Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  9. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  10. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  11. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  12. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  13. Beschließen ohne zu entscheiden?
  14. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  15. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden

'Bekennermut ist gefragt, nicht Indifferentismus und feige Anpassung'

14. Juni 2011 in Deutschland, 17 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Fuldaer Bischof Algermissen zum "Dialogprozess": Es gibt Themen, die weder voraussetzungslos noch ergebnisoffen diskutiert werden können - Essener Bischof Overbeck nimmt zu möglichen Antiromtendenzen in der Bischofskonferenz Stellung


Berlin (kath.net/KAP) Zwei deutsche Bischöfe haben am Dienstag Sorge über ein Abdriften des von ihrer Bischofskonferenz initiierten Dialogprozesses der Kirche geäußert. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen warnte vor falschen Erwartungen in dem Prozess, der die Zukunft der Kirche beinhaltet, und der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck beklagte "Polarisierungstendenzen".

Algermissen sagte in einem Interview mit der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA, es gebe Themen, die weder voraussetzungslos noch ergebnisoffen diskutiert werden könnten. Dabei sei für ihn selbstverständlich, dass sich die Kirche immer wieder ändern müsse; der Glaube an die Kraft des Heiligen Geistes erfordere das. Eine andere Kirche allerdings, die einige provozierten, sei mit ihm nicht zu machen.

Unter Hinweis auf einen Werteverlust in Politik und Gesellschaft warnte Algermissen die katholischen Christen davor, sich in die "sakrale Nische der Tradition" zurückzuziehen und einen allgemeinen Niedergang in Politik und Gesellschaft zu beklagen. Vielmehr gelte es, selbstbewusst an die Öffentlichkeit zu gehen. "Bekennermut ist gefragt, nicht Indifferentismus und feige Anpassung", unterstrich Algermissen, der am kommenden Montag den 10. Jahrestag seiner Ernennung zum Bischof von Fulda begehen kann.


Bischof Overbeck kritisierte in einem "Deutschlandfunk"-Interview, dass auch Aussagen von Bischöfen "in manchen Medien, bei weitem aber nicht in allen", von "verschiedenen Interessengruppen benutzt" würden. Hier gebe es "eine große Kunst, Worte so zu verstehen, wie sie nicht gemeint sind".

Auf Fragen nach Medienberichten und Internetdebatten über drohende Spaltungen und angebliche antirömische Strömungen in der Deutschen Bischofskonferenz sagte der Bischof wörtlich: "Ich weiß nicht, was viele Leute oder auch Sie für eine Vorstellung von der Deutschen Bischofskonferenz haben. Wir diskutieren sehr offen und reden deswegen auch der Natur der Sache entsprechend unter verschiedenen Persönlichkeiten kontrovers, aber immer konstruktiv, und das bindet uns und das werden wir auch weiterhin tun."

Bei der Frage, ob es ein Thema unter den Amtskollegen sei, dass in dem angeblich existierenden Dossier Namen wie der Sekretär der Bischofskonferenz Hans Langendörfer und des Pressesprechers des Vorsitzenden der Bischofskonferenz Matthias Kopp genannt werden, meinte der Bischof: "Ich weiß nicht, was viele Leute oder auch Sie für eine Vorstellung von der Deutschen Bischofskonferenz haben. Wir diskutieren sehr offen und reden deswegen auch der Natur der Sache entsprechend unter verschiedenen Persönlichkeiten kontrovers, aber immer konstruktiv, und das bindet uns und das werden wir auch weiterhin tun." Nach einer Nachfrage sagte Overbeck dann: "Wir haben die Aufgabe, uns über Sachthemen auseinanderzusetzen und von daher gesehen die Richtung anzugeben. Das werden wir tun."

Overbeck gehört neben dem Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx und dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode zu einer Steuerungsgruppe innerhalb der Bischofskonferenz, die den Diskussionsprozess über die Rolle und die Aufgaben der Kirche in der pluralen Gesellschaft organisieren und vorantreiben soll.

Overbeck plädierte zugleich für ein klares katholisches Profil mit eindeutigen Positionen - etwa in Sachen Lebensschutz, Frieden oder Gerechtigkeit. Nur von diesem Fundament aus könne man einen Dialog führen und auch mit Andersdenkenden, mit Nicht-Gläubigen und mit anderen Religionen in Kontakt treten.

In diesem Zusammenhang sprach sich der Bischof deutlich für den Zölibat und gegen das Frauenpriestertum aus. Zwar müsse man sich auch bei diesen Themen der öffentlichen Diskussion stellen und die Argumente der Kirche deutlich machen, aber diese Fragen seien "lehramtlich von einer solchen Gewichtigkeit und auch entsprechend entschieden worden", dass man sie als Kirche nicht zur Disposition stellen könne.

Insgesamt, so Overbeck, habe er die begründete Hoffnung, "dass wir im Glauben geeint bleiben und von daher gesehen auch die Spannungen aushalten, die zur postmodernen Welt dazugehören". Dazu gehöre auch die "Bestrittenheit jeder Position, die so klar und eindeutig ist wie die der katholischen Kirche". Diese Hoffnung lasse er sich nicht nehmen.

Copyright 2011 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) kath.net


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Theologie

  1. Papst Leo: Das Theologiestudium ist keine „akademische Verpflichtung, sondern eine mutige Reise“
  2. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  3. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  4. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  5. Zahl der Theologiestudenten in Passau in drei Jahren versiebenfacht - Von 21 auf 140 Studienanfänger
  6. US-Theologe: Es ist nicht katholisch, wenn man ständig das Lehramt kritisiere
  7. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’
  8. Knalleffekt am Aschermittwoch: Vier Synodale verlassen den "Deutsch-Synodalen Irrweg"
  9. Roma locuta causa finita
  10. Es reicht







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  6. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  7. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  8. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  9. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  10. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  11. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  12. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  13. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz