Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  6. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  7. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  8. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  9. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  10. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  11. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  12. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  13. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  14. Wir können NICHT schweigen!
  15. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare

Der kalte und ideologische Glaube ist gegen den Heiligen Geist

29. Mai 2017 in Aktuelles, 21 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus in Santa Marta: Die Gnade der Unterscheidung im Heiligen Geist. Um Inspiration bitten und es zulassen, dass das Herz bewegt wird. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Der Heilige Geist, der das Herz bewegt, inspiriert und Emotionen erweckt, stand im Mittelpunkt der Predigt von Papst Franziskus bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Montag der siebten Osterwoche. In dieser Woche vor dem Pfingstfest bitte die Kirche, dafür zu beten, dass der Heilige Geist in die Herzen, in die Pfarrei, in die Gemeinden komme.

Der Papst ging von der ersten Lesung aus der Apostelgeschichte aus (Apg 19,1-8), angesichts derer vom „Pfingsten von Ephesus“ die Rede sein könnte. Die Gemeinde von Ephesus habe den Glauben empfangen, doch sie hätte nicht gewusst, dass es den Heiligen Geist gebe. Sie „waren gute Leute, Leute des Glaubens“, doch sie hätten diese Gabe des Vaters nicht gekannt. Als dann Paulus ihnen die Hände auflege, käme auf sie der Heilige Geist herab und „sie redeten Zungen und weissagten“.

Der Heilige Geist nämlich bewege die Herzen, wie in den Evangelium zu lesen sei, wo viele Menschen – Nikodemus, die blutflüssige Frau, die Samariterin, die Sünderin – gerade vom Heiligen Geist dazu gedrängt würden, sich Jesus zu nähern. Der Papst lud ein, sich zu fragen, welchen Platz der Heilige Geist in unserem Leben einnehme:


„Bin ich fähig, auf ihn zu hören? Bin ich fähig, um Inspiration zu bitten, bevor ich eine Entscheidung fälle oder ein Wort sage oder etwas tue? Oder ist mein Herz ruhig, ohne Emotionen, ein fixiertes Herz? Doch würden wir bei gewissen Herzen ein spirituelles Elektrokardiogramm machen, dann wäre das Ergebnis eine Linie, ohne Emotionen. Auch in den Evangelien gibt es solche Leute, denken wir an die Gesetzeslehrer: sie glaubten an Gott, sie kannten alle Gebote, doch ihr Herz war verschlossen, still, sie ließen sich nicht in Unruhe versetzen“.

Franziskus mahnte also vor allem dazu, sich in Unruhe versetzen, das heißt sich vom Heiligen Geist ansprechen zu lassen, der unterscheiden lasse, und keinen ideologischen Glauben zu haben:

„Sich vom Heiligen Geist in Unruhe versetzen lassen: ‚Ha, das habe ich gehört... Aber Pater, ist das nicht Gefühlsseligkeit?’ – ‚Nein, kann sein, aber nein. Wenn du auf dem rechten Weg gehst, dann ist das keine Gefühlsseligkeit’. Ich habe das Verlangen verspürt, das zu tun, da hinzugehen und jenen Kranken zu besuchen oder das Leben zu ändern oder das zu lassen...’. Spüren und unterscheiden: das unterscheiden, was mein Herz spürt, denn der Heilige Geist ist der Meister der Unterscheidung. Ein Mensch, der nicht diese Bewegungen im Herzen hat, der nicht unterscheidet, was geschieht, ist ein Mensch, der einen kalten Gauben hat, einen ideologischen Glauben. Sein Glaube ist eine Ideologie, nichts anderes“.

Dies sei das „Drama“ jener Gesetzeslehrer gewesen, die sich gegen Jesus gewandt hätten. Der Papst mahnte also dazu, sich nach der eigenen Beziehung mit dem Heiligen Geist zu fragen:

„Bitte ich darum, dass er mich auf dem Weg leitet, den ich in meinem Leben wählen muss, und das auch alle Tage? Bitte ich, dass er mir die Gnade schenke, das Gute vom weniger Guten zu unterscheiden? Denn das Gute unterscheidet sich sofort vom Schlechten. Doch es gibt da jenes verborgene Übel, das im weniger Guten besteht, aber das Übel verborgen hat. Bitte ich um diese Gnade? Diese Frage möchte ich heute in euren Herzen aussähen“.

Es sei somit notwendig, sich zu fragen, ob wir ein unruhiges Herz hätten, da es der Heilige Geist bewege. Franziskus lud abschließend dazu ein, sich auch zu fragen, ob wir in dem Moment, da wir das Verlangen hätten, etwas zu tun, den Heiligen Geist bäten, uns zu inspirieren, dass er „ja oder nein sagt“ – „oder berechnen wir alles nur vernünftig?“. Im Buch der Offenbarung des Johannes beginne der Apostel damit, die „sieben Kirchen“ – die sieben Bistümer jener Zeit – aufzufordern, auf das zu hören, was der Heilige Geist ihnen sage:

„Bitten auch wir um diese Gnade, das zu hören, was der Geist unserer Kirche, unserer Gemeinde, unserer Pfarrei, unserer Familie und zu einem jeden von uns sagt. Um die Gnade, diese Sprache des Hörens auf den Heiligen Geist zu lernen“.

Dem Autor auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus Papst

  1. Papst Franziskus möchte an Ostermesse teilnehmen
  2. Genesung in kleinen Schritten: Papst geht es etwas besser
  3. Vatikan kündigt nach fünf Wochen ersten Auftritt des Papstes an
  4. Papst will Aschermittwochs-Bußprozession selbst leiten
  5. Vom Argentinier zum Römer: Franziskus über seinen Start als Papst
  6. Fußballbegeisterter Papst mit zwei linken Füßen
  7. Papst will keine Ordensfrauen mit "Essiggesicht"
  8. Papst besucht an Allerseelen Gräber ungeborener Kinder
  9. Dilexit nos
  10. Belgien: Nach Papstaussagen zu Abtreibung und Frauen wollen sich nun 520 Personen ‚enttaufen’ lassen







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. ‚Mundus reconciliatus Ecclesia‘ – Die Sendung der Kirche in der Welt
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  5. Satire aus den USA: Ungeborene tarnen sich als Todestrakt-Häftlinge, um Schutz zu erhalten
  6. Verwandtenheirat: Darwin vs. Heilige Schrift - Die Bibel hat Recht!
  7. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  8. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  9. Ein moderner Menschenhandel: Die Ersatzmutterschaft durch Kauf eines Kindes
  10. Wussten Sie, dass es einen Schutzpatron für Gewichtsheber gibt?
  11. Jakobsweg steuert auf neues Pilger-Rekordjahr zu
  12. Finnische Langzeitstudie: Anstieg an psychiatrischen Erkrankungen nach ‚Geschlechtsumwandlung‘
  13. Neuer Eichstätter Bischof Würtz will jetzt beim deutsch-synodalen Irrweg mitmachen
  14. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  15. Papst an Russland: Getreide der Ukraine muss exportiert werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz