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Was im Umgang mit der AfD schiefläuft

25. Mai 2016 in Kommentar, 6 Lesermeinungen
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Von den Fehlern der Parteien und Kirchen. idea-Kommentar von Michael Inacker


Berlin (kath.net/idea) Ach, wie schnell können wir uns als Christen moralisch erhaben fühlen. Man muss nur sagen, dass man nicht mit der AfD redet, und sich sichtbar über diese „rechte“ Partei entrüsten, schon ist sicher, dass die Seele in den Himmel springt. Der Applaus der Medien und von Justizminister Maas ist jedem Bischof oder Kirchentags- oder Katholikentagsvertreter sicher. Vor allem muss man sich nicht die Mühe machen zu fragen, was in unserer Demokratie schiefläuft, warum ein großer Teil von Unions-, aber auch SPD-Wählern seine politische Heimat verloren hat. Unsere Demokratie ist zu Recht und basierend auf den Erfahrungen der Weimarer Republik eine „wehrhafte“. Sie soll sich wehren gegen „rechts-extremistische“ Gruppierungen (machen wir gerne und jeden Tag) und „links-extreme“ (ist schon schwieriger). Aber was ist, wenn die Demokratie schwächelt, weil sie nicht von außen, sondern von innen infrage gestellt wird? Wer gibt der Demokratie Lebendigkeit, Kontroverse, Streit um die richtige Politik zurück?


Die CDU-Strategie des Einschläferns

Es gibt Kräfte in der AfD, die die Demokratie infrage stellen, die mit „völkischem“ und anti-islamischem Gedankengut Ausländerhass schüren und damit auch die Position des Exportweltmeisters gefährden. Sie müssen inhaltlich entlarvt werden. Doch die CDU hat mit ihrer über viele Jahre gepflegten Strategie des Einschläferns jeglicher kontroverser Debatte und der systematischen Sozialdemokratisierung ihres Profils ebenso der Demokratie einen Bärendienst erwiesen. Die AfD sammelt die enttäuschten, konservativen Wähler von CDU und SPD ein – unter ihnen sind viele Christen.

Die Kirchen brechen alle Brücken ab

Die AfD kann man nur politisch bekämpfen, wenn man sie inhaltlich stellt. Aber diese Diskussion scheuen sowohl die etablierten Parteien (die Grünen inklusive) als auch die Kirchen. Doch während die Kirchen Brücken abbrechen und inzwischen auch der Katholikentag keine AfD-Vertreter zur Diskussion haben möchte, sind es ausgerechnet Muslime in Deutschland, die dieses Gespräch führten, auch wenn es beim ersten Mal vorzeitig beendet wurde.

Jesus ging zum Haus des Zöllners

Jesus ging ins Haus des Zöllners, weil er ihn nicht verloren gab. Doch die Kirchen agieren anders. Die AfD wird zur Zöllnergewerkschaft, die man zu Aussatz erklärt. Ausgerechnet jene Kirchen,die über Jahrzehnte gegenüber Extremisten von links Dialogbereitschaft pflegten, die bezüglich der Teil-Nachfolger der SED – der Linkspartei – Kaffeekränzchen veranstalteten, sagen jetzt auf einmal: „Mit denen nicht!“. Dass inzwischen, wie die FAZ berichtet, die Gewalt gegen AfD-Politiker erschreckende Ausmaße angenommen hat, wird verschwiegen.

Langweilig, ängstlich und parteiisch

Es ist schade, dass die evangelische Kirche das Gespräch verweigert, wo nur Dialog die Chance eröffnet, Menschen zu erreichen. Man lässt seine ohnehin weniger gewordenen Schäfchen ziehen. Dass gerade auch engagierte Christen die AfD unterstützen, wird verdrängt. Das hat mit „Volkskirche“ nichts zu tun. Die EKD ist eine Gesinnungskirche: langweilig, ängstlich und parteiisch.

Der Autor, Michael Inacker (Kleinmachnow bei Potsdam), ist Vorsitzender der Internationalen Martin Luther Stiftung sowie Vorstandschef der Unternehmensberatung WMP AG.


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Lesermeinungen

 Tonika 25. Mai 2016 
 

@Fröhlich

Auf einigen katholischen Seiten bzw. Blogs hetzen liberale Katholiken bwz. Christen übelst gegen glaubenstreue Katholiken und Bischöfe.

Der Radiovatikan-Blog von Pater Hagenkord ist was Hetz-Kommentare gegen glaubenstreue Christen angeht, ganz weit vorne. 

Fairerweise muss man sagen, dass viele AfD-Anhänger sehr verärgert darüber sind, dass Bischöfe und Kirchen keine Gelegenheit auslassen um öffentlich  sehr feindselige und verächtliche Äußerungen gegenüber der AfD und ihre Wähler zu machen. Die Kirchen und Bischöfe dürfen sich kritisch äußern, sollen jedoch damit aufhören die AfD plakativ und polternd wie eine unwählbare Pariah-Partei zu behandeln nur um sich bei den Medien, den etablierten Parteien und Islamverbänden lieb Kind zu machen.


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 Herbstlicht 25. Mai 2016 
 

@Fröhlich

Die AfD ist nie mit dem Anspruch angetreten, eine christliche Partei zu sein. Sie vertritt aber Positionen, denen ein Christ zustimmen kann.


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 Hans1 25. Mai 2016 
 

Wollen die weitere Hundertausende aus der kath. Kirche treiben?

Diejenigen wie ZdK-Präsident Sternberg,
die leugnen dass es in der islamischen Welt und auch hier bei den von dort stammenden Bewohnern der Flüchtlingslager Christenverfolgung in unerträglichem Ausmaß gibt?
(Siehe dazu Bericht auf faz.net von 25.05.16)


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 petraandrzej 25. Mai 2016 
 

Christlicher als die anderen Parteien

Ich erwarte von einer Partei nicht, dass sie nur Christen vertritt, doch fühle ich mich als Christin von ihr mehr als von allen anderen Parteien vertreten (insbesondere Lebensschutz, Genderideologie u.ä.) Auch als wertkonservative Mutter von fünf Kindern fühle ich mich von AFD-Politikern und -sympathisanten mehr in meinem Lebensstil anerkannt und gewertschätzt als selbst von unserer katholischen Kirche!


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 lakota 25. Mai 2016 
 

Fröhlich

Genau genommen haben wir in Deutschland gar keine christliche Partei, auch das "C" in der CDU kann man vergessen. Wenn aber eine Frau von Storch beim "Marsch für das Leben" vorne mitgeht, ist das schon ein paar Überlegungen wert.


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 Fröhlich 25. Mai 2016 

"Die AFD ist keine christliche Partei" betont AFD-Vize Gauland!

Damit ist doch alles gesagt! Mag sein, dass es auch AFD-Parteimitglieder gibt, die in die Kirche gehen. Aber es gibt sehr viele Kirchenhasser innerhalb der AFD! Daher sollten wir Christen diese Partei nicht zu sehr hofieren!


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