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Evangelischer Theologieprofessor ruft zur Mission unter Muslimen auf

11. September 2016 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Ulrich Eibach: Wenn eine Kirche nicht missioniert, ist sie überflüssig


Bonn (kath.net/idea) Zur Mission unter Muslimen hat der evangelische Theologieprofessor Ulrich Eibach (Bonn) die Kirchen aufgefordert. Wie er in einer „kleinen Handreichung zum Dialog mit dem Islam aus theologischer Sicht“ schreibt, macht sich eine Kirche überflüssig, „die sich nicht mehr die Aufgabe stellt, missionarische Kirche zu sein“. Sie werde aussterben. Eibach: „Die von Jesus bezeugte Wahrheit gilt allen Menschen.“ Angehörige anderer Religionen oder auch Atheisten dürften zwar nicht genötigt werden, an die frohe Botschaft der Bibel zu glauben, aber zu dieser Wahrheit müsse „mit Worten und dem Lebenszeugnis“ eingeladen werden. Eibach: „Es ist die vornehmste Aufgabe der Kirche Jesu Christi, dass sie für alle ein Wegweiser zu der Wahrheit wird, die Gott in Jesus Christus geoffenbart hat.“


Ein leidender Gott ist für Muslime eine Gotteslästerung

Laut Eibach gibt es zwischen zentralen biblisch-theologischen Aussagen und denen des Islams zahlreiche Widersprüche. Christen und Muslime glaubten nicht an denselben Gott. Zwischen dem Gott des Islams und des Christentums lägen vielmehr unüberbrückbare Gräben. So sei die christliche Vorstellung, dass Gott aus Liebe für die Menschen leide und am Kreuz sogar das Böse und den Tod auf sich nehme, für Muslime ebenso Gotteslästerung wie die christliche Vorstellung von der Dreifaltigkeit Gottes. Eibach: „Deshalb müssen nach Ansicht vieler Muslime die Kreuze in deutschen Krankenhäusern und Schulen entfernt werden.“ Jesus sei im Islam ein Prophet, der aber nicht getötet worden sei. Vielmehr sei nach islamischer Vorstellung ein anderer Mensch am Kreuz gestorben: „Hier liegt der tiefste und unauflöslichste Widerspruch beider Religionen.“ Allah gegenüber müsse der Mensch sich unterwerfen, der christliche Gott werde dagegen als „Vater“ verehrt, „der die Gemeinschaft mit den Menschen sucht“.

Ein Dialog ist immer mit missionarischen Absichten verbunden

Wie Eibach weiter ausführt, sollte ein Dialog zwischen Christen und Muslimen in dem Verständnis geführt werden, dass beide Seiten „von dem die eigene Religion übergreifenden Wahrheitsanspruch ausgehen“. Ein solcher Dialog werde immer mit missionarischen Absichten verbunden sein. Die Anschauung, dass „Mission“ und „Dialog“ Gegensätze seien, sei „abstrakt und lebensfern“. Im Dialog nähmen Muslime Partner nicht ernst, „die die Wahrheit ihres Glaubens nicht ernst vertreten“. Eibachs Handreichung wurde auf der Internetseite des Instituts für Demographie, Allgemeinwohl und Familie (St. Augustin bei Bonn) veröffentlicht.


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 11. September 2016 

Sind wir eine "überflüssige" Kirche geworden?

Sicher noch nicht ganz. Man stösst immer wieder auf ehrliche und ernsthafte Anstrengungen der Missionierung, nicht zuletzt auch der dringend nötigen Missionierung in unserer eigenen Gesellschaft. Es gibt aber auch viele Tendenzen, diesem Auftrag des Herrn auszuweichen, aus Bequemlichkeit einerseits, aber auch weil die Religionspädagogik von heute glaubt, die Menschen im Werbestil von heute, d.h. unter Ausklammerung auch der kleinsten "anstosserregenden" Wahrheiten, für Gott gewinnen zu können. Doch der "Erfolg" dieser Methode spricht längst eine andere Sprache.


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