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Der Glaube an Nike, Microsoft und Disney

vor Minuten in Jugend, keine Lesermeinung
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Markenschöpfer sind wie Missionare: Sie vertreten mit Leidenschaft ihren Glauben und sind deshalb erfolgreich, behauptet die renommierte Werbeagentur Young & Rubicam.


London (Zenit/kath.net)
Ein Industriezweig, der nicht gerade für seinUnderstatement bekannt ist, prahlt mit folgender Aussage: Der Glaube an Marken habeden religiösen Glauben als Sinnquelle für das Leben der Menschen verdrängt."Marken sind die neue Religion. Die Menschen suchen Sinn darin," behauptetdie Werbeagentur Young & Rubicam laut einem Bericht der Financial Times."Erfolgreiche Marken sind jene mit starkem Glauben und originellen Ideen",behauptet die Agentur sehr selbstbewusst: "Es sind auch jene, welche die Leidenschaftund Energie haben, die Welt zu verändern und die Menschen durch exzellenteKommunikation dazu zu bringen, wie sie zu denken."

Young & Rubicams frecher Anspruch ist die Reaktion auf einen Bericht aus demVorjahr von Fitch, Londoner Design-Beratern, die ebenfalls zu denMarken-Fetischisten zählen. Fitch meinte, dass viele Leute am Sonntag zu Ikea strömten,anstatt in die Kirche zu gehen.12.000 Menschen hätten seit 1991 in WaltDisney World geheiratet, behauptet Fitch. Es sei auch schon normal geworden, dassHarley-Davidson Begeisterte in Särgen, auf denen das Harley-Wappen prangt,beerdigt würden, berichtete die Financial Times.

Young & Rubicam merkten an, dass die heutigen Markenschöpfer mit denMissionaren verglichen werden könnten, die das Christentum und den Islam über dieganze Welt ausgebreitet haben. "Es war die Leidenschaft, mit der sie denGlauben vermittelt haben, die Millionen von Menschen überzeugen konnte", meinte JimWilliams, Agenturdirektor für Strategien in Europa: "Diese Religionen bauenauf wirksamen Ideen auf, die einen Sinn und Zweck für das Leben vermitteln."

Die stärksten Marken heute seien jene, die nicht für Qualität undZuverlässigkeit allein ständen, sondern die eine Menge von Glaubensgrundsätzen hätten,die sie niemals aufgeben würden, heißt es von Young & Rubicam. Die Agenturnennt Namen wie Calvin Klein, Gatorade, Ikea, Microsoft, MTV, Nike, Virgin,Sony Playstation und Yahoo! als Beispiele für kompromisslose "Glaubensmarken".Dass jedoch Nike Gegenstand von Kontroversen bezüglich der Arbeitsbedingungenbei seinen Zulieferfabriken in der Dritten Welt, lässt zumindest nachdenklichmachen.

Eine kirchliche Reaktion kam bislang von den Anglikanern: Vertreter derAnglikanischen Kirche meinten, Young & Rubicams Erkenntnisse seien "guteNeuigkeiten" falls das bedeuten würde, dass Unternehmen unter größeren Druck kämen,soziale Verantwortung mit ihren Marken in Verbindung zu bringen. DieAnglikaner wiesen ebenfalls darauf hin, dass der christliche Glaube eines der ältestenund meist bekannten Markenzeichen in der Welt habe: das Kreuz.



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