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26. Mai 2022 in Jugend, keine Lesermeinung
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Petrus ruft uns dazu auf, jedem Rede uns Antwort zu stehen, der nach der uns erfüllenden Hoffnung fragt – er ruft uns also dazu auf, Zeugnis für Jesus Christus abzulegen - Die Jugendkolumne von Victoria Samp


Krakau (kath.net)

Zuletzt bin ich auf ein wunderschönes Schreiben des Hl. Johannes Paul II getroffen – das Schreiben „Dilecti Amici“ an die Jugend von 1985. Und obwohl ich Zweifel habe, ob ich noch zu dieser Jugend gehöre und obwohl das Schreiben schon bald seinen 40-sten Geburtstag feiert, kann ich mit dem Inhalt erstaunlich viel anfangen!

Gleich zu Anfang zitiert der Papst aus dem Petrusbrief: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“ (1 Petr 3,15). Die Jugend und die Hoffnung stehen im engen Zusammenhang. Gerade, weil die älteren Generationen so viel Hoffnung auf uns setzen, sind sie manchmal so enttäuscht von uns. Die positive und optimistische Einstellung, die noch unzerstörte Ideale und der manchmal „naiv“ erscheinende Glaube an das Gute in der Welt zeichnen diese besondere Zeit aus, in der wir aus der Kindheit ins Erwachsenenleben übergehen. Diese Zeit ist eine wundervolle Gnadenzeit, in der wir erste wichtige Lebensentscheidungen treffen und erfahren, dass wir nicht nur passiv alles so hinnehmen müssen, wie es ist, aber real Einfluss auf unsere Umgebung haben können. Ist das nicht genial?! Wenn wir uns bewusst werden, dass wir diejenigen sind, die die Zukunft gestalten, dass wirklich jeder von uns Einfluss darauf haben kann, wie die Welt und unser Leben und Zusammenleben aussehen, dann kann man nicht mehr gleichgültig sein. Es liegt in unserer Verantwortung, die Welt mitzugestalten. Wir können Einfluss darauf haben, in was für einer Welt unsere Kinder und die nächsten Generationen aufwachsen werden.

Petrus ruft uns dazu auf, jedem Rede uns Antwort zu stehen, der nach der uns erfüllenden Hoffnung fragt – er ruft uns also dazu auf, Zeugnis für Jesus Christus abzulegen. Wie in der Geschichte des reichen Jünglings (vgl. z.B. Mk 10), suchen wir in der Zeit unserer Jugend nach Idealen, Vorbildern, nach Anweisungen und Wegweisern, die uns sagen, wie wir das ewige Leben gewinnen. Die Antwort Jesu ist eine – „Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge Mir nach!“ (Mk 10, 21). Jesus sagt zudem auch „Niemand ist gut außer Gott, dem Einen.“ (Mk 10, 18). Die Aufgabe von uns, jungen Leuten, ist also eine: Alles auf Gott setzen! Und bereit sein, ein Zeugnis der Hoffnung abzulegen.

Bald, am 1.06. begehen wir den Welt-Kindertag. Und obwohl die meisten von uns schon längst aus dem Kindesalter herausgewachsen sind, fehlt uns manchmal das Bewusstsein darüber, dass wir auf dieser Erde eine konkrete, unersetzbare, einmalige und einzigartige Aufgabe erfüllen und diese Welt mitgestalten sollen. Ich denke auch, es ist keine Schande, im Leben erfolgreich zu sein, Karriere zu machen und ein gute Position einzunehmen. Es ist auch keine Schande, einen bescheidenen Weg einzuschlagen. Wenn wir ein gut geformtes Gewissen und ein Gott abgegebenes Herz haben, wenn wir auf unser Leben und unsere Talente als Geschenke schauen, wird unser Leben nur zum Wohle der Menschheit dienen und wir werden wirklich Zeugnis ablegen können. Wir selber müssen aber auch zur vollkommenen Liebe reifen. Vergeuden wir diese wunderbare Gnadenzeit der Jugend nicht!


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