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‚Liturgische’ Kanonensalven zum österlichen Triduum

18. April 2011 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Die Engelsburg diente den Päpsten in früheren Zeiten nicht nur als sicherer Zufluchtsort. Die dort stationierten Soldaten erfüllten auch zeremonielle Aufgaben und leisteten auf ihre Art ganz besondere ‚liturgische’ Dienste. Von Ulrich Nersinger


Rom (kath.net/un) Der Bau des gewaltigen Monuments, das wir heute unter dem Namen Castel S. Angelo (Engelsburg) kennen, wurde im Jahre 125 begonnen. Kaiser Hadrian hatte es als Grabstätte für sich und seine Nachfolger bestimmt. Der imposante Bau wurde am rechten Tiberufer in den „Horti Domitiae“, den kaiserlichen Gärten der Domitia, errichtet Als letzter römischer Kaiser fand sich in ihm Caracalla (211-217) beigesetzt.

848 bezog der heilige Papst Leo IV. (847-855) das Kastell in die Befestigungsanlagen des Borgo mit ein. Für lange Zeit jedoch blieb die Engelsburg ein Zankapfel unter den mächtigen römischen Adelsgeschlechtern. Erst nach der Rückkehr der Päpste aus Avignon gelangte sie endgültig in den Besitz der Kirche; die Päpste hatten ihre Übergabe zu einer der Bedingungen für die Heimkehr nach Rom gemacht. Es war dann Alexander VI. (1492-1503), der die Umwandlung in ein militärisches Bollwerk einleitete.


In den nachfolgenden Pontifikaten schufen die päpstlichen Baumeister einen beeindruckenden, von vier vorgelagerten Bastionen bewehrten Palast mit prachtvoll ausgestatteten Gemächern, in denen auch der Staatsschatz der Päpste und die Archive der Kirche ihren Platz fanden. Aus der ehemaligen Grabstätte des Hadrian war nun der „Geschützturm auf dem Schiff der Kirche“ (Reinhard Raffalt) geworden.

Da die Engelsburg in gefährlichen Zeiten als Festung genutzt wurde, nahmen unter den dort stationierten Soldaten die „Bombardieri“, ein Artillerie-Korps, den wichtigsten Platz ein. Seit dem 17. Jahrhundert verlagerte sich das Betätigungsfeld der Bombardieri der Engelsburg von militärischen Einsätzen immer mehr auf Verpflichtungen, die ihnen vom päpstlichen Zeremoniell abverlangt wurden.

Die Feier vieler kirchlicher Feste kündeten Kanonenschüsse an. Wenn der Heilige Vater an bestimmten Tagen den feierlichen Apostolischen Segen erteilte, wurde er durch den Salut von der Engelsburg der ganzen Stadt angezeigt. Salven aus den Geschützen der Engelsburg begleiteten alle großen Ereignisse im Leben der Ewigen Stadt: Wahl und Krönung des Papstes, die Besitzergreifung des Laterans, die feierlichen Reiterprozessionen des Heiligen Vaters, die Fronleichnamsprozession, Selig- und Heiligsprechungen, die Festlichkeiten der Heiligen Jahre, die Nachricht von Siegen und Friedensabschlüssen.

Zu Hochfesten, an denen der Heilige Vater in eigener Person das heilige Messopfer feierte und er der Stadt Rom und dem Erdkreis – „urbi et orbi“ – den Apostolischen Segen spendete, war der Kanonendonner der Engelsburg vierzigmal zu hören; so auch am Gründonnerstag, wenn der Papst von der äußeren Loggia des Petersdomes aus das Volk segnete. Am Karsamstag wurden zur Ankündigung des Osterfestes 30 Salven abgeschossen. Zum Tagesanbruch des Auferstehungsfestes feuerten die Geschütze der Engelsburg bei Tagesanbruch 14 Salven aus ihren Rohren. Die Ostermesse mit dem Segen des Papstes begleiteten die Bombardieri sogar mit fünfzig Schüssen.

Mit dem Ende des alten Kirchenstaates im Jahre 1870 mussten die Kanoniere der Engelsburg ihren „liturgischen“ Dienst einstellen.

Buchtipp:
Wer mehr über „liturgische“ Kanonensalven und weitere Bräuche in Rom erfahren möchte, kann dies dem in Kürze erscheinenden 2. Band des Buches „Liturgien und Zeremonien am Päpstlichen Hof“ von Ulrich Nersinger entnehmen".

Foto: © Ulrich Nersinger



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