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Was heute im Irak passiert, kann morgen an anderen Orten passieren

1. September 2014 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, mahnt indirekt islamische Religionsführer zu einer Verurteilung der «barbarischen Verbrechen» der IS.


Genf (kath.net/KNA) Die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) muss nach Auffassung des Vatikan von Geld- und Waffenflüssen abgeschnitten werden. Der Organisation sei der Zugang zum Erdöl-Markt und die politische Unterstützung zu entziehen, forderte der ständige Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, am Montag auf einer Sondersitzung des Menschenrechtsrats. Zugleich mahnte er indirekt islamische Religionsführer zu einer Verurteilung der «barbarischen Verbrechen» der IS.


Der Vatikandiplomat warnte vor den Folgen eines weiteren «globalen Schweigens». Eine unzureichende Antwort auf die Gewalt im Irak werde eine weitere Eskalation zur Folge haben. «Was heute im Irak passiert, ist schon in der Vergangenheit passiert und kann morgen an anderen Orten passieren.»

«Alle regionalen und internationalen Akteure müssen das brutale,barbarische und unzivilisierte Vorgehen der kriminellen Kampftruppen in Ostsyrien und im Nordirak ausdrücklich verurteilen», sagte Tomasi. Die Zivilgesellschaft dürfe nicht Gegenstand geopolitischer Spiele werden, sondern brauche klaren Rückhalt. «Ein Schutz, der nicht wirksam ist, ist kein Schutz.»

Vor allem die Führer der unterschiedlichen Religionen trügen «eine besondere Verantwortung, klarzustellen, dass keine Religion diese moralisch verwerflichen, grausamen und barbarischen Verbrechen rechtfertigen kann», so der Vertreter des Heiligen Stuhls. Die Vereinten Nationen rief Tomasi zu humanitärer Hilfe auf. Darüber hinaus betonte er ein «Recht auf Rückkehr» für die vertriebenen Christen, Jesiden und andere Gruppen.


(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.



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