. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  14. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  15. 'Glaube ist kein PR-Problem': US-Burger-Kette verweigert Entfernung von Bibelversen

Zu falsch, zu spät und zu wenig glaubwürdig

17. September 2018 in Kommentar, 13 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Kette der Vertuscher endet ganz oben in der Hierarchie. Das ist erschütternd! - Der Montagskick von Peter Winnemöller über die "Missbrauchs-Konferenz" der Vorsitzenden der Bischofskonfernzen und Papst Franziskus im Februar


Paderborn (kath.net/pw)
Es soll eine Konferenz der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der Welt mit Papst Franziskus geben, um sich mit der Missbrauchsproblematik auseinander zu setzen. Das jedenfalls ist der Wille des Papstes. Tagen soll die Konferenz im kommenden Februar. Nun ist es keine Frage, dass eine weltweite Konferenz von Bischöfen nicht innerhalb von drei Tagen einberufen ist. Zu spät sein wird es dennoch, zu spät ist es schon jetzt. Das Problem des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und - was zwar zu kurz kommt aber nicht weniger dramatisch ist - mündiger Abhängiger existiert nicht erst seit gestern. Es existiert auch bei weitem nicht nur in der Kirche. Aber es existiert in der Kirche und das definitiv nicht erst seit gestern.

Der Papst selber hat sich in der Wahrnehmung und Ahndung derartiger Probleme nicht nur nicht mit Ruhm bekleckert, sondern sogar ungeschickt, vielleicht sogar schuldhaft verhalten. In jedem Falle hat der Papst Bischöfe und Priester, die einschlägig schuldig geworden sind, protegiert. Er hat sich unglaubwürdig gemacht. Das ist keine Kleinigkeit. Man denke nur an die skandalöse Einladung von Kardinal Danneels zur Familiensynode, obwohl der Kardinal in einen Pädophilieskandal verstrickt war. Ob es ein Kardinal McCarrick, ein Kardinal Wuerl oder ein Bischof Barros waren, sie alle sonnten sich im Wohlwollen des Papstes. Die Kette der Vertuscher endet ganz oben in der Hierarchie.


Das ist erschütternd!

So ist es in der Tat ein Problem, dass Papst Franziskus dieses Problem nun zur Chefsache machen will, ohne ein Wort des Eingeständnisses seiner Fehler in der Vergangenheit. Der Papst, so sagen wir, ist in der Führung seines Amtes völlig frei. Man muss ihm in dieser Sache dennoch nichts mehr zutrauen. Darüber hinaus bleibt er sich treu und beruft ausgerechnet die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zu dieser seltsamen Missbrauchskonferenz ein.

Nun sind aber die Vorsitzenden gerade nicht die Oberbischöfe ihrer Länder und es stellt sich zudem die Frage, was ausgerechnet diese Bischöfe unbedingt qualifizieren soll. Viele Konferenzen haben inzwischen Missbrauchsbeauftragte, die mehr Kompetenz mitbrächten.

Erklärte Absicht des Papstes ist es ja, die Bischofskonferenzen zu stärken. D.h. die Vorsitzenden in eine bis dato nicht gekannte Machtposition zu bringen. Mehr und mehr ist zu erkennen, wie damit der päpstliche Dienst an der Einheit leidet und dieser Papst sein Amt wie ein Konzernvorsitzender führt, der seine Filialleiter zur Krisensitzung in die Konzernzentrale einbestellt. Wann waren die Hierarchien in der Kirche derart steil wie in diesem Pontifikat? Und darin liegt auch die Gefahr für eine sinnvolle Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe gegen Kleriker. Es ist das ernstzunehmende Risiko, dass die kriminellen Netzwerke der Vertuschung nur erneut getarnt werden. Der Papst sagt weiterhin nichts zu den Enthüllungen von Erzbischof Viganò, das aber wäre mal eine Voraussetzung, ein Start in eine sinnvolle Aufarbeitung.

Das Problem des sexuellen Missbrauchs, welcher sich in den allermeisten Fällen als die Taten von Päderasten erweisen, sowie die Strukturen der Vertuschung sind international. Eine Konferenz beim Heiligen Stuhl wird das unter den derzeitigen Bedingungen dennoch nicht lösen. Lösen können dies Problem inzwischen nur noch die weltlichen Strafverfolgungsbehörden. Und dabei wird einem schon ganz anders, las man doch vor einigen Tagen auf Facebook in einem Kommentar unter einem Posting die folgenden Worte: „Teilnehmer am nächsten Konklave sind alle Kardinäle unter 80, die nicht in U-Haft sitzen.“ Da bleibt einem das Lachen im Halse stecken.

Pressefoto Peter Winnemöller


Foto: (c) Sarah Bömer


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Der Tod der Theologie in Deutschland
  2. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  3. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  4. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  5. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  6. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  7. Hippe Missionare sind brandgefährlich
  8. Bischof sein in Opferperspektive
  9. Ein entscheidungsrelevantes „We shall see“ zur Synodalkonferenz
  10. Das Ende der Säkularisierung hat begonnen







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  10. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  11. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  12. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  13. „Öffnet eure Herzen“: Protestantin begeistert das Netz mit dem Rosenkranz
  14. 'Woke Left' ist die 'wütendste und exklusivste Spaltungsbewegung in der Geschichte'
  15. THESE: Warum die UNO weg muss!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz