Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  6. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  7. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  8. Die große Täuschung
  9. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  15. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom

Reif für die Inseln: Papst besucht Sri Lanka und Philippinen

17. Dezember 2014 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die zweite Asienreise von Franziskus beginnt am 12. Jänner - "Kathpress"-Korrespondentenbericht von Christoph Schmidt


Rom (kath.net/KAP) Zum zweiten Mal in seiner noch kurzen Amtszeit bricht Papst Franziskus demnächst in entfernte Länder Asiens auf. Nach seinem Korea-Besuch vergangenen Sommer bereist er vom 12. bis 19. Jänner Sri Lanka und die Philippinen. Der Eindruck scheint zu stimmen, dass er der katholischen Kirche auf dem bevölkerungsreichsten Kontinent mehr Gewicht geben will. In den meisten Zonen des Erdteils, besonders den wirtschaftlich aufstrebenden, ist sie eine wachsende Minderheit. Fast überall in Asien steht sie vor großen politischen und kulturellen Herausforderungen.

Bei seinen Pastoralbesuchen trifft Franziskus nun auf zwei sehr unterschiedliche Ortskirchen. Beide gehen auf die Missionstätigkeit europäischer Kolonialmächte im 16. Jahrhundert zurück. Doch in Sri Lanka, dem ersten Teil seiner Reise, sind weniger als zehn Prozent der rund 20 Millionen Einwohner Katholiken, während die überwiegende Mehrheit der 100 Millionen Philippiner der römischen Kirche angehört. Die ehemals spanische, dann US-amerikanische Kolonie, die 1946 die Unabhängigkeit erlangte, bleibt das mit Abstand katholischste asiatische Land.

In Sri Lanka dominiert hingegen der nicht selten nationalistische Buddhismus der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit gegenüber den zumeist hinduistischen Tamilen. Der jahrzehntelange, mörderische Bürgerkrieg zwischen beiden Volksgruppen endete 2009 mit der völligen Unterwerfung und fortgesetzten Unterdrückung der tamilischen Minderheit. Sri Lanka bleibt ein zerrissenes Land; die Hoffnung auf einen Impuls der Versöhnung durch den Papstbesuch sind groß. Die Kirche, der sowohl Singhalesen als auch Tamilen angehören, trat in dem Konflikt stets als Vermittlerin auf, hat aber nach wie vor mit dem Image einer von außen gesteuerten Institution zu kämpfen.


Politische Gratwanderung

Die geplante Messe mit Papst Franziskus im Marienheiligtum Madhu im tamilischen Norden der Insel gilt als politisch heikel, zumal der singhalesische Präsident Mahinda Rajapaksa just nach Ankündigung des Papstbesuchs vorgezogene Neuwahlen ansetzen ließ - nur fünf Tage vor dem Eintreffen der Papstmaschine in Colombo. Nachdem ihn Wahlplakate gemeinsam mit Franziskus zeigten, protestierten die Bischöfe des Landes gegen eine Vereinnahmung des Papstes. Sollte der autoritäre Staatschef eine von Gewalt und Manipulation überschattete Abstimmung gewinnen, steht Franziskus in Sri Lanka eine politische Gratwanderung bevor, damit die päpstliche Botschaft der Versöhnung nicht im Hass der nach wie vor verfeindeten Volksgruppen untergeht.

Nach seinem dreitägigen Besuch auf Sri Lanka erwartet Franziskus auf den Philippinen vom 15. bis 19. Jänner ein Bad in den Massen. An den Gottesdiensten in der Hauptstadt Manila und in Tacloban, wo er den Opfern der Taifunkatastrophe vom November 2013 Mut spenden will, dürften mehrere Millionen Gläubige teilnehmen.

Doch es gibt auch Anzeichen für eine schleichende Erosion des kirchlichen Einflusses im Zuge der Säkularisierung. Die Philippinische Bischofskonferenz etwa protestierte zuletzt vergeblich gegen die als zu liberal empfundene Familien- und Reproduktionsgesetzgebung von Präsident Benigno Aquino. Der Papst könnte in dieser Situation deutliche Worte für den Lebensschutz finden. Ein Treffen mit Tausenden Familien ist im Stadion von Manila geplant.

Mit Sicherheit wird Franziskus in beiden Ländern die schreiende Armut und ungleiche Güterverteilung anprangern. Denn neben der auf den Philippinen kritischen, in Sri Lanka sehr kritischen Menschenrechtslage leiden beide Gesellschaften unter einer hemmungslosen Cliquenwirtschaft, die wenige Familien aus Industrie und Großgrundbesitz begünstigt. Die Philippinen gelten zudem als einer der korruptesten Staaten der Welt. Auch der von Franziskus immer wieder thematisierte Menschenhandel und die sexuelle Ausbeutung nicht zuletzt von Kindern grassieren besonders auf den Philippinen.

Neben den obligatorischen Begegnungen mit den politischen Spitzen und dem Klerus stehen auch Treffen mit Führern anderer Religionen auf dem Papstprogramm. Sowohl auf den Philippinen mit ihrem jahrzehntelangen Kampf zwischen islamischen Separatisten und der Armee auf der Teilinsel Mindanao als auch in Sri Lanka, wo der Präsident verstärkt radikale Buddhisten zur Machtabsicherung einsetzt, sind Katholiken sowohl Mahner zum Frieden als auch Opfer von Gewalt und Repressalien. Franziskus kann Impulse geben und das Vertrauen in die Kirche stärken.

In jedem Fall dürfte sein Besuch in Asien breite Aufmerksamkeit in der Weltregion finden, zumal deren Großmächte Indien und China die Entwicklung in beiden Reiseländern aus wirtschafts- wie sicherheitspolitischen Gründen sehr genau beobachten.

Das offizielle Lied für den Besuch von Papst Franziskus auf den Philippinen 2015: ´We are all God´s children´


Für den Papstbesuch auf den Philippinen singt die katholische Band ´Ooberfuse´ : ´Now is the time of mercy´


Copyright 2014 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus

  1. Basiert 'Traditionis Custodes' von Franziskus auf einer Lüge?
  2. Gemelli-Chefarzt: Papst Franziskus wäre fast gestorben
  3. "Nicht glücklich": Papst bedauert Äußerung zu Russland
  4. Papst tauft Kind in der Gemelli-Klinik
  5. Papst im Kongo eingetroffen
  6. Papst übt schwere Kritik am deutsch-synodalen Weg und spricht von 'schädlicher Ideologie!
  7. Erneut keine Fasten-Exerzitien mit Papst und Kurie in den Bergen
  8. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  9. Vatikan: Papst stellt Live-Gottesdienste ein
  10. Papst Franziskus: Zölibat ist ein Geschenk und eine Gnade!






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  8. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  9. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  10. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  11. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  12. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  13. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  14. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  15. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz