Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  2. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  3. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  4. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  5. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  6. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  7. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  8. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  9. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  10. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  11. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  12. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  13. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  14. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  15. Leere der kirchlichen Lehre

US-Theologe Weigel sieht neue Dreyfus-Affäre

9. März 2019 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


«Atmosphäre der öffentlichen Hysterie» in der Sache George Kardinal Pell beeinflusste die Rechtssprechung.


Washington-Melbourne (kath.net/ KAP)
Die Verurteilung von Kardinal Pell auf Basis der Aussage eines einzigen Opfers hat nicht nur in Australien zu kontroversen Diskussionen geführt. Einige Kommentatoren kritisierten den Schuldspruch als eklatantes Fehlurteil und reklamierten Pells Unschuld. Dabei versuchten sie zum Teil, ausführlich zu erklären, warum es gar nicht zu Übergriffen gekommen sein könne.

Der bekannte US-Theologe und Publizist George Weigel schrieb in einem Kommentar für die Wochenzeitung "Denver Catholic" (Sonntag), die Verurteilung Pells wegen "historischen sexuellen Missbrauchs" sei die "Dreyfus-Affäre dieser Generation", so der Autor unter Bezugnahme auf den vorurteilsgeleiteten Prozess gegen den jüdischen französischen General in den 1890er-Jahren.


Vorurteile begleiteten nach Meinung Weigels auch den Pell-Prozess: "Seitdem diese Anklage vor anderthalb Jahren erhoben wurde, umgibt eine Atmosphäre der öffentlichen Hysterie, die vom säkularistischen Antikatholizismus angeheizt wird, den Fall. Diese Hysterie wurde durch die weltweite katholische Krise aufgrund des sexuellen Missbrauchs verstärkt, obwohl Kardinal Pell der führende australische Bischof war, der gegen Missbrauch vorging", so der Theologe wörtlich.

Es sei deshalb "unvorstellbar, dass diese Dreyfus-ähnliche öffentliche Atmosphäre die beiden Prozesse Pells nicht verzerrt hat". Obwohl die Gerichtsverhandlungen unter dem australischem "Medien-Blackout" stattgefunden hätten, seien "Irrationalität und Gift, angeheizt durch mediale Befangenheit", bereits zuvor erfolgreich gewesen.

Weigel erinnert an Nachberichte über die erste Geschworenenverhandlung des Kardinals im vergangenen Herbst, die mit einem 10 zu 2 für Freispruch geendet haben sollen. "Der zweite Prozess endete aber erstaunlicherweise mit einem 12 zu 0 für den Schuldspruch". Dies sei geschehen - so Weigel -, "obwohl die Aussagen des Anklägers von niemandem bestätigt wurden; obwohl die polizeiliche Inkompetenz bei der Untersuchung des mutmaßlichen Tatortes vollständig demonstriert wurde; und obwohl die Verteidigung des Kardinals gezeigt hat, dass zeitgleich zehn völlig unplausible Dinge in einem sorgfältig bewachten Raum an der Melbourner St. Mary's Cathedral hätten stattfinden müssen, damit die Anklage auch der Wahrheit entsprechen hätte können".

Kardinal Pell, der jetzt im Gefängnis sitze und auf die Neuaufrollung des Verfahrens gegen ihn warte, werde jedenfalls gegen die "ungerechtfertigte und ungerechte Verurteilung Einspruch erheben", zeigte sich Weigel überzeugt. Zu hoffen sei, dass die Berufungsjury der Ansicht sein werde, Pells Verurteilung sei "das, was das australische Recht als 'ungesichertes Urteil' bezeichnet", also als " eine Entscheidung, die die Jury nicht rein auf Vernunftbasis getroffen haben konnte".

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Pell

  1. ‚Dieses Pontifikat ... eine Katastrophe’ – Franziskus-kritische Denkschrift von Kardinal Pell
  2. Pell unmittelbar vor seinem Tod: Die Kirche muss sich von diesem ‚toxischen Albtraum’ befreien
  3. Kardinal Pell zum Synodalen Weg: Papst wird eingreifen und Schisma verhindern
  4. Kardinal Pell: Deutsche Bischöfe haben die Pflicht, die Lehre der Kirche zu verkünden
  5. Kardinal Pell: Anhaltspunkte, aber keine Beweise für vatikanische Intrige
  6. ‚Dem Vatikan droht eine langsame Pleite’ – Kardinal Pell
  7. ‚Prison Journal’ – die Bulldogge und ein katholischer ‚Haka’
  8. "Ich danke Ihnen für Ihr Zeugnis!"
  9. Eine finstere Affäre, befeuert von Gerüchten
  10. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Primat in Synodalität – Synodalität in Communio
  4. Altabt bei Jugendfestival: Jesus als Vorbild für gelebte Liebe nehmen
  5. Leo XIV.: „Ihre Anwesenheit ist ein leuchtendes Zeugnis für die ungeschuldete Zuwendung Gottes“
  6. Neue Kirche "Heilig Kreuz" in Selfoss eingeweiht: Meilenstein für die katholische Kirche Islands
  7. Papst würdigt „berühmten Hymnus ‚Lead, Kindly Light‘ (Führ, liebes Licht)“ des hl. John Henry Newman
  8. Aus Finanzgründen vermietet Church of England ihre Kathedralen für moderne Musik- und Discoevents
  9. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  10. Maria, die Mutter des Friedens
  11. Leere der kirchlichen Lehre
  12. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  13. Debatte um (politischen) Islam: Österreichische Ministerin für Verbot von Muslimbruderschaft
  14. Vergebung kennt keine Grenze
  15. Zwei muslimische Feiertage könnten bald in Kalifornien staatlich anerkannt werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz