Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  3. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  4. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  5. Bätzing gegen Papst Leo
  6. Der anderskatholische Papstkritiker
  7. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  8. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  9. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  10. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  11. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  12. Drei Stunden im Fegefeuer
  13. „Das Leben mit Jesus muss zu hundert Prozent gelebt werden – sonst lohnt es sich nicht!“
  14. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist
  15. Organspende? - Schweigen ist keine Zustimmung, Hirntod ist kein Tod im landläufigen Sinne

Kardinal: Wiederaufbau des Irak braucht "Kultur des Respekts"

10. April 2021 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Chaldäer-Patriarch Sako erneuert Aufruf zu Schaffung einer Zivilverfassung mit Trennung von Kirche und Staat - Nationale Einheit durch mehr Dialog zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Religionen stärken.


Rom/Bagdad (kath.net/ KAP)

Der chaldäische Patriarch Kardinal Louis Raphael I. Sako hat dazu aufgerufen, die Impulse des jüngsten Papstbesuchs im Irak zu nutzen, um "eine neue Seite der Versöhnung" in der Geschichte des Landes aufzuschlagen. Ziel müsse der Aufbau einer "Kultur des Friedens, der Brüderlichkeit, der Solidarität und des Respekts" sein, die "sektiererischen Hass, Streitigkeiten und Konflikte" ein für alle Mal ablehnt, zitieren unter anderem die Portale "Asianews" und "Crux" aus einem Schreiben Sakos an die Menschen im Irak und die Völker des Nahen Ostens. Die zerfallenden Institutionen des Landes müssten wiederaufgebaut und Vertriebenen die Rückkehr in ihre Häuser ermöglicht werden, so der Kardinal.

Ausdrücklich sprach sich Sako in seiner Botschaft erneut für die Schaffung einer Zivilverfassung mit gleichen Bürgerrechten, Gerechtigkeit und Gesetzen für alle Menschen im Irak aus. Es sei an der Zeit "die Religion vom Staat zu trennen und einen zivilen Staat aufzubauen", schlug der Chaldäer-Patriarch vor. Ein solcher Staat, der die Religions- und Kultusfreiheit für alle Iraker gleichermaßen garantiere, sei eben "nicht religionsfeindlich, sondern respektiert alle Religionen".


Der von Papst Franziskus auch im Irak geäußerte Aufruf zur menschlichen Geschwisterlichkeit in aller Vielfalt, sei Ziel aller Gesellschaften und Religionen und entscheidend, um Extremismus und Hass zurückzuweisen. "Es gibt kein Problem den Einzelnen, seiner Religion und seinen Traditionen zu folgen, solange er die Religion des anderen Bruders respektiert, ihn nicht als Ungläubigen behandelt oder ihn verrät, ausschließt oder ausgrenzt", betonte Sako.

Um die "Viren von Terrorismus und Extremismus" zu bekämpfen, schlug der Kardinal unter anderem Veranstaltungen, Kampagnen und die Schaffung eines auf interreligiösen Dialog spezialisierten Zentrums vor, um religiöses Wissen zu fördern und "die Ursachen von Fehlinformationen zu korrigieren", die den "Respekt vor der Vielfalt" behinderten. Auch in den Schulen sollten entsprechende Schwerpunkte gesetzt werden. "Uns eint viel mehr, als uns trennt", hielt Sako fest.

Neben der Stärkung der nationalen Einheit durch mehr Dialog zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Religionen schlug Patriarch Sako für den wirtschaftlichen Aufbau des Iraks auch Initiativen zur Wiederbelebung des Tourismus vor. "Der Irak ist ein großes Museum der sumerischen, babylonischen, chaldäischen, assyrischen, christlichen und muslimischen Zivilisationen", erinnerte der Kardinal und rief zur Restaurierung archäologischer Stätten und Erhaltung religiöser Pilgerorte auf.

Konkret nannte Sako etwa die Kirche von Kochi am Stadtrand von Bagdad, die Ruinen der Kirche von Al Aqiser in Karbala oder die 2014 vom IS zerstörte "Grüne Kirche" aus dem 7. Jahrhundert in Tikrit. Diese Denkmäler sollten als integraler Bestandteil des irakischen Erbes betrachtet werden und seien "viel wertvoller als Ölquellen, die eines Tages versiegen werden", so der Chaldäer-Patriarch.

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Irak

  1. Irakischer Bischof: Christen blicken mit großen Sorgen in die Zukunft
  2. Nordirak: Angespannte Sicherheitslage in der Ninive-Ebene
  3. Irakischer Erzbischof: Leben in Mosul normalisiert sich
  4. Irak: Erzbischof befürchtet „schwerwiegende Folgen“
  5. Irak: Kirche würdigt muslimische Rettungsaktion von Christinnen
  6. „Kirche in Not“ startet neues Großprojekt im Irak
  7. Bagdad von Sicherheitskräften abgeriegelt
  8. Vor Islamisten gerettete Handschrift soll in den Irak zurück
  9. Freude über geplante Papst-Reise in den Irak
  10. Erzbischof Warda: BBC hat verfolgte Christen und Jesiden aus irakischer Geschichte „wegretuschiert“







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Tragödie in Florida: Pilot betete kurz vor Flugzeugabsturz das Vaterunser
  3. Schwindler feierte im Bistum Turin monatelang Messe und hörte Beichten
  4. Regensburger Bischof Voderholzer: „Jungen Menschen zuhören und Perspektiven aufzeigen“
  5. Die ersten US-Märtyrer für die Heiligkeit der Ehe: Seligsprechung der Märtyrer von Georgia
  6. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  7. Neuer Visitator für Medjugorje: Cavina folgt auf Cavalli
  8. Der Tod unter dem Horizont der Auferstehung und die Hoffnung auf das ewige Leben
  9. Der katholische Osten in der Analyse
  10. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  11. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  14. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  15. Uruguay, man muss sich auf den Weg machen! Leo XIV. vertraut Uruguay der Gottesmutter an

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz