Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  5. Der anderskatholische Papstkritiker
  6. Bätzing gegen Papst Leo
  7. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  8. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  11. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Drei Stunden im Fegefeuer
  14. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  15. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist

Der zweifache Souverän

6. Juni 2014 in Chronik, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Im September des Jahres 1870 ging nach über tausend Jahren die weltliche Herrschaft des Papstes zu Ende. - Leseprobe 1 aus der Neuerscheinung „Der unbekannte Vatikan“ von Ulrich Nersinger


Vatikan (kath.net) Im September des Jahres 1870 ging nach über tausend Jahren die weltliche Herrschaft des Papstes zu Ende. Der Nachfolger Petri besaß nun keine territoriale, einem Land zugestandene Souveränität mehr. Doch seine Person und das, was er verkörperte, der Heilige Stuhl, verloren nicht ihre einzigartige Stellung in der Völkergemeinschaft, ihre von einem Staatswesen unabhängige Souveränität. Der Großteil der Staaten gestand dies dem Oberhaupt der katholischen Kirche zu. Weiterhin entsandten sie ihre Botschafter an den »Päpstlichen Hof« und der Papst seinerseits ließ sich überall in der Welt durch Apostolische Nuntien und Delegaten vertreten. Der Heilige Stuhl repräsentiert die gesamte katholische Kirche, die »in ihrer Universalität den Charakter einer übernationalen Institution hat, der eine völkerrechtliche Rechtspersönlichkeit zuerkannt wird, die ihr wirkliche Souveränität verleiht« (René Metz).

Am 11. Februar 1929 kamen die beiden »Souveränitäten« des Papstes wieder zusammen, durch die Gründung des Stato della Città del Vaticano (»des Staates der Vatikanstadt«). Die territoriale Unabhängigkeit ist zwar zweitrangig, aber dennoch wichtig, denn sie gestattet die freie und ungehinderte Ausübung der persönlichen Souveränität. Zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Vatikanstaat zu unterscheiden, ist in der Praxis nicht immer leicht – auch nicht auf höchstem diplomatischen Parkett. So musste im Jahre 1957 das Päpstliche Staatssekretariat die zuständigen Instanzen der Vereinten Nationen darum bitten, in den offiziellen Dokumenten der UN künftig die Bezeichnung »Heiliger Stuhl« und nicht »Vatikanstaat« zu verwenden. In Journalistenkreisen ist man in solchen Fällen pragmatischer. Der Romkorrespondent einer großen deutschsprachigen Zeitung gesteht ein, immer dann, wenn er sich nicht sicher ist, um welche der Rechtspersönlichkeiten es sich handelt, nur vom »Vatikan« zu sprechen.


Der Heilige Stuhl und der Vatikanstaat werden heraldisch durch eine Insignie dargestellt, die zeigt, das sich beide auf die gleiche Institution, das Papsttum, zurückführen: die Tiara mit den gekreuzten Schlüsseln Petri. Die dienende Gewalt der beiden Schlüssel ist der unaufgebbare Grund, die dreifache Krone eine geschichtliche Ausprägung, die noch in die Gegenwart hineinwirkt. Es gibt kaum ein Dokument oder Schreiben des Heiligen Stuhles, das nicht mit der Tiara und den Schlüsseln Petri geschmückt ist. Auf den Briefmarken und Stempeln der vatikanischen Post ist die Insignie ebenso anzutreffen wie auf den Passierscheinen, die zum Betreten der Vatikanstadt berechtigen, oder den Eintrittskarten, die den Besuch der Vatikanischen Museen ermöglichen. In der Ewigen Stadt ist sie allgegenwärtig – an Brunnen, Stadttoren, Palästen und Kirchen. Die Tiara wird vom Oberhaupt der katholischen Kirche nicht mehr getragen und ebenfalls nicht mehr in seinem persönlichen Wappen geführt, denn die Verhältnisse in der Welt haben sich geändert, sodass die Krönungsworte, die den Papst als »Vater der Fürsten und Könige und Lenker der Welt« bezeichneten, nicht mehr zutreffen. Da aber der Passus, der den Papst bei dieser Zeremonie »Statthalter unseres Heilands Jesu Christi auf Erden« nennt, weiterhin Gültigkeit besitzt, hat die Tiara dennoch den legitimen Anspruch, weiterhin verwendet zu werden.

kath.net-Buchtipp
Der unbekannte Vatikan
Von Ulrich Nersinger
Hardcover, 272 Seiten
2014 Media Maria
ISBN 978-3-9816344-1-9
Preis 19.50 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

- Link zum kathShop

- Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]
Für Bestellungen aus der Schweiz: [email protected]
Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und dem RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.

Ulrich Nersinger, Historiker und Autor, überreicht Papst Franziskus sein neuestes Buch: ´Der unbekannte Vatikan´



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Vatikan

  1. Der Petersdom feiert das 400-jährige Weihejubiläum: „Die Pfarrkirche der Welt“
  2. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  3. Australischer Bischof wird als oberster Kirchenrechtsexperte in den Vatikan berufen
  4. Vatikan fordert umfassenden Zugang zu Recht für Frauen
  5. Immobilienprozess im Vatikan muss teils neu aufgerollt werden
  6. Nach Randalen und Pinkelattacken: Petersdom installiert Schutz für Hauptaltar
  7. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  8. Norwegischer Bischof Varden: Der hl. Bernhard von Clairvaux „war und ist faszinierend“
  9. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  10. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  3. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  4. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  5. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  6. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  7. ‚Lieber ein ‚Fanatiker‘ als ein Verräter für Kataris und Dschihadisten‘
  8. Benedikt XVI.: „Wir fragen uns jedoch: Warum empfinden wir Angst vor dem Tod?“
  9. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen
  10. Der unbekannte Bekannte: St. Martin
  11. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  12. Allerheiligen oder Heilige für alle?
  13. Schmunzelnder Papst scherzt mit Basketballern seiner früheren Uni
  14. „Die Heiligen sind keine kleine Gruppe Auserwählter, sondern eine unzählige Schar“
  15. Brücken bauen, Wurzeln schlagen, Gemeinschaft leben. Der Glaube als gemeinsamer Ursprung und Auftrag

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz