Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  4. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  5. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  6. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  7. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  8. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  9. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  10. Jeder zweite Deutsche wünscht sich ein Leben nach dem Tod
  11. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  12. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  13. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  14. Vatikan stoppt Seligsprechungsverfahren für argentinischen Bischof Jorge Novak
  15. Glaubensbekenntnis vor Millionenpublikum: Spanische Fashion-Influencerin Susana Arcocha getauft

Künftig härtere Strafen für Sexualverbrechen in Polen

16. Mai 2019 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ankündigung von Ministerpräsident Morawiecki im Zusammenhang mit großer gesellschaftlicher und politischer Debatte, die neuer Dokumentarfilm über Missbrauchsfälle in der Kirche ausgelöst hat


Warschau (kath.net/KAP) Die polnische Regierung hat härtere Strafen für Sexualverbrechen angekündigt. Die Vergewaltigung eines Kindes solle künftig mit bis zu 30 Jahren Gefängnis bestraft werden, kündigte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki nach Angaben der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) auf einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung in Warschau an. Bisher lag die Höchststrafe bei 25 Jahren. Die Mindeststrafe will die Regierung zudem auf acht Jahre Haft anheben, bei anderen Missbrauchstaten mit besonderer Grausamkeit auf fünf Jahre.

Die Ankündigung des Regierungschefs steht im Zusammenhang mit der großen gesellschaftlichen und politischen Debatte, die der neue Dokumentarfilm "Nur sag es niemandem" des Regisseurs Tomasz Sekielski über sexuellen Kindesmissbrauch durch Geistliche ausgelöst hat. In ihr konfrontieren Betroffene ihre ehemaligen Peiniger mit deren Taten. Die am Samstag im Internet veröffentlichte Doku wurde auf der Videoplattform YouTube seither millionenfach geklickt.

Eine von der Opposition geforderte parlamentarische Untersuchungskommission für Missbrauchsfälle in der Kirche lehnte Ministerpräsident Morawiecki am Dienstag ab: "Wir sehen nicht, dass die Einberufung eines Ausschusses notwendig ist." Er verwies darauf, dass Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro schon tags zuvor eine eigens gebildete Gruppe von Staatsanwälten mit der Analyse der Missbrauchsfälle beauftragt habe, die in dem Film geschildert werden.


Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, kündigte unterdessen für 22. Mai eine Sitzung des Ständigen Rats der Bischofskonferenz an. Hauptthema der Beratungen in Warschau würden dabei weitere Maßnahmen der Kirche in Polen zum Schutz von Minderjährigen sein, so der Erzbischof von Posen.

Gadecki hatte sich namens der Bischofskonferenz schon unmittelbar nach Veröffentlichung des Dokumentarfilms in einer schriftlichen Stellungnahme bei allen Opfern entschuldigt und auch dem Filmemacher für dessen Arbeit gedankt. "Bewegt und traurig" habe er sich Sekielskis Dokumentation angeschaut. Der Grundtenor des Films decke sich mit seinen Erfahrungen, die er in vielen Gesprächen mit Geschädigten gewonnen habe, sagte Gadecki. Die Doku werde zur genauen Einhaltung der Richtlinien für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Kirche beitragen.

Der für den Kinderschutz in der Kirche zuständige polnische Primas, Erzbischof Wojciech Polak, äußerte sich in einem eigenen Video "tief betroffen" von den Schilderungen in dem Film: "Ich danke allen, die den Mut haben, von ihrem Leid zu erzählen." Er entschuldige sich für jede von Kirchenmitarbeitern zugefügte "Wunde".

Schon im vergangenen Herbst hatte der Kino-Film "Kler" ("Klerus") in Polen eine massive Debatte über das Tabuthema Missbrauch durch Priester und den Einfluss der Kirche in Politik und Gesellschaft ausgelöst. Es gebe unter den Bischöfen den klaren Willen gegen derartige "Sünden und Verbrechen" mit konkreten Handlungsschritten anzukämpfen, heiß es damals in einer Bischofskonferenz-Erklärung. Jedem Hinweis auf mögliche Straftaten solle nachgegangen werde und im Falle der Bestätigung von Verdachtsmomenten "der Heilige Stuhl und die Staatsanwaltschaft informiert" werden.

Kirchliche Präventionssysteme müssen künftig stärker als bisher wirksam werden, betonten die Bischofskonferenz-Verantwortlichen schon im Vorjahr. Unter anderem verwiesen sie auf das seit 2014 bestehende kirchliche Kinderschutz-Zentrum. In allen Diözesen gebe es Missbrauchsbeauftragte an die sich Betroffene wenden könnten. Das Kinderschutz-Zentrum organisiere auch Schulungen für den Diözesan- und Ordensklerus, die durch Bewusstseinsbildung präventiv dazu beitragen sollen, Kinder und Jugendliche vor sexuellem Missbrauch zu schützen.

Ende März 2019 machte die Bischofskonferenz auch erstmals offizielle Angaben zum Ausmaß der sexualisierten Gewalt von Geistlichen gegen Kinder und Jugendliche in der Kirche in Polen. Zwischen zwischen 1990 und Juni 2018 seien entsprechende Missbrauchsvorwürfe gegen 382 Priester und männliche wie weibliche Ordensleute gemeldet worden, hieß es. Von den 625 mutmaßlichen Opfern seien 345 unter 15 Jahre alt gewesen. Darunter seien auch "unbestätigte Opfer".

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Polen

  1. Polnisch ist jetzt offiziell eine der sieben Hauptsprachen des Vatikans
  2. Kardinal Müller: „Von Anfang an ist Radio Maryja zu einer Stimme in dieser modernen Wüste geworden“
  3. Polnische Bischofskonferenz: „Wir appellieren um Respekt vor dem hl. Johannes Paul II.“
  4. Bischof Bertram Meier sieht die Versöhnung mit Polen auf einem guten Weg
  5. Papst entscheidet: Neun polnische Märtyrer der NS-Zeit werden seliggesprochen
  6. Polen: Die Orthodoxe Kirche sprach Märtyrer von Katyn heilig
  7. Polen ist 2025 das Land mit den meisten Priesterweihen in Europa
  8. Polnischer Präsidentschaftskandidat gegen Abtreibung auch bei Vergewaltigung
  9. Polens Regierung startet Angriff auf den Religionsunterricht
  10. Polen bleibt Pro-Life







Top-15

meist-gelesen

  1. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  2. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  3. So nicht, Mr. Präsident!
  4. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  5. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  6. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  7. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  8. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  9. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  10. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  11. Visitation im Stift Heiligenkreuz abgeschlossen
  12. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  13. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  14. Gleichgültigkeit und Dekadenz – Die größte Hoffnung für iranische und russische Diktatoren
  15. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz