Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  6. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  7. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  8. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  9. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  10. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  11. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  12. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  13. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  14. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  15. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“

Andachtsjodler in den Albaner Bergen

4. August 2012 in Deutschland, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Für eine Stunde kam am Freitagabend Bayern zum Papst nach Castel Gandolfo. Von Barbara Just (KNA)


Castel Gandolfo (kath.net/KNA/RV) Schlag fünf Uhr war es, als drei Mal der Ehrensalut über die Piazza della Libertà in Castel Gandolfo schallte. 14 Schützen aus Tegernsee von der Gebirgskompanie hatten diesen Part vor dem Eingang der päpstlichen Sommerresidenz übernommen, immerhin ist Benedikt XVI. Ehrenmitglied bei ihnen.

«Dabei bin ich seinerzeit nur ein mäßiger Schütze gewesen», wusste der Papst später scherzhaft diese Tatsache zu kommentieren.

Mit an die 1.000 Gebirgsschützen, Musikanten, Trachtlern und Pilgern, verteilt auf 19 Busse, war das Erzbistum München-Freising an diesem heißen Sommertag von Rom aus zum urlaubenden Papst gekommen. Als all die Trachtler zuerst den öffentlichen Platz und dann den schattigen Innenhof des Castels an dem heißen Sommertag füllten, schien es fast, als ob das Oktoberfest mitten im August stattfindet.

Dabei waren sie gekommen, um Benedikt XVI. nachträglich zu seinem 85. Geburtstag eine musikalische Reise durch die Erzdiözese, die von Landshut über München bis Berchtesgaden reicht, zu präsentieren.

«Ein Stück Heimat» hätten sie dem Papst als Geschenk mitgebracht, fasste Marx in seinen Begrüßungsworten das Anliegen zusammen. Und er fügte hinzu: «Wir wissen uns mit ihnen im Gebet verbunden und stehen hinter Ihnen, Heiliger Vater.» Worauf ein donnernder Applaus folgte.


Geklatscht wurde danach noch öfter, vor allem aber gejuchzt und gejodelt. Den Jodler soll übrigens schon Augustinus geschätzt haben, wie der Theologe Joseph Ratzinger einmal niederschrieb. Den Auftakt beim «Ehrenabend» machte zünftige Blasmusik der Gruppe Rupertiblech und gleich darauf plattelten die Burschen der Gaugruppe Chiemgau Alpenverbund und drehten ihre feschen Dirndln.

Mit aufrechtem Körper und wachen Augen verfolgte ein sichtlich erholter Papst mit seinem Bruder Georg Ratzinger die Darbietungen. Seinen Platz hatte er in einem bequemen Barock-Polstersessel direkt vor einer überlebensgroßen Statue des heiligen Petrus.

Ihm gegenüber saßen mit den Kardinälen Friedrich Wetter und Reinhard Marx, mit Nummer 72 und 73, seine unmittelbaren Nachfolger auf dem Bischofsstuhl des heiligen Korbinian. Die Politik war mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner vertreten.

Für Heiterkeit sorgte der Auftritt von Walter Vasold aus Freising. Der Tradition des Roiderer Jackls folgend trug er in Mundart freche, flotte Gstanzl vor, bei denen selbst der Papst lachen musste. In Reimform amüsierte er sich darüber, dass Benedikt XVI. dafür bekannt sei, nur Kracherl (Limo) zu trinken, selbst zur Weißwurst, worüber diese beleidigt sei. Auch würde er gerne einmal wissen, was denn mit den ganzen «Hiat» (Hüten) geschehe, die der Papst auf seinen Reisen geschenkt bekomme.

Dass Volksmusik auch eine meditative Seite hat, machte der zweite Teil des Programms deutlich. Da erhoben sich alle Gäste und lauschten dem Haushamer Bergwachtgsang, als die vier Männer innig den «Engel des Herrn» vortrugen. Als unter dem blauen Himmel der Andachtsjodler erklang, war endgültig Bayern für eine Stunde, von 18 bis kurz nach 19 Uhr, nach Italien gekommen. Der Papst bedankte sich gerührt mit einem «Vergelts Gott» bei allen Mitwirkenden: «Ich war richtig dahoam.»

Ein Kompliment hatte Benedikt XVI. auch für die charmante Moderatorin Elisabeth Rehm: «Das traue ich mich nicht, so bairisch zu reden und das gleichzeitig so nobel.» Auch für den Westfalen Marx gab es für dessen prägnante Bairisch-Kostprobe ein Lob von seinem römischen Chef mit bayerischen Wurzeln.

In seiner frei gehaltenen Dankesrede sagte Benedikt VI. auch, wie Radio Vatikan dokumentiert: „Nun kann jemand sagen: Darf man sich eigentlich so freuen, wenn die Welt so voller Leid ist, wenn es so viel Dunkles und Böses gibt? Ist es dann erlaubt, so übermütig und fröhlich zu sein? Und die Antwort kann nur lauten: Ja. Denn mit dem ‚Nein’ zur Freude dienen wir niemandem, machen wir die Welt nur dunkler. Und wer sich selbst nicht mag, kann auch dem Anderen nichts geben und ihm nicht helfen und kann nicht ein Bote des Friedens sein.

Wir wissen es aus dem Glauben und wir sehen es jeden Tag: Die Welt ist schön und Gott ist gut. Und dadurch, dass er als Mensch unter uns herein getreten ist, mit uns leidet und lebt ( o ‚liebt’?), wissen wir es endgültig und handgreiflich: Ja, Gott ist gut und es ist gut, ein Mensch zu sein. Wir leben aus dieser Freude und aus dieser Freude heraus versuchen wir auch, anderen Freude zu bringen, dem Bösen zu wehren und Diener des Friedens und der Versöhnung zu sein.“

Nach dem Segen rief der Papst die Pilger auf, die Freude, die sie hierher gebracht hätten, wieder mit nach Hause zu bringen. Dann setzte auch schon die Bayernhymne ein, bei der alle mitsangen.

Die gesamte Ansprache des Papstes ist auf Radio Vatikan zu lesen und zu hören.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: © Vatican TV


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bayern

  1. Ist Markus Söder katholisch geworden?
  2. "Segne Du, Maria, alle die mir lieb..."
  3. ‘Der Segen ist Audruck des Glaubens’
  4. Der bayerische Ministerpräsident besucht Maria Vesperbild
  5. „Jahrhundertbayer“ – Papst Benedikt XVI. auf Platz 2
  6. Söder: Papst ist „eine große moralische Instanz in der Welt“
  7. Das Kreuz ist Symbol unserer christlich geprägten Kultur!
  8. Bayern: Künftig ein Kreuz in jeder staatlichen Behörde
  9. Söder: Wer in Bayern leben will, muss sich anpassen
  10. Umstrittene Sexualerziehung-Richtlinien treten vorerst nicht in Kraft







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  7. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  8. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  9. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  10. „Es ist verlockend aber zweifelhaft zu glauben, wir müssten mit den Moden der Welt Schritt halten“
  11. Mexiko in Angst: Priester spenden auf einem Dach eucharistischen Segen
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  14. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  15. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz