Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  5. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  6. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  7. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  8. Die große Täuschung
  9. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  13. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  14. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  15. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom

Zu falsch, zu spät und zu wenig glaubwürdig

17. September 2018 in Kommentar, 13 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Kette der Vertuscher endet ganz oben in der Hierarchie. Das ist erschütternd! - Der Montagskick von Peter Winnemöller über die "Missbrauchs-Konferenz" der Vorsitzenden der Bischofskonfernzen und Papst Franziskus im Februar


Paderborn (kath.net/pw)
Es soll eine Konferenz der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der Welt mit Papst Franziskus geben, um sich mit der Missbrauchsproblematik auseinander zu setzen. Das jedenfalls ist der Wille des Papstes. Tagen soll die Konferenz im kommenden Februar. Nun ist es keine Frage, dass eine weltweite Konferenz von Bischöfen nicht innerhalb von drei Tagen einberufen ist. Zu spät sein wird es dennoch, zu spät ist es schon jetzt. Das Problem des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und - was zwar zu kurz kommt aber nicht weniger dramatisch ist - mündiger Abhängiger existiert nicht erst seit gestern. Es existiert auch bei weitem nicht nur in der Kirche. Aber es existiert in der Kirche und das definitiv nicht erst seit gestern.

Der Papst selber hat sich in der Wahrnehmung und Ahndung derartiger Probleme nicht nur nicht mit Ruhm bekleckert, sondern sogar ungeschickt, vielleicht sogar schuldhaft verhalten. In jedem Falle hat der Papst Bischöfe und Priester, die einschlägig schuldig geworden sind, protegiert. Er hat sich unglaubwürdig gemacht. Das ist keine Kleinigkeit. Man denke nur an die skandalöse Einladung von Kardinal Danneels zur Familiensynode, obwohl der Kardinal in einen Pädophilieskandal verstrickt war. Ob es ein Kardinal McCarrick, ein Kardinal Wuerl oder ein Bischof Barros waren, sie alle sonnten sich im Wohlwollen des Papstes. Die Kette der Vertuscher endet ganz oben in der Hierarchie.


Das ist erschütternd!

So ist es in der Tat ein Problem, dass Papst Franziskus dieses Problem nun zur Chefsache machen will, ohne ein Wort des Eingeständnisses seiner Fehler in der Vergangenheit. Der Papst, so sagen wir, ist in der Führung seines Amtes völlig frei. Man muss ihm in dieser Sache dennoch nichts mehr zutrauen. Darüber hinaus bleibt er sich treu und beruft ausgerechnet die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zu dieser seltsamen Missbrauchskonferenz ein.

Nun sind aber die Vorsitzenden gerade nicht die Oberbischöfe ihrer Länder und es stellt sich zudem die Frage, was ausgerechnet diese Bischöfe unbedingt qualifizieren soll. Viele Konferenzen haben inzwischen Missbrauchsbeauftragte, die mehr Kompetenz mitbrächten.

Erklärte Absicht des Papstes ist es ja, die Bischofskonferenzen zu stärken. D.h. die Vorsitzenden in eine bis dato nicht gekannte Machtposition zu bringen. Mehr und mehr ist zu erkennen, wie damit der päpstliche Dienst an der Einheit leidet und dieser Papst sein Amt wie ein Konzernvorsitzender führt, der seine Filialleiter zur Krisensitzung in die Konzernzentrale einbestellt. Wann waren die Hierarchien in der Kirche derart steil wie in diesem Pontifikat? Und darin liegt auch die Gefahr für eine sinnvolle Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe gegen Kleriker. Es ist das ernstzunehmende Risiko, dass die kriminellen Netzwerke der Vertuschung nur erneut getarnt werden. Der Papst sagt weiterhin nichts zu den Enthüllungen von Erzbischof Viganò, das aber wäre mal eine Voraussetzung, ein Start in eine sinnvolle Aufarbeitung.

Das Problem des sexuellen Missbrauchs, welcher sich in den allermeisten Fällen als die Taten von Päderasten erweisen, sowie die Strukturen der Vertuschung sind international. Eine Konferenz beim Heiligen Stuhl wird das unter den derzeitigen Bedingungen dennoch nicht lösen. Lösen können dies Problem inzwischen nur noch die weltlichen Strafverfolgungsbehörden. Und dabei wird einem schon ganz anders, las man doch vor einigen Tagen auf Facebook in einem Kommentar unter einem Posting die folgenden Worte: „Teilnehmer am nächsten Konklave sind alle Kardinäle unter 80, die nicht in U-Haft sitzen.“ Da bleibt einem das Lachen im Halse stecken.

Pressefoto Peter Winnemöller


Foto: (c) Sarah Bömer


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  2. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  3. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  4. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  5. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  6. Hippe Missionare sind brandgefährlich
  7. Bischof sein in Opferperspektive
  8. Ein entscheidungsrelevantes „We shall see“ zur Synodalkonferenz
  9. Das Ende der Säkularisierung hat begonnen
  10. Die Kirche bleibt der Welt fremd






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  8. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  9. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  12. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  13. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  14. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  15. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz