Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  2. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  3. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  6. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  7. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  8. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  9. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  10. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  11. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  12. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  13. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  14. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  15. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"

Werde ich mich noch bekehren?

11. März 2014 in Kommentar, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Zu den Ergebnissen der Mitgliederstudie der EKD. Von Jan Fleischhauer


Berlin (kath.net/idea) Ich bin im Sommer 2005 aus der evangelischen Kirche ausgetreten, es ging erstaunlich leicht. Ich musste nur zum Bezirksamt gehen und ein Formular unterschreiben, dass ich nun konfessionslos sei. Es gab keinen Brief der Kirchengemeinde oder Anruf des Pfarrers, ob ich mir meinen Entschluss noch einmal überlegen wolle.

Irgendwann sieht man nur noch die Kirchensteuer

Ich war nicht stolz auf meinen Austritt, er geschah auch nicht aus Protest. Es war eher das Ergebnis einer Entfremdung. Als Jugendlicher hatte mich das politische Engagement zur Kirche gebracht. Wir sammelten für „Brot für die Welt“, schrieben Briefe für „Amnesty International“ und demonstrierten in Brokdorf und Gorleben. Als sich meine politische Meinung änderte, brach auch der Kontakt ab. So geht es vielen. Irgendwann sieht man nur noch die Kirchensteuer.


Es sind dramatische Zahlen für den Protestantismus

Nur 22 Prozent der Mitglieder im Alter zwischen 14 und 22 Jahren fühlen sich der Kirche verbunden, wie man der gerade vorgelegten Untersuchung der EKD zu ihrem Kirchenvolk entnehmen kann. Jeder Fünfte in dieser Altersgruppe ist zum Austritt entschlossen. Das sind dramatische Zahlen.

Die Erklärung liefert die Studie gleich mit: Gerade mal die Hälfte sagt, dass sie im Elternhaus religiös erzogen wurde, was immer das im Einzelnen auch heißen mag. Ich vermute, dass die meisten nicht einmal mehr ein Tischgebet gelernt haben. Man muss Glauben von Kindheit an einüben, sonst wird es schwer, an ihm festzuhalten, wenn das Leben an einem zu zerren beginnt.

Wer nicht mit der religiösen Praxis aufgewachsen ist, dem fehlt das Selbstverständnis der Gewohnheit, die auch Glaubenskrisen übersteht. Umgekehrt haftet dem Spätbekenntnis immer etwas Angestrengtes an. Wo die Glaubenspraxis verloren geht, ist mehr verschüttet als nur die Erinnerung an den Text für Gebet und Litanei.

Die Abwendung von Gott ist ein Verlust

Ich habe öfter über einen Wiedereintritt nachgedacht. Die Abwendung von Gott ist ein Verlust. Das wissen auch diejenigen, die ihren Nichtglauben als Atheismus vor sich hertragen, deshalb müssen sie ja so auftrumpfen.

Dass mich meine ersten Kirchgänge zur katholischen Konkurrenz führten, mag an meiner liturgischen Mangelerfahrung in der Kindheit liegen. Am Ende bin ich vor einem Übertritt aber immer zurückgeschreckt. Was für den Spätberufenen gilt, das gilt für den Renegaten erst recht.

Bekehrung in letzter Minute?

Viele Menschen finden wieder zum Glauben, wenn sie ein Schicksalsschlag ereilt. Da mit jeder Religion die Vorstellung von einem ewigen Leben verbunden ist, führt sie das Trostbedürfnis in die Kirche zurück. Ich fand diese Bekehrung in letzter Minute immer etwas zweifelhaft. Wenn man den Abgrund vor Augen hat, sind die meisten zu fast allem bereit.

Als Niccolò Machiavelli auf dem Sterbebett gefragt wurde, ob er nicht dem Teufel abschwören und seinen Frieden mit Gott machen wolle, gab er zur Antwort, er halte es für keinen guten Zeitpunkt, sich neue Feinde zu schaffen. Das, finde ich, hat dann wenigstens Größe. Zum Glück habe ich ja auf Erden (hoffentlich) noch ein bisschen Zeit.

Der Autor, Jan Fleischhauer (Berlin), ist Kolumnist bei Spiegel Online.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bekehrung

  1. Die Bekehrung der beiden Gefängniswärter des Apostels Petrus in Rom
  2. „Ich fragte mich: Welche Drogen hat er jetzt genommen?“
  3. ‚Ich habe meine Heimat in der katholischen Kirche‘
  4. London: Massenansturm auf Westminster Cathedral im Ostertriduum
  5. Ehemaliger Mitarbeiter von Richard Dawkins hat sich bekehrt
  6. Schauspieler Shia LaBeouf zum katholischen Glauben konvertiert
  7. Homosexueller konservativer Provokateur Yiannopoulos lebt jetzt enthaltsam
  8. Lombardei: Atheistischer Arzt bekehrt sich im Kampf gegen Corona
  9. Vision der Jungfrau Maria führt Atheisten in die katholische Kirche
  10. Überlebende des Anschlags auf Schwulen-Club bekehren sich







Top-15

meist-gelesen

  1. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  2. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  3. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  4. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  5. Papst-Vigil in Paris mit Jesus zugeschriebener "Heiliger Tunika"
  6. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  7. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  8. Leo XIV. besucht als erster Papst die wiederaufgebaute Notre-Dame
  9. Die Güte Gottes und die Freude am Glauben
  10. Zum Abschied einer Pastoralraumleiterin
  11. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  12. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  13. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  14. Bischof Oster benennt Unterschiede zwischen deutsch-synodalem Weg und vatikanischer Weltsynode
  15. Er war einer der Gründer der polnischen Lebensschutzbewegung: Pfr. Stanisław Małkowski verstorben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz