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USA: Evangelikale lehnen Trump-Vorstoß überwiegend ab

10. Dezember 2015 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Republikanischer Präsidentschaftskandidat fordert Einreiseverbot für Muslime


Washington (kath.net/idea) Die Forderung des republikanischen US-Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump, Muslimen die Einreise zu untersagen, stößt bei Evangelikalen in den USA überwiegend auf Ablehnung, findet aber auch Zustimmung. Trump hatte nach dem Anschlag im kalifornischen San Bernardino durch zwei radikalisierte Muslime mit 14 Toten die „vollständige und komplette Schließung“ der Grenzen für Muslime gefordert, „bis die Vertreter unseres Landes herausfinden können, was vor sich geht“. Trump begründete seine Forderung mit einer Umfrage, in der eine große Zahl der befragten Muslime Gewalt gegen US-Amerikaner bejahte. Solange diese „gefährliche Bedrohung“ bestehe, „darf unser Land nicht das Opfer von schrecklichen Attacken von Leuten sein, die nur an den Dschihad glauben.“ Später erklärte Trump, das Einreiseverbot solle nicht für muslimische Angehörige der US-Streitkräfte oder solche Muslime gelten, die in den USA leben.


Südliche Baptisten: Wer Muslime aussperrt, kann das auch mit Evangelikalen tun

Der Präsident des Komitees für Ethik und Religionsfreiheit der Südlichen Baptisten, Russell Moore (Washington), verurteilt die Forderung in einem Kommentar für die Internetzeitung Christian Post (Washington) scharf. Jeder, der auch nur ein bisschen Wert auf das Gut der Religionsfreiheit lege, müsse diese „rücksichtslose und demagogische Rhetorik“ ablehnen. Zwar solle und müsse die Regierung den Terrorismus bekämpfen. Dabei dürften aber nicht ganze Glaubensgemeinschaften unter Generalverdacht gestellt und gesetzestreue Bürger dafür bestraft werden, dass sie ihre religiösen Überzeugungen lebten, so Moore. Christen forderte er auf, sich nicht nur für die eigene Religionsfreiheit stark zu machen, sondern auch für die anderer Gemeinschaften: „Eine Regierung, die die Grenzen für alle Muslime schließen kann, nur weil sie Muslime sind, könnte dasselbe auch mit evangelikalen Christen machen.“ Auch der frühere Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Geoff Tunnicliffe (New York), äußerte sich kritisch. Trumps Rhetorik verschaffe radikalen Strömungen in aller Welt nur mehr Zulauf. Seine fremdenfeindlichen und nationalistischen Äußerungen widersprächen dem biblischen Gebot der Nächstenliebe zutiefst. Jesus habe Brücken gebaut und nicht Mauern errichtet. Zuvor hatte bereits das Weiße Haus Trumps Vorstoß verurteilt. Er widerspreche „amerikanischen Werten“. Der Chef des Rates für amerikanisch-islamische Beziehungen, Ibraham Hooper (Washington), bezeichnete den Vorschlag als „faschistisch“.

Graham: Wir müssen potenzielle Gefährder fernhalten

Der US-Evangelist Franklin Graham (Charlotte/US-Bundesstaat Nord-Carolina) dürfte hingegen Verständnis für Trumps Forderung haben. Denn der 63-jährige Präsident der Billy-Graham-Gesellschaft und des Hilfswerks „Samaritans Purse“ (Geldbörse des Samariters) hatte sich Anfang des Monats über das soziale Netzwerk Facebook bereits ähnlich geäußert: „Herr Präsident (Barack Obama – Anm. d. Red.), wir brauchen keine schärferen Waffengesetze, wir benötigen Grenzkontrollen. Es sollten so lange keine Muslime in das Land kommen, bis es eine Möglichkeit gibt, sie vollständig zu überprüfen. Wir müssen diejenigen, die eine potenzielle Bedrohung darstellen, so lange fernhalten, bis der Krieg gegen den radikalen Islam vorüber ist.“ Auch der in den USA bekannte CBN-Journalist David Brody äußerte Sympathien für Trumps Vorstoß. Er sei der einzige Kandidat, der den Mut habe, so etwas zu sagen. Von den 320 Millionen Einwohnern der USA bezeichnen sich rund 80 Millionen als evangelikal.


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Lesermeinungen

  12. Dezember 2015 
 

Wie in Ostdeutschland

Kaum Muslime weit und breit in den USA.
Und trotzdem Diskriminierung und m.E. Hetze.
Kann mir ihn aus noch weit mehr Gründen nicht als Präsident vorstellen.


2
 
  10. Dezember 2015 
 

Ich bin nicht leicht zu verblüffen

Aber was Trump und Carson daherreden und noch mehr was sie dafür an Zustimmungsraten und und Umfragewerten kassieren, macht mich fassungslos.

Wenn wirklich einer von diesen Clowns in den US-Präsidentschaftswahlkampf zieht, dann sollten wir uns erstens auf vier bis acht Jahre Clinton einstellen - und zweitens Gott auf den Knien dafür danken.

Rational gesehen:

Das Problem liegt im System der Vorwahlen. Offenbar machen sich zu viele Irre mit Freizeit die Mühe, sich dort zu engagieren und zu wenige Normalbürger. So kann man vielleicht einen Schreihals als Kandidat aufstellen, aber keine Wahlen gewinnen. Das wissen auch seriöse Republikaner.

Eine echte Zerreißprobe für die Partei, was man auch daran gemerkt hat, wie schwer es war, jemanden zu finden der sich den dritthöchsten Posten im Land - Sprecher des Repräsentantenhauses - überhaupt antun wollte. (For the record: Paul Ryan)


3
 

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