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Warnung an Europa

3. Februar 2017 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Belgischer Historiker: "In 20 bis 30 Jahren wird Europa ein autoritärer oder imperialer Staat geworden sein, nach einer Phase bürgerkriegsähnlicher Zustände und Verfallserscheinungen"


USA (kath.net)
"Ich rechne mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen, welche eine grundlegende gesellschaftliche und politische Neuformierung Europas erzwingen werden, ob wir das wollen oder nicht, ganz nach dem Vorbild der verfallenden Römischen Republik im ersten Jahrhundert vor Christus." Das meint der belgischer Althistoriker David Engels im Gespräch mit der "Huffington Post". Der Althistoriker der Freien Universität Brüssel sieht Analogien zwischen dem Römischen Reich und der Europäischen Union und hat sich bereits in seinem 2011 veröffentlichten und 2014 auch auf Deutsch erschienenen Buch "Auf dem Weg ins Imperium" damit beschäftigt.


Die Gemeinsamkeiten seien demnach "so massiv, so augenscheinlich, und das schon seit Jahrzehnten, dass man fast fragen müsste, wo es keine gibt", erklärt der Historiker. Parallelen sieht er beispielsweise bei Arbeitslosigkeit, Familienzerfall, Individualismus, Niedergang traditioneller Konfessionen, Globalisierung, Bevölkerungsniedergang, Fundamentalismus, Migration, Verarmung, ‚Brot und Spiele‘, Kriminalität, aber auch bei Polarisierung zwischen einer oligarchischen Politikerkaste auf der einen Seite und unzufriedenen "Populisten" auf der anderen. Für Engels stecke Europa in einem Teufelskreis. "Kolonialismus, Weltkriege, Dekolonialisierung, unglückliches Eingreifen im falschen und Nicht-Eingreifen im richtigen Moment in die Konflikte an Europas Peripherie haben zu einer Lage geführt, in der ich einen völligen Rückzug Europas für extrem gefährlich halte."

Einwanderung sieht der Historiker aber nicht als einzigen Faktor, der zum zwangsläufigen Zerfall führen werde. "Die gegenwärtigen Bevölkerungsbewegungen sind nur eines der vielen Symptome unserer gegenwärtigen Geisteshaltung, welche von einer seltsamen Mischung von Kosmopolitismus, Selbstzweifel, Kalkül, Materialismus und schlechtem Gewissen geprägt ist. Genau diese Mischung finden wir auch zu Ende der Römischen Republik. "Genau wie die späte römische Republik sitzt auch Europa auf einem Vulkan, der jeden Moment ausbrechen kann." Er wünsche sich keinen Bürgerkrieg, aber seit dem Schreiben seines Buches "Auf dem Weg ins Imperium" hätten sich alle vorhergesagten Parallelen planmäßig erfüllt. "Das macht mir große Angst. Aber es wäre feige, die Augen zu verschließen, nur weil man die Realität nicht wahrhaben will."


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