SucheSuchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln: 



Top-15meist-diskutiert- Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
- Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
- Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
- „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
- Bätzing gegen Papst Leo
- Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
- „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
- „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
- Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
- Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
- Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
- „Wir werden erwartet“
- Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
- ‚Entschuldigung, aber … was?‘
- Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
| 
Abtreibung: Fratze des Widersachers5. Juli 2022 in Kommentar, 4 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Der Oberste Gerichtshof der USA (Supreme Court) hat am 24. Juni das abtreibungsfreundliche Grundsatzurteil „Roe v. Wade“ aus dem Jahr 1973 aufgehoben - Ein Gastkommentar von Uwe Siemon-Netto / USA
USA (kath.net/idea)
Ich sah fern und meinte, im Bruchteil einer Sekunde in die Fratze des Wahrhaftigen zu blicken. Da waren hassverzerrte Minen auf allen TV-Kanälen. Die Gesichter der Reporterinnen der Deutschen Welle, der BBC und des Senders France 24 wirkten kaum weniger empört, als die scheußlich schrillen Demonstrantinnen. Dabei waren sie von Berufs wegen zur Objektivität verpflichtet. Was war passiert?
Ein Kalkül Donald Trumps war aufgegangen. Er hatte den Evangelikalen versprochen, freiwerdende Sitze am Obersten Gerichtshof mit Lebensrechtlern zu besetzen. Drei seiner neun Mitglieder fielen in Trumps Amtszeit aus. Jetzt haben dank Trump Konservative in dieser höchsten Instanz die Mehrheit, und alsbald kippten sie denn auch den 1973 gefällten höchstrichterlichen Spruch, dass Abtreibungen ein von der Verfassung garantiertes Frauenrecht waren. Ab sofort ist es ausschließlich Sache der einzelnen Bundesstaaten zu bestimmen, ob Schwangerschaftsabbrüche erlaubt sein sollten oder nicht. Einige von ihnen hatten in Erwartung des höchstrichterlichen Urteils bereits einschlägige Gesetze parat. 
Die darob empörten Medienstars hätten nun nach guter Journalistensitte stellvertretend für ihre Zuschauer einige Kernfragen Fragen stellen müssen, dies aber unterlassen, zum Beispiel:
1. Was wird da eigentlich abgetrieben? Sind es nichtssagende Zellenklumpen wie etwa Wurmfortsätze? Antwort: Nein, es sind Föten, also richtige, nur eben noch im Mutterleib wachsende Menschen mit ihrer eigenen DNS (in Deutschland fast nur noch nur unter ihrem englischen Akronym DNA bekannt), die bis zum Greisenalter und Tod dieselbe bleibt.
2. Wie viele dieser Menschen wurden in den USA seit 1973 verfassungskonform entleibt? Antwort: über 63 Millionen, jawohl, dreiundsechzig Millionen! Das entspricht der Bevölkerung Frankreichs.
3. Was haben diese Menschen verbrochen, um zum Tode verurteilt zu werden? Antwort: Nichts! Umfragen weltlicher Forschungsinstitute zeigen, dass keiner der angegebenen Gründe für Schwangerschaftsabbrüche zu Freisprüche von einer Mord- oder Totschlagsanklage reichen würde: Ein Baby hätte die werdenden Mütter zu viel gekostet, im Beruf oder Studium gestört, oder war die Folge eines mittlerweile in die Brüche gegangenen Verhältnisses. Nur in einem Prozent aller Fälle war die Schwangerschaft die Folge einer Vergewaltigung. Inzucht war lediglich in einem halben Prozent der Grund.
4. Was bedeutet der Begriff „Roe vs. Wade“, unter dem diese Gerichtssache von 1973 weltweit bekannt wurde? Henry Wade war der Oberstaatsanwalt von Dallas, gegen den eine Frau mit dem Pseudonym Jane Roe klagte, um ihr „Recht“ auf Abtreibung durchzusetzen. Eigentlich hieß sie Norma McCorvey. Später bereute sie tief, was sie getan hatte. Sie gründete einen christlichen Dienst, der für das Lebensrecht Ungeborener kämpfte.
Schlussfrage: Was sind überhaupt diese -zig Millionen Leben, die seit 1973 ausgelöscht werden? Dies lässt offensichtlich nur eine Antwort zu: Unschuld pur. Sie hasst der Widersacher am meisten. Sie ist sein bevorzugtes Satansfutter, das er in den letzten fünf Jahrzehnten in den USA uneingeschränkt hat herunterschlingen dürfen.
Der Autor, Uwe Siemon-Netto, ist Journalist, Theologe und Gründer des Zentrums für lutherische Theologie und Öffentliches Leben in Capistrano Beach (Kalifornien).
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

Lesermeinungen| | Ebuber 6. Juli 2022 | | | | Es zeigt sich dass die Wahrheit nie auf Dauer "unter einem Deckel" gehalten werden kann. Früher oder später siegt sie, wie jetzt am 24.Juni in den USA.
Die Wahrheit ist immer stärker als Lügengebäude. Es ist nun einmal die Wahrheit, dass mit der Abtreibung ein einmaliger, unverwechselbarer Mensch getötet wird. Ein Mensch, der von Gott schon einen Plan hatte, eine Aufgabe und besondere Talente dafür bekommen hat. Wie blind muss man sein, um dies nicht zu sehen.... Herr erbarme Dich aller, die nun in satanischer Art gegen die Wahrheit rebellieren. |  1
| | | | | Chris2 6. Juli 2022 | | | | Lieber @winthir Sowohl beim Marsch für das Leben (leider war ich nur 2x dort) wie auch bei der Demo für alle (v.a. Schutz von Kindern vor Ideologien und Indoktrination) bin ich sehr schnell auf engagierte Freikirchler gestoßen. Schon lange vorher hatte ich sehr beeindruckt Bibelabende bei einer Freikirche besucht, mich aber wegen aggressiver Abwerbeversuche (quasi: Komm zu uns, sonst Hölle) schnell wieder zurückgezogen.
Fazit: Engagierten, gläubigen, Freikirchlern fühle ich mich trotz aller theologischen Unterschiede näher als linken Aktivisten mit katholischen Taufschein - und seien es auch Bischöfe (/ Mietlinge / Wölfe), weil bei ihnen die Ausrichtung auf Gott unübersehbar ist.. |  0
| | | | | winthir 5. Juli 2022 | |  | "Der mutige Einsatz vieler Evangelikaler und Freikirchlicher" schrieb Chris2, hier.
Frage, Chris2: Kannst Du uns mit konkreten Informationen versorgen?
diese Frage einfach aus meinem persönlichem Interesse. Mein Großvater väterlicherseits war Gemeinschaftsprediger, einer meiner Schulfreunde war Baptist, ein Schulkollege war Pastor in der Heilsarmee ("der Pastor von St. Pauli"), dessen Vater, den ich auch kannte, Methodistenpastor war.
danke Dir,
sagt der winthir. |  0
| | | | | Chris2 5. Juli 2022 | | | | Sehr gut zusammengefasst Der mutige Einsatz vieler Evangelikaler und Freikirchlicher für das Leben der ungeborenen Kinder wird vor Gott gefallen finden und hoffentlich zum Samen der wahren Ökumene werden... |  1
| | |
Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net) kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen. | 
Mehr zu | 






Top-15meist-gelesen- Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
- „Wir werden erwartet“
- Leo XIV. drängt auf internationale Regeln für Künstliche Intelligenz
- Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um
- Papst dankt Mercedes für "100 Jahre Papamobil"
- „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
- Vatikan warnt vor ‚Extremismus‘ und ‚Spaltung‘ durch Knien beim Kommunionempfang
- Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
- „Die ‚Irish Times‘ hat den 3293. Artikel von jemandem veröffentlicht, der nicht mehr zur Messe geht“
- Ulf Poschardt warnt vor Islamismus: Erst sind die Synagogen dran, dann die Christen
- „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
- „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
- Papst Leo beantragte Briefwahl-Unterlagen für die Midterms - Papst hat tatsächlich gewählt!
- „Mit der Unterstützung meiner Schwiegereltern verließ ich eine nicht-sakramentale Beziehung“
- Drei Stunden im Fegefeuer
|