Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  2. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  5. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  6. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  7. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  8. „Warum bin ich Christ“
  9. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  10. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  11. Was auch immer Synodalität sein soll
  12. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  13. Was eine Messe wiegt
  14. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  15. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti

Im Ernstfall ist alles ein Einzelfall

26. Februar 2018 in Kommentar, 30 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Der neueste Einzelfallstreich ist die faktische Zulassung von Protestanten zur Kommunion. Man muß nur mit einem Katholiken verheiratet sein, schon geht das." - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net/pw)
Der Einzelfall ist die neueste pastorale Entdeckung der Bischöfe. Da fällt ein Tabu nach dem nächsten. Doch es fällt natürlich immer nur im Einzelfall. Realistisch ist wohl eher ,den Einzelfall hier als Hintertür zu betrachten. In der Praxis wird der Einzelfall wohl künftig den Regelfall dominieren und auf diesem Wege so manch ein Projekt interessierter Kreise in die kirchliche Praxis eindringen lassen.

Nachdem Amoris laetitia scheinbar – im Einzelfall, bitte! – endgültig Familiaris consortio abgeräumt hat, kommt der Zug nicht mehr zum Stillstand. Natürlich passiert das alles nicht in der Wirklichkeit, sondern nur in der veröffentlichten Meinung. Dieser aber ordnet sich ganz offensichtlich der eine oder andere Bischof einfach unter. Für den gewöhnlichen Katholiken empfiehlt es sich auch weiterhin, besser den Katechismus als die Tageszeitung in Glaubensfragen zu konsultieren.

Der neueste Einzelfallstreich ist die faktische Zulassung von Protestanten zur Kommunion. Man muss nur mit einem Katholiken verheiratet sein, schon geht das. Im Einzelfall! Der Vorsitzende der DBK, Reinhard Kardinal Marx, kündigte dazu auf der Abschlußpressekonferenz der DBK in der vergangen Woche eine Handreichung der Bischöfe an. Dabei war natürlich von einer ganzen Reihe Einschränkungen die Rede, welche die Seelsorger zu beachten haben. Keine Frage, so manch ein Protestant mag wirklich darunter leiden, nicht mit dem Partner gemeinsam zur Kommunion gehen zu können.


Bei 10 Prozent regelmäßigen Kirchgängern unter den Katholiken dürfte dann aber am Ende doch eine recht überschaubare Anzahl an tatsächlich relevanten Einzelfällen herauskommen. Es ist kaum anzunehmen, dass die Seelsorger vor Ort damit plötzlich nicht mehr fertig würden. Also muss die vermeintlich oberste Ebene der Kirche in Deutschland ran und eine Arbeitshilfe verfassen. Der Grad an Populismus solcher Maßnahmen erscheint geradezu lächerlich. Zum einen behält auch in Zeiten einer scheinbar omnipotenten und omnipräsenten Bischofsversammlung der einzelne Bischof die Jurisdiktion in seinem Bistum. Zum anderen kann auch die DBK universales Kirchenrecht nicht außer Kraft setzen.

Das Kirchenrecht bestimmt grundsätzlich, dass katholische Spender nur Katholiken die Sakramente gültig spenden. Darauf aufbauend legt der Codex Iuris Canonici eine Reihe von Ausnahmen vor, die jeder nachlesen kann. Die kirchenrechtliche Kommentarliteratur dürfte es jedem Seelsorger ermöglichen zu erkennen, ob im Einzelfall tatsächlich so eine Ausnahme vorliegt. Da ist die Frage erlaubt, warum aus dem Episkopat der Einzelfall plötzlich so große Aufmerksamkeit erfährt.

Die Ursache ist auf den zweiten Blick sehr leicht zu erkennen. In der gegenwärtigen weltkirchlichen Situation liegt die Ursache. Da hat der Papst mehrfach deutlich gesagt und durch geeignete Maßnahmen untermauert, dass der Ortskirchen – auch in der Lehre – eine höhere Verantwortung zukommen soll. Absicht des Papstes ist es, die Ortskirchen zu stärken. So weit, so gut. Eine starke Ortskirche wird durch mehr Verantwortung in der Tat gestärkt, denn wo der Glaube wächst und Früchte trägt, da regt Verantwortung das Wachstum eher noch an.

Eine schwache Kirche, die unter massivem Glaubensschwund zu leiden hat, wird unter der Last der Verantwortung vollends kollabieren. Der Spagat, in Deutschland noch für ein bis zwei Jahrzehnte die finanzstärkste Ortskirche der Welt zu stellen, steht im Kontrast zum gleichzeitigem völligen Wegbrechen der Glaubenssubstanz. Das alles passiert in einer Mediengesellschaft. Der Populismus soll es retten und wird so zum Ersatz für den Glauben. Nur so lassen sich die eigenwilligen Blüten erklären, die derzeit rund um die Kirche sprießen.

Archivfoto Peter Winnemöller


Foto (c) Michael Hesemann/kath.net


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Was auch immer Synodalität sein soll
  2. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  3. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  4. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  5. Die Krise des Bischofsamtes
  6. Der Bischof und der Denunziant
  7. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  8. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  9. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  10. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Ägyptischem Konvertiten droht lebenslange Haft
  3. Arabische Jugendliche störten Abendmesse mit „Allahu Akbar“-Rufen in Wien
  4. Ukrainischer Bischof: Haben Russland nie um Hilfe gebeten
  5. Papst mahnt Studierende: Glaubenslehre nicht einseitig auslegen
  6. Messi: Ohne Gott wäre ich nie so weit gekommen
  7. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  8. Das Hochzeitsmahl und die Einladung Christi: das Verhältnis zwischen Gott, Christus und der Kirche
  9. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  10. Die Wintersonne der Vernunft
  11. Astrochemikerin Karin Öberg erhält Pius-XI.-Medaille von Papst Leo XIV.
  12. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti
  13. Präsident der Rabbinerkonferenz: Druck auf Juden in Europa steigt
  14. Wien: Über 3.000 Teilnehmende beim "Marsch fürs Leben"
  15. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz