Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  5. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  6. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  7. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  8. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  11. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  12. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  13. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  14. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  15. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg

Hirtenbriefphlegma

19. Februar 2018 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Die Bistümer stellen die Hirtenbriefe online. Das ist gut und richtig so. Das könnte den Wettbewerb der Hirten, am ersten Fastensonntag doch bitte Qualität abzuliefern, durchaus steigern.“ - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net/pw)
Jetzt fliegen die Briefe wieder tief. Die Hirten schreiben den Schafen. Es ist erster Fastensonntag, da lassen wir alle in der Sonntagsmesse mehr oder weniger phlegmatisch den allfälligen Hirtenbrief über uns ergehen. Selbst den Klerus erfreut der Brief des Bischofs oft nur deshalb, weil die Predigt ausfällt. Wie hoch die Begeisterung geht, zeigte in einem kleinen Dorf in Westfalen am Morgen des ersten Fastensonntages die Aufforderung an die Kinder, während der Verlesung des Hirtenbriefes im Gotteslob die Nummer eines Liedes zu ermitteln. Die gepflegte Langeweile, die sich ausbreitet, wenn der Pfarrer predigt, steigt ins unermessliche, wenn selbiger den Hirtenbrief verliest.

Da fragt man sich nach der Messe, was denn wohl bleibt von der Arbeit, die sich der Bischof – zumeist mit einem Team von Fachleuten – mit dem Hirtenbrief gemacht hat. Ein Echo in der Presse gibt es dann doch ab und an noch. Der Hirtenbrief des jeweiligen Vorsitzenden des DBK findet vielleicht noch den Weg in die Abendnachrichten und ist eine Agenturmeldung wert. Ansonsten ist die Resonanz, die die Schreiben der Hirten auslösen, minimal. Gerade einmal die zehn Prozent der Katholiken, die am Sonntag in die Messe gehen, kommen überhaupt damit in Kontakt. Von diesen wird vielleicht eine Minderheit nur einen Gedanken mit nach Hause nehmen. Am Ausgang der Kirche ist zuweilen das Ergebnis der örtlichen Fußballmannschaft wichtiger als der gerade gehörte Hirtenbrief. Dazu kommt noch, dass sich die Hörgewohnheiten geändert haben. Viele Menschen können einen längeren vorgelesenen Text nicht aufnehmen.


Ganz zu Unrecht mag das Desinteresse im einen oder anderen Falle nicht sein. Manch ein Schreiben kam in der Vergangenheit doch mit einer dramatischen Plattheit daher. Auf der anderen Seite sind dagegen viele, sehr viele dieser Briefe wahre Kleinode an geistlicher Unterweisung. Wann gewähren Bischöfe denn mal einen Einblick in ihr Seelenleben? In seinem diesjährigen Hirtenbrief gibt der Erzbischof von Paderborn, Hans-Josef Becker ein beeindruckendes Zeugnis davon, was die Eucharistie für ihn persönlich bedeutet. Kardinal Marx fordert zu Anstrengungen in der Evangelisierung auf. Bischof Hanke ruft zur Umkehr auf und nimmt aktuelle Anlässe aus seinem Bistum als Beispiele. Bischof Stefan Oster stellt Jesus als den Retter und den Glauben als eine Beziehung zu ihm in den Mittelpunkt. Das sind nur einige Beispiele.

Die Bistümer stellen die Hirtenbriefe online. Das ist gut und richtig so. Das könnte den Wettbewerb der Hirten, am ersten Fastensonntag doch bitte Qualität abzuliefern, durchaus steigern.

Wäre da nicht dieses gähnende Phlegma der Schafe. Das ist ärgerlich. Die Leser von kath.net mal ausdrücklich ausgenommen, denn kath.net dokumentiert viele Hirtenbriefe. Doch es glänzen die Katholiken mehrheitlich mit einer geradezu beeindruckenden Trägheit, was die Resonanz auf Hirtenbriefe angeht. Natürlich sind die Worte der Hirten klare Top-down-Botschaften. Da gibt es nichts zu diskutieren. Man nimmt sie hin und gut. Bald ist Ostern, der Alltag hat uns voll im Griff. Das ist einfach schade. Völlig zu Recht nämlich wird beklagt, dass sich der Episkopat in unseren Breiten so gerne im Elfenbeinturm aufhält. Wer hat denn schon mal mit seinem Bischof gesprochen?

Im Umkehrschluss bekommen Bischöfe Feedback fast nur von Laienfunktionären und Mitarbeitern. Letztere sind abhängig, erstere verfolgen eine Agenda. Objektivität ist von beiden Gruppen nur sehr eingeschränkt zu erwarten. Spürbare Resonanz auf Hirtenbriefe könnte da tatsächlich mal eine Veränderung darstellen. Das heißt ja nicht, dass sich nun jeder gleich hinsetzen und dem Hirten einen Schafsbrief schreiben sollte. Das kann man machen, muss man aber nicht. Es empfiehlt sich, auch mal beim Nachbarbischof reinzulesen. Vielleicht schreibt der ja viel interessanter als der eigene. Und wenn ein Hirtenbrief nicht zu finden ist, einfach eine Mail an der jeweilige Ordinariat schicken. Man kommt da schon dran.

Es gibt zahlreiche Wege, Hirtenbriefen Resonanz zu verschaffen. Angefangen vom Gespräch mit dem Priester, der ihn vorlesen musste, bis hin zu Austausch in der Familie und nicht zuletzt durchaus mal die Anfrage an die lokale Presse, warum sie ggf. nicht über den Hirtenbrief des Bischofs berichtet hat. Auch das ist nicht zu unterschätzen. Die Presse berichtet, wenn sie erwartet, Interesse zu finden. Berichte in der Lokalpresse fallen der Pressestelle des Bistums auf und sind nützlich. Leserbriefe fallen ebenfalls auf. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Den Verfassern, also den Bischöfen und ihren Mitarbeitern, nützt es ebenfalls, wenn sie Feedback bekommen. Selbst klare kritische Worte sind nützlich. Wer glaubt, an ein ignorantes, dem Phlegma verfallenes Auditorium zu schreiben, schreibt viel schwerer, als jemand, der auf neugieriges oder kritisches Interesse zu hoffen vermag.

Archivfoto Peter Winnemöller



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  2. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  3. Die Krise des Bischofsamtes
  4. Der Bischof und der Denunziant
  5. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  6. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  7. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  8. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  9. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  10. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum







Top-15

meist-gelesen

  1. Papst sieht Chancen für die Kirche in Deutschland
  2. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  3. Der Katholik Tolkien wird in der anglikanischen Westminster Abbey ein Denkmal erhalten
  4. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  5. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  6. Was ich als Priester von Fulton Sheen gelernt habe
  7. Papst an Klausurschwestern: „Der Herr ruft euch, seine Zeuginnen in Stille, Kontemplation zu sein“
  8. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  9. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  10. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  11. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  12. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  13. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  14. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz