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Uns gehen die Helden von der Fahne

25. September 2023 in Kommentar, 27 Lesermeinungen
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Zeitgenössische „Damnatio memoriae“ wie der Denkmalsturz in Essen ist ein Zeichen von Unkultur und Apostasie. Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)

Mit Kardinal Hengsbach fällt der nächste Heroe der deutschen Nachkriegskirche. Nicht nur als Vertuscher, sondern sogar als Täter sexuellen Missbrauchs wurde der Gründungsbischof des Ruhrbistums jüngst gebrandmarkt. Da in unserer Zeit Anstand, Kultur und Glaube im Gleichschritt fallen, ist der verstorbene Kardinal gleich auch das nächste Opfer einer wokezeitlichen Damnatio memoriae. Das Denkmal, das vom amtierenden Nachfolger in Kenntnis der Vorwürfe trotzdem errichtet wurde, wird in einem nicht minder skandalösen Akt vom Sockel gestürzt. Ersetzt wird es durch eine Gedenkstätte für die Opfer sexueller Gewalt. Braver Overbeck, gut zu Kreuze (darf man das überhaupt noch sagen?) gekrochen. Revolutionen neigen jedoch dazu ihre eigenen Kinder zu fressen, wenn alle anderen Opfer verspeist sind. Den Gedanken, in der Bischofsgruft beerdigt zu werden, sollte Franz- Josef Overbeck vielleicht schon mal beiseitelegen und hoffen, dass man für ihn im Heimatort Marl noch ein Eckchen auf dem Friedhof findet, auf dass seine Asche nicht anonym im Friedwald verstreut werden müsse. Wer das jetzt geschmacklos findet, warte bitte ab. Bischofsgräber in Kathedralen werden vermutlich in nicht allzu ferner Zeit Geschichte sein. Wer will denn schon das Risiko eingehen, ständig irgendwelche Schilder an irgendwelche Exbischofsgräber aufhängen zu müssen. Sowas ist ja auch optisch kein Gewinn für eine Kathedrale.


Keine Frage, sollte der Kardinal - ebenso wie sein Bruder, gegen den auch Vorwürfe gleicher Art im Raum stehen - tatsächlich des sexuellen Missbrauchs schuldig geworden sein, ist die kirchliche Karriere des verstorbenen Bischofs ein Skandal. Ein Skandal ist auch der Umgang der Ursprungsdiözese Paderborn mit den schon länger bekannten Vorwürfen. Der weitaus größte Skandal ist und bleibt jedoch die posthume Lynchjustiz. Denn allen Anschuldigungen zum Trotz, da die mutmaßlichen Täter nun einmal verstorben sind, sind und bleiben sie der irdischen Gerichtsbarkeit und damit eben auch der Verurteilbarkeit durch diesseitige Gerichte und Richter entzogen.

De mortuis nil nisi bene. Dieses Sprichwort ergibt einen weitaus tieferen Sinn. Ebenso wie sich posthume Verurteilungen verbieten, verbieten sich posthume Ehrungen, wenn sich erhärtende Verdachtsmomente für schwere Vergehen oder Verbrechen zu Lasten der Verstorbenen ergeben. Man muss dann die Ehrlichkeit haben, einen solchen gar nicht erst auf einen Sockel zu heben, von dem man ihn dann populistisch herunterstürzt, wenn man selber unter Druck gerät. Da nämlich liegt der eigentliche Skandal und das wirkliche Ärgernis. Die ehrende Erinnerung an Kardinal Hengsbach hätte es moderat zu dämpfen gegolten, indem man klarstellt, dass sich große Zweifel an seiner moralischen Integrität ergeben haben. Die geschichtliche Einordnung mögen später die Historiker vornehmen. Wir halten uns mit Verehrung und Verurteilung gleichermaßen zurück und gedenken seiner als einem sündigen Menschen, der dennoch großes getan hat.

Mehr und mehr wird einsichtig, warum die Kirche so großen Wert auf einen möglichst großen zeitlichen Abstand zwischen leiblichem Tod und Eröffnung eines Seligsprechungsverfahrens legt. Weder zur Ehre der weltlichen Sockel noch gar zur Ehre der Altäre darf ein verstorbener Mensch allzu früh erhoben werden. Es ist verständlich, dass das helle Licht der Verehrung für einen erst vor kurzer Zeit verstorbenen Helden seine Schattenseiten für sehr, sehr lange Zeit nur allzu stark überblenden kann. Doch dann fallen die Helden krachend. Manche eher, wie Kardinal Lehmann, andere später, wie Kardinal Hengsbach. Manchmal – zum Glück für alle – fallen die Helden schon zu Lebzeiten, wie Franz-Josef Bode oder Robert Zolltisch. Diese bekommen erst gar keine Sockel und hoffentlich auch keinen Platz in der Bischofsgruft ihrer früheren Dome, wo man sie mit Schildern als Unholde brandmarken müsste.

Diese Unkultur der Verdammung Verstorbener zeigt die praktische Apostasie, die in der Kirche unserer Tage grassiert. Können wir die Verstorbenen nicht ruhen lassen? Sind wir wirklich nicht mehr in der Lage, sie der Gerichtsbarkeit unseres Herrn zu überlassen? Eines nämlich sollten wir bedenken, der Herr hat uns angekündigt, dass uns mit dem Maß zugemessen wird, mit dem wir zumessen.

Etwas anderes zeigt sich derzeit nur allzu deutlich. Die Verehrung von Menschen birgt immer Risiken. Der Mensch neigt dazu Führungsfiguren zu verehren. Auch große Führer und sogar große Vorbilder im Glauben sind Sünder. Wie volatil menschliches Moralempfinden ist, wissen wir alle. Der Sündenbegriff ist – auch in der Kirche – längst säkularisiert. Was heute verzeihlich scheint, ist morgen eine unverzeihliche Scheußlichkeit. Das ist ein großer, nicht auszumerzender Fehler. Aber es ist menschlich. Doch der Mensch ist am Ende auch grundsätzlich lernfähig. Vielleicht ist es ganz gut für uns, wenn mal ein paar Helden von ihren Sockeln stürzen. Nutzen wir die Sockel, um darauf real oder im Geiste Kreuze zu errichten. Denn eigentlich sollte das Kreuz Christi für uns Christen das einzig wirkliche „Denk-mal“ sein.

 

Foto: Pixabay - Gestürzter Held vor einem Tempel auf Sizilien.


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Lesermeinungen

 Steve Acker 29. September 2023 
 

Wynfried

"ich finde nur den Zeitpunkt der Veröffentlichung etwas irritierend."

finde ich auch.
Seit über 10 Jahren ist das Thema Missbrauch in der Kirche öffentlcih bekannt.
Vieles kam dabei hoch. vieles wurde unternommen.
Wäre doch reichlich Zeit gewesen damit zu kommen.


2
 
 jabberwocky 28. September 2023 

Sehr geehrter @chorbisch, eine Aussage regt bei mir Widerspruch an:

„Daß das nach der Lehre der Kirche nicht möglich ist, ist das Eine. Das Andere ist aber meinem Eindruck nach eine gewisse "Fixierung" unter glaubens- und lehramtstreuen Katholiken auf den sexuellen Aspekt“.
Genau das sehe ich anders. Jeder von uns hat seine Schwachstelle, seinen geistlichen Kampfplatz sozusagen. Der eine neigt zur Trägheit, der nächste zur Völlerei, andere zum Zorn. Homosexuelle sind genauso herausgefordert, ihre Punkte anzugehen und um Umkehr zu ringen. Warum soll ihnen erlaubt sein, sich gehen zu lassen („Ich bin halt so“)? Sollen wir uns alle gehen lassen? „Gott liebt mich so wie ich bin“ als Rechtfertigung für Unzucht? Umkehr ist ein Weg, der nicht leicht ist, und wir fallen alle, immer wieder. Dafür gibt es das Beichtsakrament. Und das ist auch für Homosexuelle da. Auch sie werden auf ihrem Weg fallen, bis sie es irgendwann -vielleicht- schaffen. Vorausgesetzt, sie haben eine Entscheidung getroffen.
Fallen ist keine Schande, aber liegenbleiben.


0
 
 Wynfried 26. September 2023 

@ chorbisch

Ich habe hier niemanden der Lüge bezichtigt und auch die Glaubwürdigkeit der alten Dame nicht in Frage gestellt.

Ich finde nur den Zeitpunkt der Veröffentlichung etwas irritierend. Und nun werden die Vorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal wiederum von interessierter Seite kirchenpolitisch instrumentalisiert. Mit der hier zurecht als solche bezeichneten "posthumen Lynchjustiz" ist jedenfalls auch niemandem gedient.


5
 
 Schillerlocke 26. September 2023 
 

@chorbisch

So sehe ich das auch. Man kann solch schlimme Vorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal nicht leichtfertig vorbringen. Es handelt sich ja um schwere Verbrechen, die ihm zur Last gelegt werden. Und es kann, da der Angeschuldigte inzwischen verstorben ist, nur noch um eine historische Einordnung gehen. Eine gerichtliche Aufarbeitung ist ja nun nicht mehr möglich.


0
 
 chorbisch 26. September 2023 
 

@ Wynfried

Ich kann ihre Frage auch nicht beantworten. Scham und Ekel könnten ein Grund sein. Es soll ja auch Fälle geben, in denen Menschen ein schrechliches Ereignis über Jahrzehnte verdrängt haben, bevor sie darüber reden konnten. Ich erinnere an Hannelore Kohl, die erst nach Jehrzehnten über ihre Vergewaltigung durch russische Soldaten berichten konnte.

Oder die Sorge, daß man ihr nicht glaubt, wenn sie eine Person mit dem Ansehen des Kardinals beschuldigt?

Matürlich müssen solche Anschuldigen gründlich geprüft werden, aber warum soll das hier nicht geschehen sein?

Bei allem Verständnis für den Ärger über kirchenfeindliche Kampagnen, ist es christlich, Menschen, die man überhaupt nicht kennt, gleich der Lüge zu bezichtigen?

Das gilt nicht nur für die alte Dame, sondern auch für Bischof Overbeck, dem hier im Zusammenhang mit der Anschuldigung auch schon finstere Absichten unterstellt wurden.


1
 
 Wynfried 26. September 2023 

@ JuppAusEssen

"Hier behauptet eine Seniorin mit einem Alter Ü80 von einer vor über dreißig Jahre verstorbenen Person vor mehr als einem halben Jahrhundert missbraucht worden zu sein. Ob das stimmt, kann beim besten Willen niemand mehr nachprüfen."

Genau das ist der unseriöse Punkt. Wenn die Vorwürfe stimmen sollten, warum hat sie die betroffene Person nicht schon viel früher erhoben? Warum gerade jetzt, nach über 50 Jahren? Und warum nicht schon 2010, als die Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche in Deutschland erstmals zum öffentlichen Thema wurden?


6
 
 golden 26. September 2023 
 

...der sich für uns dahingegeben hat !


2
 
 golden 26. September 2023 
 

Unvergebene Sünde hängt in der Luft

Hw. georg May hat schon lange davon gesprochen: Beichte/Busse finden in der Kirche wenig statt.Aber: In uund ausserhalb der Kirche wissen die Dümmsten, dass persönliche Schuld da ist, die aber fast niemand verantworten will.So staut sie sich wie eine giftige Atmosphäre "über uns" auf.Da sucht sich dann ein heuchlerischer Volkszorn wie ein Gewitterblitz einen Einschlags- und Ersatzbeschuldigungsort,wann immer sich jemand hat (real) "erwischen" lassen, oder,wie hier, post mortem beschuldigt werden kann."Woke" finde ich, dass fast nur Kirchenleute verdächtigt werden und jedesmal"die Kirche" von bestimmten Medien negativ geframt wird.-HERR, dein Zorn ist, das, wovor die Leute eigentlich Angst haben müssten; Du allein bist der gerechte Richter ! Bitte hilf uns in dieser verwirrten Zeit.Wir danken Dir für alle von Dir beglaubigten Glaubensvorbilder der Jahrtausende ! Die Hl. Jungfrau möge uns leuchten mit dem Licht der Reinheit ! Jesus Christus leite uns als der echte Hirte, der sich für un


5
 
 Theotocopulos 26. September 2023 
 

Die medial nicht präsenten Beschuldiger agieren, wie man liest, durch Ansprechpersonen und Mittelsmänner, gewissermaßn Makler ihrer öffentlichkeitswirksamen Viktimisierung. Was sind das jeweils für Personen, wer sind die Beschuldiger? Dann wird immer die Betroffenenperspektive angeführt. Für mich zählt allein die Wahrheitsperspektive. Ehe man derartig verheerende Anschuldigen in die Öffentlichkeit bringt, von dieser kampagnenartig aufgegriffen, müssten diese Anklagen psychologisch und psychiatrisch, sowie sozialbiographisch genauestens untersucht werden. Ist das geschehen?


6
 
 Zeitzeuge 25. September 2023 
 

Werter Chorbisch, Ihre Meinung habe ich zur Kenntnis genommen,

nach welchen Kriterien wollen Sie denn eine
solche Behauptung überprüfen?

Das können doch nur Fachleute!

Ist Ihnen bekannt, wieviel Falschbeschuldigungen

gerade auf diesem Gebiet nicht extrem selten

sind?

Was würden wir beide wohl sagen, wenn jemand

behaupten würde, unser Großvater, der schon

30 Jahre tot ist, habe vor 50 Jahren eine

Mißbrauchs-Schandtat begangen?

Ich empfehle Ihnen, sich näher mit Prof.
Max Steller zu beschäftigen.

Gute Nacht!


6
 
 Schillerlocke 25. September 2023 
 

Die Verunsicherung ist riesig.

Wenn die gegen den verstorbenen Kardinal erhobenen Vorwürfe Hand und Fuß haben, ist das ein schwerer Schlag für alle, die den Kardinal verehrt haben. Ich teile die Ansicht des Autors, dass wir in unserem guten Andenken an Verstorbene, gerade wenn sie prominent sind, differenzieren müssen, indem wir sagen, wofür wir sie schätzen. Eine vorschnelle Heroisierung ist hingegen unangebracht. Wie andere Kommentatoren schon schrieben: Es ist sehr wichtig, auf die Opfer zu schauen und ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Was über den Kardinal nun öffentlich wurde, ist jedenfalls sehr verstörend. Man darf solche Vorwürfe nur erheben, wenn sie durch Fakten belegt sind.


0
 
 chorbisch 25. September 2023 
 

@ Zeitzeuge

Ich bleibe dabei, eine generelle Glaubwürdigkeitsprüfung möglicher Opfer ohne daß begründete Zweifel an deren Glaubwürdigkeit vorliegen, halte ich für grundfalsch.

Sie haben in der Vergangenheit öfter zu Recht auf die Unschuldvermutung in Bezug auf die Beschuldigten hingewiesen. Gilt dies nicht auch für die möglichen Opfer?

Ihr Hinweis auf "Worms" ist berechtigt, aber ich glaube - und hoffe - daß die mit Mißbrauchsfällen befassten Personen daraus gelernt haben.

Genauso, wie sich die Bewertung der Folgen von sexuellem Mißbrauch in den vergangenen Jahren ja auch grundlegend geändert hat.


1
 
 chorbisch 25. September 2023 
 

@ Theotocopulos

Es geht doch überhaupt nicht darum, irgendetwas zu "justiziabilisieren". Auch wenn Kardinal Hengsbach und sein Bruder noch lebten, käme es zu keinem Gerichtsverfahren, da die Taten lange verjährt sind.

Aber ist das ein Grund, möglichen Opfern die Gerechtigkeit und Genugtuung zu verweigern, daß auch die "dunkele Seite" einer ansonsten mit Recht geachteten Person öffentlich gemacht und ihr Leid anerkannt wird?

Und auch Sie widersprechen sich: Einerseits sagen Sie, daß Sie, wie wir alle hier, die Tatvorwürfe nicht im Detail kennen.

Andererseits sind Sie sich aber offenbar sehr sicher, daß nichts "dahinter" ist, wenn sie von "Lynchjustiz" sprechen.

Woher sind Sie sich so sicher, daß die zuständigen Personen, die die Details sicher kennen, die Vorwürfe nicht gründlich geprüft haben?

Nur, weil der zuständige Bischof Overbeck heißt, der hier nicht sehr geschätzt wird, und dem man mit der Offenlegung sinistere Absichten unterstellt?

Hoffentlich nicht!


1
 
 SalvatoreMio 25. September 2023 
 

Ich weiß, dass dieser Beitrag eher überflüssig ist, bringe ihn dennoch -

aus Dankbarkeit gegenüber dem Bistum Essen. Seinerzeit wurde in Bottrop ein Bergwerklehrlingsheim überflüssig. Unter Kardinal Hengsbach wurde darin ein Seminar zur Ausbildung für Seelsorgehelferinnen eingerichtet, mit der hervorragenden Leiterin Frau Dr. Dr. Barbara Albrecht und weiteren guten Lehrern. Die Schluss-Examen wurden in Gegenwart des Herrn Kardinal Hengsbach absolviert. - Das mindert eventuelles schweres Fehlverhalten natürlich nicht, doch ich bin bis heute sehr, sehr dankbar, dass wir dort in besten Händen waren.


3
 
 Theotocopulos 25. September 2023 
 

Posthume Lynchjustiz - genau das!

I. Kardinal Hengsbach fällt nicht, sondern wurde gestürzt. Justiziabilisieren lassen sich die Anschuldigungen jetzt ohnehin nicht mehr. Also in dubio pro reo. Ich kenne die Hintergründe nicht, manches davon erscheint aus der Entfernung unplausibel. Um sich ein Bild zu machen, müsste man die Tatvorwürde und seinerzeitigen Zusammenhänge en detail kennen, auch die Beschuldiger. Hier scheinen mir die Maßstäbe völlig verrutscht.


7
 
 Elemosinarius 25. September 2023 
 

Vor der eigenen Türe kehren

Ich frage mich, warum unsere Amtsträger ständig so scharf darauf sind, längst Verstorbene aus den Gräbern zu zerren.
Warum fordert die Erzdiözese München-Freising nicht einmal alle Menschen auf sich zu melden, die sich von Kardinal Marx diskriminiert, beleidigt oder missbraucht fühlen?
Oder die Diözese Essen startet denselben Aufruf für Bischof Overbeck. Angst in den Spiegel zu schauen?


7
 
 Dolomiti 25. September 2023 
 

Vorsicht, Nachsicht, ... und was nun wirklich wichtig ist 'Prüfet alles und das gute behaltet!' 1te

Teile die Bedenken von 'Zeitzeuge' sowie die Aussage zu den Opfern von 'chriseeb74'.
Möchte auf ein sehr interessantes Buch hinweisen von Dysmas de Lassus: Verheißung und Verrat. erschienen im Aschendorf Verlag 2022


2
 
 SalvatoreMio 25. September 2023 
 

Gewichtungen

Gewiss@chorbisch! Es ist schwer, sich hier im kleineren Rahmen deutlich zu artikulieren. Ihr Einwand ist schon wichtig. Mir ging es vor allem um die Anmaßung, mit der Verantwortliche der Kirche in Deutschland, der Schweiz und teils auch in anderen Ländern mit Fragen von Glaube und Moral umgehen.


4
 
 Zeitzeuge 25. September 2023 
 

"...sind ja alles Lügner!" Das ist natürlich schlichtweg falsch, aber, ob

Anschuldigungen (die vor Abschluß eines Verfahrens
nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollten, egal
bei wem) nun wahr sind oder nicht kann wohl kein
Bischof nur aufgrund alter Akten entscheiden (es
sei denn, der Beschuldigte hat gestanden) und erst
recht nicht wir als aktenunkundige Medienkonsumenten! Gutachter müssen fachlich kompetent sein!

Hier ist jeweils in jedem Einzelfall dringend ein von einem forensischen
Psychologen erstelltes Glaubhaftigkeitsgutachten
erforderlich, die Älteren hier erinnern sich
sicher noch an die Wormser Prozesse mit den
fatalen Folgen von Falschbeschuldigungen.

Im Link Prof. Steller, führender Aussagepsychologe, über dieses Thema in der kath. Kirche.

Nochmals empfehle ich sein Buch

Nichts als die Wahrheit; wie jeder unschuldig
verurteilt werden kann

www.die-tagespost.de/kirche/weltkirche/psychologe-aufdeckungseifer-mutiert-zu-menschenjagd-art-216130


7
 
 JuppAusEssen 25. September 2023 
 

Unseriös

Hier behauptet eine Seniorin mit einem Alter Ü80 von einer vor über dreißig Jahre verstorbenen Person vor mehr als einem halben Jahrhundert missbraucht worden zu sein. Ob das stimmt, kann beim besten Willen niemand mehr nachprüfen. Selbst wenn die Vorwürfe plausibel sein sollten, oder vielleicht zwei Personen ähnliche Vorwürfe machen sollten, wären die Vorwürfe damit weder beweisbar noch widerlegbar. Ich habe eher den Eindruck, dass Herr Overbeck und einige weitere Synodalisten hier ihre konservativen Vorgänger diskreditieren wollen. Wenn es ausreicht, dass zwei von hunderttausenden Menschen eine Story plausibel erzählen können, dann kann sofort man alle Statuen von Geistlichen, die im 20. Jahrhundert gelebt haben, entfernen. Ich finde, die Personen die die Anschuldigungen gegen Kardinal Hengsbach erheben, sollten das, wenn schon, dann öffentlich tun und nicht unter dem Deckmantel der Anonymität.


7
 
 chorbisch 25. September 2023 
 

Eine Frage an alle

Ich habe nicht verstanden, was an dem Umgang mit Kardinal Hengsbach und seinem Denkmal "wokezeitlich" sein soll.

Man könnte sicher darüber diskutieren, ob man nicht noch weitere Untersuchungen abwarten, oder, ohne daß die Opfer darunter leiden, noch mehr Angaben über das/die Verbrechen an die Öffentlichkeit müssten, bevor man Denkmäler stürzt und Straßen umbenennt.

Aber was das mit der Unsitte des "Wokismus" zu tun haben soll, verstehe ich nicht.

Und wenn nach Jahrzehnten Bilder abgehängt oder Straßen umbenannt werden, weil sich herausgestellt hat, daß die Geehrten dieser Auszeichnung nicht würdig waren, ist das nicht grundsätzlich falsch, auch wenn es dabei sicher Einseitigkeiten gibt.


1
 
 Fink 25. September 2023 
 

"Die Verehrung von Menschen birgt immer Risiken"

Es gibt Menschen mit "Ausstrahlung", mit Charisma. Wir neigen dazu, uns von ihnen beeindrucken und mitreißen zu lassen. Doch Vorsicht ! Abstand halten, skeptisch bleiben! Oft zeigt sich der Reinfall im Nachhinein ! Und, ja- sich viel viel Zeit lassen bei Seligsprechungen und Heiligsprechungen !


1
 
 chorbisch 25. September 2023 
 

@ SalvatoreMio

Ihrem Kommentar zu @chriseeb74s Ausführungen schließe ich mich grundsätzlich an, auch wenn ich Ihre Gewichtung der Sünden der Geistlichkeit hier nicht ganz teile.

Aber: Glauben Sie wirklich, Schwule, lesbische oder geschieden erneut verheiratete Paare fordern die "Segnung" ihrer Beziehungen, um "endlich" ihre sexuellen Bedürfnisse ausleben zu können?

Darum dürfte es nur in Azsnahmefällen gehen. Vielmehr geht es darum, diese Form des Zusammenlebens und der Partnerschaft als zur traditionellen Ehe anerkannt zu sehen.

Daß das nach der Lehre der Kirche nicht möglich ist, ist das Eine. Das Andere ist aber meinem Eindruck nach eine gewisse "Fixierung" unter glaubens- und lehramtstreuen Katholiken auf den sexuellen Aspekt.
Natürlich geschieht das und bei manchen Paaren wird mehr Raum einnehmen als bei anderen, wie bei "Normalen" Paaren auch.

Aber "der" zentrale Punkt und Grundlage solcher Beziehungen ist es meiner Ansicht nach nicht.


2
 
 SalvatoreMio 25. September 2023 
 

Frühere "Helden" wurden von anderen auf einen Sockel gestellt. Neue "Helden" stellen sich selbst da

Was Sie anmahnen, @chriseeb74, ist richtig, und die Palette ließe sich erweitern: unzählige Mitmenschen weltweit wurden und werden schwer seelisch misshandelt, ausgenutzt und entwürdigt. Ich möchte bitte noch auf Anderes hinweisen, auf das Thema "Sexualpraktiken": Wenn heute Bischof, Priester usw. dazu ihr "segnendes o.k" erteilen, dass Mann mit Mann oder Frau mit Frau miteinander sexuelle Bedürfnisse ausleben dürfen, so sündigen sie doppelt: A)Sie müssen wissen, dass Gott der Herr unseres Leibes ist und zu solchen Praktiken kein Jawort erteilt hat. B) Sie gaukeln Mitmenschen vor, dass man mit dem eigenen Leib und dem des anderen nach Gutdenken umgehen kann, sofern der andere einwilligt. Diese "Kirchenoberen" sind schlimmer als jeder einzelne Bischof oder Priester, der sich persönlich schwer versündigt (und dies womöglich bitter bereut und gebeichtet hat), während Erstere förmlich zur Sünde einladen!


6
 
 heikostir 25. September 2023 
 

Birnen und Äpfel sind verschieden.

Sollten die Anschuldigungen wahr sein, dann hat das eine neue Qualität. Dann geht es nicht nur um falschen Umgang/ Vertuschung mit/von Missbrauch, sondern um das Verbrechen des Missbrauchs selbst. Darum halte ich es für falsch unangemessen, ersteres (z.B. Lehmann, Meisner, Bode, Zollitsch) und letzteres (Siehe Missbrauchsvorwürfe gegen Hengsbach) in einem Atemzug zu nennen. Es geht um zweierlei Dinge!


1
 
 chriseeb74 25. September 2023 
 

@alle

Herr Winnemöller hat in vielen Dingen Recht, aber auch er macht m.E. den Kardinalfehler, den innerhalb und außerhalb der Kirche fast alle machen:
Er sieht ausschließlich die Dinge im Lichte des (mutmaßlichen) Täters...aber kaum jemand kümmert oder berichtet über das Leid der Opfer, über die zum Teil seelisch kaputten Männer und Frauen, die jahrzehntelang ihr Leid mit sich getragen haben, denen fast nie geglaubt wurde (zwischen 1950-1980 schon gar nicht), selbst in ihren Familien im Stich gelassen wurden und die sich erst jetzt, weil sie eben verunsichert sind und alte Wunden nicht mehr aufreißen wollen oder können, vorsichtig und unter dem Siegel der Anonymität sich trauen zu sprechen...die meisten, falls sie leben, werden es dennoch nicht tun.
Fazit: Für mich geht es ausschließlich um die Opfer, die Lebenden, die unter der jahrzehntelangen Missachtung leiden (sind ja alles Lügner!).
Die Täter werden, so wie wir alle, eh von Gott zur Rechenschaft gezogen! Kümmert euch um die Opfer!


2
 
 Jothekieker 25. September 2023 
 

Keine Zierde

Die gefällte Statue war nicht besonders gelungen. Ihr Sturz wird dem Aufstellungsort nicht zum Schaden gereichen.
Was mich aber immer wieder etwas entsetzt, ist das völlige Fehlen eines ordentlichen Verfahrens. Können wir demnächst unsere Richter in Rente schicken, weil der bloße Verdacht schon für eine Urteilsvollstreckung genügt?


6
 

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