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Protest gegen vorgeburtliche Selektion Behinderter

16. Juli 2015 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
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150 Bürger demonstrieren für das Lebensrecht von Menschen mit Down-Syndrom - CDL-Bundesvorsitzende Mechthild Löhr warnt vor einer Massenanwendung dieses „erbarmungslosen Selektionsprozesses“ - Mit großer Fotostrecke


Konstanz (kath.net/idea) Gegen die vorgeburtliche Selektion behinderter Menschen haben rund 150 Bürger am 14. Juli in Konstanz demonstriert. Veranstalter war der baden-württembergische Landesverband „Christdemokraten für das Leben“ (CDL). Die Protestaktion fand vor dem Gebäude der Firma LifeCodexx statt. Sie bietet einen Bluttest an, mit dem man bestimmen kann, ob ein Embryo Trisomie 21 (Down-Syndrom) hat. Bereits rund 20 Krankenkassen übernehmen laut CDL die Kosten dafür. Wenn der Bluttest – wie bereits beantragt – zu einer Standardleistung der gesetzlichen Krankenversicherungen werden sollte, werde es zu einer Massenanwendung dieses „erbarmungslosen Selektionsprozesses“ kommen, warnte die CDL-Bundesvorsitzende Mechthild Löhr (Glashütten/Taunus). Der Druck auf jede Schwangere, ein Kind mit Trisomie 21 oder anderen Chromosomen-Abweichungen abzutreiben, werde weiter wachsen. Bei einer entsprechenden Diagnose entschieden sich über 90 Prozent der Frauen für einen solchen Schritt.


Der CDL-Landesvorsitzende, der Rechtsanwalt Josef Dichgans (Überlingen), bezeichnete den Bluttest als eine „flächendeckende Rasterfahndung nach Menschen mit Down-Syndrom“. Sie hätten jedoch das gleiche Lebensrecht wie alle anderen Bürger: „Sie sind genauso liebenswert und wertvoll, bereichern ihre Familien und unsere ganze Gesellschaft.“

An der Demonstration wirkten auch Personen mit Down-Syndrom mit, darunter eine Mitarbeiterin der bayerischen Verkehrspolizei. Die Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe und Lothar Riebsamen sowie der Landtagsabgeordnete Ulrich Müller (alle CDU) unterstützten das Anliegen der Veranstalter in schriftlichen Grußworten.

Große Fotostrecke der diesjährigen Kundgebung














Foto oben: Ansprache von Mechhild Löhr auf der Kundgebung © Andreas Kobs


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