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No Joke! Händewaschen soll Welkulturerbe werden

25. April 2012 in Österreich, 9 Lesermeinungen
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Die Benediktiner des österreichischen Klosters Gut Aich wollen das Händewaschen in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes eintragen lassen.


Wien (kath.net/KNA) Die Benediktiner des österreichischen Klosters Gut Aich wollen das Händewaschen in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes eintragen lassen. Ein entsprechender Antrag sei vor zwei Wochen bei der Weltkulturorganisation eingereicht worden, teilte der Prior von Gut Aich, Johannes Pausch, am Dienstag in Wien mit.

Das Händewaschen ermögliche die Begegnung auf Augenhöhe und sei ein Zeichen, dass religions- und kulturübergreifend verstanden werde. «Wenn wir uns um eine gemeinsame Kultur bemühen, brauchen wir zunehmend Rituale, die uns verbinden», betonte Pausch. Im Gut Aich ist es üblich, dass der Prior selbst Gästen, die ins Kloster kommen, zur Begrüßung die Hände wäscht.


Zum immateriellen Kulturerbe zählen laut UNESCO «Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten, die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes verstehen».

Dazu gehören mündlich überlieferte Traditionen ebenso wie die darstellenden Künste, Rituale, Feste oder Handwerkstechniken. Zuletzt wurden in die Liste unter anderem die mexikanische Mariachi-Musik, eine koreanische Kampfsportart und Webtechniken aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen.

Heutzutage werde gesellschaftliches Leben zunehmend auf eine virtuelle Welt reduziert, in der Begegnungen und Rituale nicht mehr zählten, begründete Pausch den Einsatz der Benediktiner für das Händewaschen. Er verwies darauf, dass Händewaschen als Begrüßungsritual eine lange Tradition in dem Orden habe.

Nachdem außerhalb des Klosters Sklaven die Aufgabe gehabt hätten, Gäste zu waschen, habe Ordensgründer Benedikt von Nursia (um 480-547) in der Zeit des Übergangs von der Spätantike zum Frühmittelalter den jeweiligen Leiter eines Klosters mit dieser Aufgabe betraut.

Vielleicht, so Pausch, werde man bald auch den Händedruck bei der UNESCO einreichen müssen, «wenn die Distanzierung und die Angst der Menschen voreinander noch größer wird».

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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