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Kirche in Polen kritisiert staatliche Missbrauchskommission

31. Juli 2021 in Chronik, keine Lesermeinung
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Kinderschutzbeauftragter der Bischofskonferenz weist Vorwurf mangelnder Kooperationsbereitschaft zurück.


Warschau (kath.net/ KAP)

Die katholische Kirche in Polen hat die staatliche Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch kritisiert. Der Büroleiter des Kinderschutzbeauftragten der Bischofskonferenz, Piotr Studnicki, warf der Kommission am Donnerstag vor, ein falsches Bild vom Ausmaß sexualisierter Gewalt durch Priester zu vermitteln und der Kirche zu Unrecht mangelnde Kooperationsbereitschaft zu unterstellen. Vertreter der Kommission würden die Öffentlichkeit diesbezüglich "täuschen".

Die seit November tätige Aufarbeitungskommission hatte in ihrem am Montag veröffentlichten ersten Bericht geschrieben, in rund 30 Prozent der Missbrauchsfälle, die ihr gemeldet oder von ihr selbst bisher aufgenommen wurden, sei der Beschuldigte ein Geistlicher. Studnicki betonte, dieser Prozentsatz werde aber durch keine Untersuchung für die gesamte Gesellschaft betätigt. Vielmehr seien laut der Forschung Geistliche für rund ein Prozent aller Straftaten in Zusammenhang mit sexuellem Kindesmissbrauch verantwortlich. Die Kommission stellte bei einer eigenen Auswertung von Gerichtsakten von Strafprozessen aus der Zeit von Mitte 2017 bis Ende 2020 selbst fest, dass unter den rechtskräftigen verurteilten 265 Tätern zwei Priester waren. Diese Analyse ist auch im Bericht enthalten.


Laut Studnicki habe die Kirche der Kommission bereits im Mai angeboten, ausführliche statistische Daten zu übergeben. Diese Initiative sei allerdings seinerzeit nicht auf Interesse gestoßen. Man sei auch bereit gewesen, mit der Kommission in Hinblick auf Kirchenakten zusammenzuarbeiten. Das müsse jedoch im Rahmen der Gesetze geschehen und auf einer klaren Rechtsgrundlage beruhen. Das Gesetz über die Aufarbeitungskommission verpflichte aber nur Gerichte und Staatsanwaltschaften zur Übergabe der erforderlichen Unterlagen aus ihren Fallakten, nicht jedoch Religionsgemeinschaften.

Der Priester Studnicki leitet das Büro des Verantwortlichen der Bischofskonferenz für den Schutz von Kindern und Jugendlichen, Erzbischof Wojciech Polak von Gnesen (Gniezno). Die staatliche Aufarbeitungskommission erfasst seit November Fälle von Missbrauch von Kindern unter 15 Jahren. Sie soll unter anderem Vorschläge für einen besseren Schutz von Minderjährigen machen, hat aber keine Ermittlungsbefugnisse wie Staatsanwaltschaften.

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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