SucheSuchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln: 



Top-15meist-diskutiert- „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
- Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
- These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
- Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
- Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
- „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
- Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
- Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
- Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
- Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
- Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
- Die Stunde der Heuchler
- Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
- Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
- USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
| 
Was ist christlich-sozial? Debatte um Rhonheimer-Position geht weiter17. Jänner 2021 in Schweiz, 5 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Schweizer Philosoph und Priester wehrt sich in Offenem Brief gegen Vorwürfe, er verfolge eine neoliberale Position, die mit der katholischen Soziallehre unvereinbar sei.
Wien (kath.net/ KAP)
Was ist christlich-soziale Politik? Und lässt sich aus den Prinzipien der katholischen Soziallehre eine eindeutige sozialpolitische Haltung destillieren? Über diese Frage wurde zuletzt bei einer Expertenrunde Ende Dezember ausgehend vom Band "Christlich-soziale Signaturen. Grundlagen einer politischen Debatte" diskutiert. Kritisiert wurde dabei u.a. die Position des Schweizer Moralphilosophen und Priesters Martin Rhonheimer. Die Wiener Sozialethikerin Ingeborg Gabriel warf ihm dabei etwa vor, Sozialpolitik für kontraproduktiv und Recht bzw. Gerechtigkeit für unsinnige Kategorien zu halten und eine mit der katholischen Soziallehre unvereinbare Position einzunehmen. In einem Offenen Brief wehrt sich Rhonheimer nun gegen die Vorwürfe und wirft Gabriel seinerseits Unkenntnis und einen Verstoß gegen den "Kanon einer christlichen Gesprächskultur" vor. 
Er fühle sich in der Darstellung seiner Position durch Gabriel sowie durch den ebenfalls an der Expertenrunde beteiligten Salzburger Philosophen Emmanuel J. Bauer missverstanden, monierte Rhonheimer, der dadurch zugleich eine "Schädigung meines akademischen und innerkirchlichen Rufes" fürchte. Er halte nämlich Sozialpolitik keinesfalls für "kontraproduktiv", sondern plädiere letztlich für deren "solide und ökonomisch nüchterne wirtschaftspolitische Fundierung". Kontraproduktiv sei Sozialpolitik nur dann, wenn sie die falschen Anreize schaffe und Menschen in dauerhafte Abhängigkeit von staatlichen Leistungen halte, so der Präsident des "Austrian Institute of Economics and Social Philosophy".
Auch vertrete er keineswegs die Position, der Markt würde keine Regeln benötigen - tatsächlich brauche der Markt einen klaren Ordnungsrahmen. Für schädlich und letztlich "unsozial" erachte er jedoch in der Tat Eingriffe, die einen fairen Wettbewerb verzerren würden. Gerechtigkeit sei eine wichtige Kategorie jeder freien Marktwirtschaft, diese drohe jedoch zu einer Art "normativen Willkür" zu werden, wo sie als "soziale Gerechtigkeit im Sinne von Verteilungsgrechtigkeit" verstanden werde. In diesem Gerechtigkeits-Verständnis sehe er sich überdies im Einvernehmen mit der Tradition der katholischen Soziallehre bis hin zu Papst Franziskus selbst, so Rhonheimer, da eben dies dem Subsidiaritätsprinzip entspreche.
Rhonheimer bezieht sich in seinem über die Website des "Austrian Institute of Economics and Social Philosophy" jetzt abrufbaren Offenen Brief auf eine Expertenrunde vom 27. Dezember 2020, an der fünf Autoren des von der Politischen Akademie der ÖVP herausgegebenen Buches "Christlich-soziale Signaturen. Grundlagen einer politischen Debatte" teilgenommen hatten - darunter der "Kurier"-Journalist und Moderator der Runde, Rudolf Mitlöhner, der Wiener Moraltheologe und Medizinehtiker Matthias Beck, die Sozialethikerin Ingeborg Gabriel, der Salzburger Philosoph Emmanuel J. Bauer sowie die Präsidentin der Politischen Akademie und Herausgeberin des Buches, Bettina Rausch. Rhonheimer hatte zu dem Band einen Beitrag beigesteuert, selber aber nicht an der Diskussion teilgenommen.
Wortlaut des Offenen Briefes
Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

Lesermeinungen| | Aszendent 19. Jänner 2021 | | | | Kapitalismus, ein Feindbild für die Kirchen Unter diesem Titel kam ein ziemlich ausgewogener Sammelband im vorletzten Jahr heraus, worin Ronheimer seinen Ansatz ziemlich ausführlich darlegt. Und im Unterschied zur Veranstaltung ist das ganze Buch eine sehr ausgewogene Diskussionüber das Thema, vor allem weil sich nicht nur Geisteswissenschafter, sondern auch Akteure aus der freien Wirtschaft äussern.
Manchmal braucht es eben doch die Zeit für ein ganzes Buch, um in Ruhe sich mit anspruchsvollen Argumentationen und wichtigen Differenzierungen auseinandersetzen zu können. |  1
| | | | | Stefan Fleischer 18. Jänner 2021 | |  | @ ecclesiam Ja, es ist viel einfacher, mit fremdem Geld Nächtenliebe zu üben, als mit dem eigenen. |  1
| | | | | Konrad Georg 17. Jänner 2021 | | | | Spielt hier eher das Gefühl gegen die Gerechtigkeit? Ich habe an der Position Martin Rhonheimers nichts auszusetzen, denn katholisch ist logisch. Er hat ja nicht einmal gefordert: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen."
Das Gegenteil von sozialer Gerechtigkeit haben wir bereits. |  0
| | | | | ecclesiam 17. Jänner 2021 | | | | Martin Rhonheimer ist sozialer als Ingeborg Gabriel Martin Rhonheimer ist sozialer, als all die sogenannten "Sozialexperten".
Man kann nur mit Geld sozial sein, das auch verdient wurde. Soziale Aktivität ohne erwirtschaftetes Geld (das heisst Schulden machen) kollabiert irgendwann.
Dieses Experiment ist 1989 gescheitert. Wer das immer noch nicht begriffen hat, lädt Schuld auf sich. |  3
| | | | | Fink 17. Jänner 2021 | | | | Hat die Kirche ein gestörtes Verhältnis zur Marktwirtschaft ? Zu dieser Frage ist in der letzten Tagespost ein lesenswerter Artikel erschienen. Siehe Link. www.die-tagespost.de/politik/wirtschaft/im-namen-gottes-und-des-profits;art314,215135 |  0
| | |
Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net) kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen. | 
Mehr zuSoziales- Papst Franziskus: ‚Black Lives Matter’-Demonstranten wie kollektive Samariter
- Benediktiner-Abt: Grundeinkommen humanitäre und soziale Apokalypse
- Salzburg: Bettler attackieren Pater vor Kirche
- Kraft der Stille - Gegen eine Diktatur des Lärms
- Umfrage: Deutlich mehr Zustimmung für Rotes Kreuz als für Caritas
- CDU-Politiker kritisiert Sozialwort der Kirchen
- Arme Hunde, reiche Schweine und unser soziales Verhalten.
- Bremer CDU-Politikerin kritisiert Sozialinitiative der Kirchen
- "Dieser Trip hat mich verändert und mich inspiriert"
- Erzbischof Müller gegen Rückzug der Kirche aus Krankenhauswesen
| 





Top-15meist-gelesen- ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
- „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
- Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
- Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
- Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
- Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
- Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
- Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
- Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
- „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
- Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
- Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
- These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
- "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“
- Die Stunde der Heuchler
|