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Haiti: Erzbischof unter den Todesopfern

13. Jänner 2010 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Nach dem Erdbeben ist der Leichnam des 63-Jährigen in der erzbischöflichen Residenz gefunden worden. Hilfsorganisationen rechnen mit Hunderten oder gar Tausenden Toten.


Port-au-Prince (kath.net/KNA) Unter den Erdbebenopfern in dem karibischen Inselstaat Haiti befindet sich auch der Erzbischof der Hauptstadt Port-au-Prince, Serge Miot. Das meldete der römische Pressedienst misna am Mittwoch unter Berufung auf örtliche Kirchenmitarbeiter. Der Leichnam des 63-Jährigen ist in der erzbischöflichen Residenz gefunden worden. Unter den Trümmern werden laut misna noch weitere Opfer aus dem Stab der Kirchenleitung befürchtet, darunter Generalvikar Charles Benoit.

Miot wurde 1997 als Erzbischof-Koadjutor an die Spitze der Ortskirche von Port-au-Prince berufen. 2008 übernahm er die Leitung als Erzbischof. Von den rund neun Millionen Einwohnern Haitis sind nach Vatikanangaben sieben Millionen Katholiken.

Das schwere Erdbeben von Dienstag (Ortszeit) betraf vor allem die Hauptstadt Port-au-Prince. Hilfsorganisationen rechnen mit Hunderten oder gar Tausenden Toten. Offizielle Zahlen über das Ausmaß gibt es allerdings noch nicht. Unter den Opfern befindet sich auch die Präsidentin der bischöflichen Kinderpastoral Brasiliens, Zilda Arns. Das bestätigte die Brasilianische Bischofskonferenz am Mittwoch.


Die deutsche Bundesregierung stellte insgesamt 1,5 Millionen Euro für Soforthilfe bereit, die EU drei Millionen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief ebenso wie Benedikt XVI. die internationale Gemeinschaft zu Unterstützung für Haiti auf. Zugleich sagte der Papst Hilfe durch kirchliche Einrichtungen zu.

In Deutschland gab das bischöfliche Hilfswerk Misereor 30.000 Euro an Soforthilfe. Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat stellte der Haitianischen Bischofskonferenz 20.000 Euro zur Verfügung. Caritas international und die Deutsche Welthungerhilfe beteiligten sich mit jeweils 100.000 Euro.

Helfer vor Ort berichteten von unübersichtlichen und chaotischen Zuständen. Nach Angaben von «Malteser international» sind die auf den Hügeln der Hauptstadt gebauten Slums in einer Schlammlawine abgerutscht. Zahlreiche Bauten seien eingestürzt oder stark zerstört, darunter der Präsidentenpalast, die Kathedrale und mehrere Ministerien.

Nach Angaben der Hilfsorganisationen sind auch Straßen blockiert, das Telefonnetz zusammengebrochen. Rettungsmaßnahmen seien deshalb schwierig. Auch verfüge das verarmte Land kaum über Raumgerät und ausgebaute Infrastruktur wie geteerte Straßen, so der langjährige Adveniat-Länderreferent Michael Huhn. Nach Angaben des Hilfswerks handelt es sich um das schwerste Erdbeben auf der Insel seit Menschengedenken.

Mitarbeiter der Welthungerhilfe berichteten von zahllosen Leichen, die sie auf den Straßen der Hauptstadt gesehen haben. Die Kathedralkirche Notre Dame, der Sitz des Erzbischofs sowie die Priesterseminare der haitianischen Hauptstadt seien völlig zerstört.

Gemeinsam mit Bischof Miot lägen Dutzende Priester und Theologiestudenten unter den Trümmern begraben.

Der Inselstaat Haiti ist der westliche Teil der Karibikinsel Hispaniola; der Ostteil Hispaniolas ist die Dominikanische Republik.

Spendenmöglichkeiten bei: Kirche in Not und Missio-Österreich




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