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Kardinal widerspricht Konklave-Klischees: "Keine Schlangengrube"

28. Mai 2025 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Spanisch-stämmiger Erzbischof von Rabat in Marokko: Papstwahl viel eher liturgische Feier als Parlamentssitzung, Abstimmungen erfolgen "in tiefem Schweigen"


Madrid (kath.net/KAP) Weit verbreiteten Klischees über das Konklave ist der marokkanische Kardinal Cristóbal López Romero entgegengetreten. In einem Interview mit der Plattform religiondigital.org (Montag) wandte sich der in Spanien geborene Salesianer Don Boscos entschieden gegen die Vorstellung, die jüngste Papstwahl - aus der am 8. Mai Leo XIV. hervorging - habe mit Machtkämpfen oder Intrigen im Inneren des Kardinalskollegiums zu tun gehabt. "Das Konklave ist kein Nistplatz für Schlangen und kein Haus der Intrigen", betonte der Erzbischof von Rabat.

Auch Vergleiche zu einem parlamentarischen Verfahren mit Debatten oder Fraktionen seien falsch: "Im Konklave wird nicht gesprochen, sondern gewählt. Es gibt keine Reden, keine Hinweise, keine Stellungnahmen. Wir beten und bleiben konzentriert." Begegnungen oder Gespräche unter den Kardinälen seien nur in Pausen möglich gewesen - "wenn überhaupt", so der Kardinal. Vielmehr handle es sich um eine "liturgische Feier und einen spirituellen Moment", der von Stille, Gebet und innerer Sammlung geprägt sei. Die Abstimmungen erfolgten in einem "tiefen Schweigen, das Raum für Gebet und Reflexion lässt".


Zur Wahl selbst erklärte López Romero, dass es "keine Kandidaten" im eigentlichen Sinn gebe. "Niemand schlägt sich selbst vor, niemand wird offiziell vorgeschlagen." Alle seien wählbar - auch Personen außerhalb des Kardinalskollegiums, wenngleich "seit Jahrhunderten stets Kardinäle gewählt wurden". Die erste Wahlrunde sei entsprechend "sehr zerstreut" verlaufen; in den folgenden Runden hätten sich die Stimmen dann allmählich auf einen Namen konzentriert, bis die notwendige Zweidrittelmehrheit erreicht gewesen sei.

Rückblickend beschrieb López Romero die Tage im Konklave als "außerordentlich, unglaublich, beeindruckend". Für ihn sei es eine Gelegenheit gewesen, "im Glauben an den Heiligen Geist zu wachsen - dessen Wirken mir offensichtlich schien -, im Gefühl der Zugehörigkeit zur Kirche und in der Erfahrung ihrer Universalität".

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