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So dann doch nicht

20. April 2018 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
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Die Entwicklung um die Interkommunion für evangelische Ehepartner ist ein exzellentes Beispiel kirchlicher Desinformationspolitik - Ein Faszinosum ist auch das Dementi der DBK–Pressestelle. Von Peter Winnemöller


Bonn (kath.net/Blog katholon/pw) Mittwochnachmittag platzte die Bombe. Der Papst lehnt die Handreichung der DBK zur Interkommunion ab. kath.net, das größte katholische Internetportal im deutschsprachigen Raum hatte die Nachricht in Rom ausgegraben. Kurze Zeit später bestätigte „CNA Deutsch“ die Meldung, nachdem sich die Agentur bei eigenen Quellen in Rom rückversichert hatte.

Später ging eine Meldung bei der „Katholischen Nachrichtenagentur“ (KNA) über den Ticker, dass die DBK alles dementiere. Eine Ablehnung der Handreichung sei nicht bekannt, ließ der Pressesprecher der DBK, Matthias Kopp, verlauten. Kardinal Marx habe die Handreichung nicht an den Vatikan geschickt, geht es weiter im Dementi. Der entsprechende Entwurf werde laut DBK-Pressestelle noch überarbeitet. Man könne die von kath.net gemachten Angaben nicht bestätigen, sie seien nicht schlüssig.

Donnerstagmorgen titelte dann der stets gut informierte Vatikanist Edward Pentin: „Vatican Rejects German Bishops’ Intercommunion Proposal“. Es gebe, so Pentin, ein ablehnendes Antwortschreiben aus der Glaubenskongregation, das von Papst Franziskus gebilligt sei. Der Papst habe jedoch angeordnet, das Schreiben sei nicht zu veröffentlichen.


Inhaltlich, so wird derzeit von den meisten Berichterstattern angenommen, handele es sich nicht um eine komplette Ablehnung, sondern um die Aufforderung bestimmte Punkte zu verändern. Was genau wird man wohl derzeit nicht in Erfahrung bringen können.

Aktueller Stand – alles nicht und doch ganz anders

Damit geht ein abendfüllender Krimi nun seinem einstweiligen Ende entgegen. Es ist ein exzellentes Beispiel kirchlicher Desinformationspolitik. Erst kürzlich tat sich der Vatikan mit einer Veröffentlichung eines gekürzten – und damit verfälschten – Briefes von Papst em. Benedikt XVI. hervor. Im aktuellen Fall wird Schweigen angeordnet. Diese Auffassung von Transparenz, die hier letztendlich von „Reformpapst Franziskus“ zu verantworten ist, ist erschreckend. Man will den Gläubigen offensichtlich nicht die ganze Wahrheit zumuten.

Ein Faszinosum ist auch das Dementi der DBK–Pressestelle am Mittwochabend. Man konnte anschließend beruhigt mit zwei Feststellungen schlafen gehen.

- An der Nachricht von der Ablehnung aus Rom ist was dran.
- Die Art und Formulierung des Dementis ließ unmittelbar eine doch recht eindeutig identifizierbare Nickeligkeit gegenüber kath.net durchschimmern.

Zum ersten Punkt kann man sagen: Es ist gut zu wissen, dass das, was die Mehrheit der DBK geplant hatte, nicht gehen wird. Vorbei ist es nicht. Niemand mache sich Illusionen, dass das Thema Interkommunion (in jeglicher Variante) damit vom Tisch sei. Es ist ohnehin ein Wiedergänger, der gerade die günstige Gelegenheit suchte und nun auf die nächste warten wird.

Der Trick hinter all den Bestrebungen ist ein alter Bekannter. Man ändert angeblich nicht die Lehre, man ändert nur die Pastoral. Es ist der Trick des II. Vatikanischen Konzils, also nicht des Konzils selber, sondern des „Geist des Konzils“. Das ist jenes kirchengeschichtliche Spukphänomen, welches uns suggeriert, man ändere ja nur die Pastoral. Der Geist des Konzils ist identisch mit dem Geist von Amoris laetitia. Und es ist identisch mit jenem Trick der geplanten und vorläufig von Rom gestoppten Handreichung zur Interkommunion von gemischtkonfessionellen Ehepaaren.

Zum zweiten Punkt muss man einfach sagen, dass manche Dinge sich wohl nie ändern werden. Nach wie vor ist und bleibt kath.net das meistgelesene katholische Nachrichtenportal im deutschsprachigen Raum. Der Markt bestimmt das und nicht die pekuniäre Macht des VDD und seiner Tochterunternehmen. Diese Nickeligkeit nervt. Eine Änderung wird aber noch etwas auf sich warten lassen.

Ansonsten muss man einfach dankbar über die Konkurrenzsituation sein. Man stelle sich vor, das umstrittene Portal aus Bonn, welches sich im Besitz einer 100%-Tochter des VDD befindet, wäre tatsächlich der Meinungsführer darin, was katholisch ist.

Dann doch lieber kath.net.

Archivfoto Peter Winnemöller




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Lesermeinungen

 lesa 20. April 2018 

Und selbst wenn kath.net als kleiner David gegen den nebligen Goliath antreten müsste, wäre es stärker...


10
 
 wedlerg 20. April 2018 
 

Herr Kopp hat die Wahrheit "hochgehalten" wie Herr Hagenkord

Semantische Tricks des Herrn Kopp sind die Sahen auf das üble Spiel der DKB in dieser Angelegenheit. Es geht viel kaputt in einer Zeit, da kircheneigene Medien nicht mehr Wahrheit und Evangelium hochhalten, sondern politisch taktische Spielchen spielen, um Ziele durchzusetzen, die dem Glauben schaden.

Wer das Kreuz ablegt, gewinnt am Ende nie!


11
 
 Selene 20. April 2018 
 

Das altbekannte Verwirrspiel

Man schafft zunächst Unklarheit mit Interpretationsspielraum, lässt sowohl die einfachen Katholiken als auch die Theologen miteinander streiten, dass die Fetzen fliegen und wird dann wahrscheinlich irgendwann eine Veröffentlichung starten, die Klarheit bringen soll aber so formuliert ist, dass die Unklarheit noch größer wird.


12
 
  20. April 2018 
 

Trickserei

Bei Kardinal Marx muss schon ordentlich Feuer unter dem Allerwärtesten sein, wenn sein DBK-Apparat zu solchen Mitteln greifen muss. Eine Schande!


14
 

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