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Prager Erzbischof: Demokratie soll biblische Vision umsetzen

1. Oktober 2010 in Chronik, keine Lesermeinung
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Dominik Duka plädierte bei St.-Wenzels-Festgottesdienst auf dem Marienplatz in Stara Boleslav für "Herrschaft von Recht und Gerechtigkeit"


Prag (kath.net/KAP) Die moderne Demokratie sollte "Verwirklichung der uralten biblischen Vision der Herrschaft von Recht und Gerechtigkeit" sein, hat der Prager Erzbischof Dominik Duka betont. Anlass waren die Feiern zum Landespatron, des heiligen Wenzel, am 28. September. Auch die sogenannte "Wenzelsidee" sei gekennzeichnet von "gerechtem Handeln", so Duka beim St.-Wenzels-Festgottesdienst auf dem Marienplatz in Stara Boleslav. An der Feier nahm auch der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus teil.

Die von Kardinal Miloslav Vlk erneuerte alljährliche tschechische Nationalwallfahrt ans Grab des Hauptlandespatrons in Stara Boleslav wurde heuer erstmals von Vlks Nachfolger Duka geleitet. Präsident Klaus gratulierte in seiner Grußadresse dem neuen tschechischen Primas nochmals zur Amtsübernahme und wünschte ihm "Erfolg und Kraft für das Gelingen seiner Sendung und nicht leichten Aufgabe". Dukas Erfolg, so Klaus wörtlich, liege "im Interesse unser aller".


Duka nahm in seiner Predigt auch zur geplanten Pensionsreform Stellung. Eine in Gesetze und Vorschriften gegossene Rentenreform allein werde nicht für ein glückliches Lebens im Alter sorgen können, wenn diese nicht mit einer "inneren und geistigen Erneuerung des Familienlebens" verbunden sei, betonte der Erzbischof.

Der "Tag der tschechischen Staatlichkeit", wie der Festtag des heiligen Wenzels seit seiner Erklärung zum Staatsfeiertag offiziell heißt, war diesmal vor allem durch eine musikalische Sensation gekennzeichnet. Im Prager Rudolfinum begleiteten die Prager Symphoniker den im Jahre 1930 uraufgeführten monumentalen Stummfilm über den heiligen Wenzel mit der erst kürzlich wieder aufgefundenen Begleitmusik von Jaroslav Kricka und Oskar Nedbal.

Nedbal ist auch außerhalb Tschechiens durch seine Operette "Polenblut" bekannt geworden, sah sich in seiner Heimat jedoch wegen seiner ihm unterstellten Austrophilie - unter anderem war er Gründer und von 1907 bis 1919 Chefdirigent des heutigen "Tonkünstlerorchesters Niederösterreich" - auch heftigen Anfeindungen ausgesetzt. An dem Streifen, der zu den aufwendigsten der europäischen Stummfilmgeschichte gehört, wirkte auch die spätere Burgschauspielerin Dagny Servaes mit.

Copyright 2010 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich Alle Rechte vorbehalten.


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