Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  3. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  4. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  5. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  6. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  7. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  8. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  11. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  12. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  13. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  14. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  15. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“

Lipowicz: Demokratisches Europa braucht konkrete Vorbilder

9. Mai 2021 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Polnische Ex-Botschafterin in Österreich bei Online-Tagung, die EU-Gründervater Robert Schuman gewidmet war: Union muss mehr in Wertevermittlung investieren.


Wien (kath.net/ KAP)

Demokratie und ein demokratisches Europa braucht ganz konkrete Vorbilder, an denen sich die Menschen bzw. vor allem die junge Generation orientieren können. Das hat die frühere polnische Botschafterin in Österreich, Irena Lipowicz betont. Der EU-Gründervater Robert Schuman (1886-1963) sei ein solches Vorbild gewesen, "aber wo sind die Vorbilder heute?", fragt sie sich. Lipowicz war eine der Referenten bei einem internationalen Online-Studientag am Freitag in Wien, der unter dem Titel "Politischer Realismus und europäischer Geist - Die Inspiration Robert Schumans in der Krise" stand. Dabei wurden Schuman und seine Ideen von verschiedenen Perspektiven als Anstoß zur Bewältigung aktueller Herausforderungen in Gesellschaft und Politik in Europa beleuchtet.

Im Blick auf Polen sprach Lipowicz, die auch an der Kardinal-Wyszynski-Universität Warschau lehrt, von einer rund 20-jährigen Erfolgsgeschichte nach der politischen Wende, in der sich Demokratie und Rechtsstaatlichkeit entwickeln konnten. Die frühere Botschafterin in Österreich führte drei Grundsätze der Solidarnosc-Bewegung an: Solidarität, keine Ausgrenzung und "das Böse mit dem Guten besiegen". Damit sei Polen einige Zeit sehr gut gefahren. Das kapitalistische System habe schließlich aber auch viele Schattenseiten und Verlierer mit sich gebracht; ein guter Nährboden für ab den späteren 2000er Jahren einsetzende negative antidemokratische Entwicklungen. Die EU müsse viel mehr in die Vermittlung von Werten investieren, mahnte Lipowicz.


Politische Kräfte in Polen würden das tief in der polnischen Gesellschaft verankerte Gefühl der Demütigung zu ihren Zwecken ausnützen, führte Lipowicz weiter aus. Die Polen hätten sich über lange Zeit unter Fremdherrschaft von Europa ausgegrenzt gefühlt. Und dieses Trauma wirke immer noch nach und lasse sich instrumentalisieren. Auch der Mythos von Polen als Bollwerk an der Grenze des christlichen Europas und als einsamer und verlassener Verteidiger des Christentums gehöre in diese Kategorie.

Dem hielt Lipowicz aber auch einige Sternstunden in der jüngeren polnischen Geschichte entgegen: so etwa den Versöhnungsprozess zwischen der polnischen und deutschen Kirche oder den EU-Beitritt 2004, zu dem auch Papst Johannes Paul II. (1978-2005) sehr viel beigetragen habe.

Die frühere Botschafterin machte zudem in ihren Ausführungen auch auf die große Gefahr aufmerksam, die von digitalen Desinformationen ausgeht, die immer stärker würden. In Polen sei dies etwa nicht nur auf Russland oder China zurückzuführen, sondern zum Teil auch hausgemacht.

Neben Lipowicz referierten bei der Tagung u.a. Sant'Egidio-Generalsekretär Cesare Zucconi und die Pariser Schuman-Fondation-Generaldirektorin Pascale Joannin. Die Tagung wurde gemeinsam von der Wiener Akademie für Dialog und Evangelisation (Figlhaus), der Universität Wien und dem "Centre internationalde formation europeenne" (CIFE) organisiert.

Der Katholik Robert Schuman setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg intensiv für eine Annäherung von Deutschen und Franzosen ein. Als französischer Außenminister erarbeitete er mit seinem Mitarbeiter Jean Monnet die Grundlagen für die 1952 gegründete westeuropäische Montanunion, der Vorläuferin der EU. Darüber hinaus trat der Politiker für die Weiterentwicklung der europäischen Zusammenarbeit ein. Von 1958 bis 1960 war er der erste Präsident des Europäischen Parlaments.

Für Schuman läuft seit Anfang der 1990er-Jahre ein Seligsprechungsprozess. Vor drei Wochen berichtete die Zeitung "La Croix" unter Berufung auf den Präfekten der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal Marcello Semeraro, dass der Papst Schuman noch vor dem Sommer den sogenannten "heroischen Tugendgrad" zuerkennen könnte. Diese Bestätigung eines vorbildhaften christlichen Lebenswandels ist in der katholischen Kirche eine wichtige Vorstufe für eine etwaige Seligsprechung.

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Europa

  1. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  2. EU-Bischöfe zu „My Voice, My Choice“: „Eine Entscheidung, die ernsthafte Bedenken aufwirft“
  3. Bischofskonferenzen Europas beten in der Fastenzeit für Frieden
  4. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  5. Menschenrecht auf Abtreibung?
  6. CDL: „EU-Parlament entscheidet ein weiteres Mal gegen das Recht auf Leben“
  7. Katholische Bischöfe zeigen sich besorgt vor Abtreibungs-Abstimmungen des EU-Parlaments
  8. Papst fordert Schutz des religiösen Erbes Europas
  9. Wegweisend! - COMECE unterstützt Polen gegen EU-Druck zur Anerkennung sogenannter „Homo-Ehen“!
  10. Kardinal Filoni: "Europa braucht Re-Evangelisierung"






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  3. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  4. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  5. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  6. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  7. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  8. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  9. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  10. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  11. Rückflug des Papstes von Teneriffa nach Rom um mehrere Stunden verzögert
  12. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  13. 'Ein Akt der Hoffnung': US-Bischöfe weihen die USA dem Heiligsten Herzen Jesu
  14. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  15. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz