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Alternative Energiegewinnung zu Zeiten Papst Leos XIII. (1878-1903)

17. Juni 2015 in Chronik, 2 Lesermeinungen
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Natürliche Ressourcen zu nutzen, das war im Vatikan schon im 19. Jahrhundert „in“. Von Ulrich Nersinger


Vatikan (kath.net) Für die Stromversorgung des Vatikans wurden schon im 19. Jahrhundert natürliche Ressourcen genutzt. Sie hing mit der Wasserversorgung der Ewigen Stadt zusammen, der die Päpste schon immer ihre besondere Aufmerksamkeit zugewandt hatten. Paul V. (1605-1621) hatte die aus dem See von Bracciano kommende antike Wasserleitung wiederherstellen lassen, die seitdem seinen Namen trägt. Ein Teil des Wassers aus diesem für Rom unverzichtbaren Aquädukt wurde in den Vatikan geleitet. Bei der Villa Carpegna zweigte eine Nebenleitung ab, in der eine Wassermenge von 1050 römischen Unzen in der Sekunde (243 Liter) in die Vatikanstadt floss, wo sie auf die Brunnen in den päpstlichen Gärten und den Petersplatz verteilt wurden.

Im Jahre 1897 gab der reichliche Zufluss der „Acqua Paola“ Papst Leo XIII. die Möglichkeit, das erste vatikanische Elektrizitätswerk zu errichten. Es bestand aus einer Wasserturbine, die mit 90 Litern der „Acqua Paola“ unter Ausnützung eines Gefälles von 15 Metern betrieben wurde. Sie erzeugte bescheidene 7 Kilowatt, die jedoch für das Jahr 1897 eine durchaus beachtliche Leistung waren. Die Turbine war mit einem Generator von 25 PS und einer kleinen Akkumulatoren-Batterie verbunden. Die Lichtverteilung erstreckte sich auf den Apostolischen Palast und versorgte dort 600 Lampen. Gegen Ende der Regierungszeit Leos XIII. wurde die Wasserkraft auch für den Aufzug im Apostolischen Palast genutzt, der Staatsgäste des Vatikans in die päpstlichen Gemächer transportierte. Dieser Lift ersetzte ein seltsames Ungetüm, das viele Jahrzehnte lang durch einen umständlichen, aber „natürlichen“ Mechanismus in Gang gesetzt worden war.


Der Antrieb bestand in einem riesigen Holzrad mit großen Querhölzern an den Seiten, die ihm das Aussehen einer runden, sich um ihre Achse drehende Treppe gaben. Einige ausgesucht schwere Männer traten bei Bedarf in das Rad und begannen alle gleichzeitig auf einer Seite die Hölzer hinaufzusteigen. Dieser Mechanismus verlangte ein geschicktes Manövrieren und ein ausgeklügeltes Signalsystem. Doch der Transport der Staatsgäste gelang mit solcher Bravour, dass er immer wieder Bewunderung hervorrief. Die letzte Persönlichkeit, die dieser Aufzug in die päpstlichen Appartements beförderte, dürfte Eduard VII. gewesen sein, als er noch der „Prince of Wales“ war. Der Sohn von Königin Victoria war von der Konstruktion begeistert gewesen; er nahm nach der Audienz den Majordomus des Papstes mit einer Flut von Fragen zu dieser seltsamen Maschine in Beschlag.

Vaticano - Ulrich Nersinger: Die Kanonen des Papstes auf der Engelsburg


Foto: Brunnen auf dem Petersplatz



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Lesermeinungen

 Paddel 18. Juni 2015 

Bei unserem westl. Stromverbrauch

reichen die "alternativen Stromquellen" bei weitem nicht. Bei unserem Stromverbrauch sind auch die Ökos auf Atomkraft angewiesen. Was hier wie überall am wirksamsten wäre, ist der sparsame Gebrauch, aber das dürfte nur dann funktionieren, wenn es dem Geldbeutel weh tut.
Nicht die Stromerzeugung ist also das eigentliche Problem, sondern unser Konsumverhalten.
Was wir verbrauchen, da könnte man das ganze Land mit Windkraftanlagen übersäen und es reichte doch nicht, genauso bei Wasserkraft und Solarstrom (die Solarzellen werden mit Atomstrom hergestellt ... )


0
 
 Chris2 17. Juni 2015 
 

"Öko" und echte Christen

Eine ökologische Einstellung habe ich sozusagen "mit der Muttermilch" (die mir besonders "fortschrittliche" Ärzte leider verweigert hatten) mitbekommen. Selbstverständlich: Wenn Gott uns die Erde anvertraut, müssen wir natürlich auch sorgsam damit umgehen und irgendwann Rechenschaft leisten. Und unabhängig davon: Plastik einfach irgendwo hinzuwerfen tat man einfach nicht. Aber erzählen Sie den Enkeln der selbstverwirklichten 68er mal was über "tut man nicht"...


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