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Bischof Glettler: Es sollte jährlich „52 Wochen für das Leben geben“

8. Juni 2018 in Prolife, keine Lesermeinung
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Deutscher Moraltheologe Schockenhoff: Das menschliche Leben beginnt mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, damit beginne auch die Schutzwürdigkeit dieses menschlichen Wesens.


Innsbruck (kath.net/pdi) Im Rahmen der „Woche für das Leben“ lud die Diözese Innsbruck am 5. Juni zu einem Ethikforum über den Beginn des menschlichen Lebens ins Haus der Begegnung in Innsbruck. In seiner Begrüßung meinte Bischof Hermann Glettler, dass es im Jahreslauf nicht nur eine, sondern „52 Wochen für das Leben geben soll.“ Liebe zum Leben, so Glettler, sei "immer umsonst, gratis, zweckfrei, absichtslos und zuvorkommend", die Liebe sei in diesem Sinne stets ein Geschenk.

Für den Moraltheologen Univ.-Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff vom Institut für Moraltheologie an der Albert-Ludwins-Universität in Freiburg (D) beginnt das menschliche Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle. Damit beginne auch die Schutzwürdigkeit dieses menschlichen Wesens. Zwei Grundregeln stehen für Schockenhoff bei allen Überlegungen zum Thema fest: „Erstens, wir entscheiden über die Lebensfähigkeit eines anderen Wesens. Wir müssen dabei, auch aus Gründen der Fairness, immer die Perspektive des Embryos einnehmen". Zweitens dürften "Entscheidungen unter Risiko nicht zu Lasten des menschlichen Wesens getroffen werden, sondern immer zugunsten des Lebens.“ Leben sei nicht nur ein hohes Gut, sondern Das fundamentale Gut schlechthin. Leben könne nicht teilweise eingeschränkt werden, es gehe dabei um Sein oder Nicht-Sein und nicht nur um eine gewisse zumutbare Einschränkung.


Über konkrete Fortschritte im Bereich der Reproduktionsmedizin berichtete die Direktorin der Univ.-Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin in Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Bettina Toth. Als konkretes Beispiel berichtete sie über den Fall einer Frau mit Krebsdiagnose, welcher durch reproduktionsmedizinische Unterstützung ihr Kinderwunsch erfüllt werden konnte.

In ihrer täglichen Arbeit mit den Fragen des Lebensbeginns und der Lebensfähigkeit konfrontiert ist die Direktorin der Universitätsklinik für Pädiatrie II (Neonatologie) in Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Ursula Kiechl-Kohlendorfer. Dabei sei das sorgsame Abwägen und Bewertung medizinischer Indikatoren bei drohender Frühgeburt für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Kichl-Kohlendorfer: „Die individuell zu treffenden Entscheidungen im Zusammenwirken mit den Eltern haben dabei immer einen klaren Fokus: Was ist das Beste für das Kind.“

In der anschließenden Podiumsdiskussion, die von der Chefredakteurin der Zeitschrift "Welt der Frauen", Dr. Christine Haiden, moderiert wurde, wurden vor allem die Überschneidungen, aber auch die Unterschiede zwischen medizinischem und theologisch-ethischem Standpunkt über die Frage des Lebensbeginns hinterfragt. Dabei wurde auch deutlich, dass viele Menschen den Wunsch nach einem besseren Zugang zu Beratung und Information haben.

Das Ethikforum wurde von der Abteilung Familie und Lebensbegleitung und dem Frauenreferat der Diözese Innsbruck, dem Katholischen Bildungswerk Tirol, dem FH-Bachelor-Studiengang Hebamme des fhg-Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol, dem Institut für systematische Theologie und der Forschungsgruppe "Sophia forscht" veranstaltet.


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