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Irakischer Erzbischof: Leben in Mosul normalisiert sich

19. Februar 2022 in Chronik, keine Lesermeinung
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Chaldäischer Erzbischof Moussa vorsichtig optimistisch über Zukunft der nordirakischen Metropole.


Bagdad (kath.net/ KAP)

Vorsichtig optimistisch über die Zukunft der nordirakischen Ninive-Ebene und der Metropole Mosul hat sich der chaldäisch-katholische Erzbischof von Mosul, Michael Najeeb Moussa, geäußert. Das Leben in Mosul habe sich im vergangenen Jahr stabilisiert und normalisiert, berichtete der Erzbischof laut dem "Pro Oriente"-Informationsdienst der Agentur "AsiaNews". Seit sechs Monaten lebe er beständig in der Metropole am Tigris. Das wäre zuvor aus Sicherheitsgründen nicht möglich gewesen. "In Wirklichkeit gehört Mosul heute zu den ruhigsten Gegenden des Irak", so der Erzbischof wörtlich.

Zuletzt hatte es wieder verstärkt Terroraktivitäten des IS in Nordostsyrien und im Irak gegeben. Das bereite natürlich Sorge, so Moussa. Trotzdem könne man nicht von einem Klima der Angst in der Region sprechen. Es herrsche die Überzeugung vor, dass der IS längst nicht mehr so stark sei wie einst, als er 2014 Mosul und anschließend fast die gesamte Ninive-Ebene eroberte. In der Ebene von Ninive sei die Lage relativ ruhig, trotzdem sei es ratsam, manche Gegenden zumindest in der Nacht zu meiden, erläuterte der Erzbischof.

Einen grundlegenden Anstoß in Richtung Dialog und Wiederaufbau habe Papst Franziskus mit seiner viel beachteten Reise in den Irak im März 2021 gegeben, betonte der Erzbischof weiter. Der Papst habe gerade auch durch seinen Besuch in Mosul dieser "gemarterten Stadt" seine Zuwendung geschenkt.

Erzbischof Michael betonte gegenüber "AsiaNews", dass es nach wie vor vieler Anstrengungen bedürfe, um die Prinzipien von Geschwisterlichkeit und Versöhnung in den Herzen der Menschen in Mosul zu stärken.

 

Politisches Vakuum

Paul Thabit Mekko, Bischof-Koadjutor der chaldäischen Eparchie Alkosch, zeigte sich im Gespräch mit "AsiaNews" ebenfalls nicht entmutigt durch die jüngsten Terroranschläge des IS. Das Hauptproblem des Irak sei das politische Vakuum, die Unfähigkeit der Politiker, einen Präsidenten zu wählen, so Mekko. Er ortete den Grund vor allem in der Zersplitterung politischer und religiöser Gruppen, die nicht zusammenarbeiten wollten.

Die irakische Parlamentswahl vom 10. Oktober 2021 hatte vor allem einen Zuwachs für die Sadristen-Partei des Schiitenführers Muqtada al-Sadr ergeben. Al-Sadr gewann fast ein Fünftel der insgesamt 329 zu vergebenden Sitze des irakischen Repräsentantenrates. Die Parteienlandschaft ist freilich extrem zersplittert. Zudem kam es nach der Wahl zu teils heftigen Protesten und einer partiellen Neuauszählung der Stimmen. Erst Anfang Dezember stand das Wahlergebnis endgültig fest. Nur 44 Prozent der Wahlberechtigten waren zu den Urnen gegangen, die niedrigste Beteiligung an den sechs Parlamentswahlen, die seit 2003, dem Ende des Regimes von Saddam Hussein, im Irak stattfanden. Auslöser für die vorgezogene Parlamentswahl waren Massenproteste 2019 und 2020 aus Unmut über verbreitete Korruption, den Einfluss militarisierter Gruppen und soziale Missstände.

 

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: (C) Kirche in Not


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