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Experten: Gängige islamische Theologie fördert Christenverfolgung

10. Dezember 2014 in Aktuelles, 7 Lesermeinungen
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Pressekonferenz in Wien von 20 Organisationen zum "Tag der Menschenrechte" - Islamischer Religionspädagoge Aslan: Zeitgemäße Interpretation der zentralen Schriften des Islam wäre dringend gefordert


Wien (kath.net/KAP) Die gegenwärtige und zuvor in diesem Ausmaß nie dagewesene Christenverfolgung in vielen islamischen Ländern kann nur über eine inner-islamische Neuausrichtung der vorherrschenden Theologie beendet werden. Das betonten Vertreter christlicher Organisationen und der österreichische islamische Religionspädagoge Ednan Aslan am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien. "Solange Juden und Christen als minderwertig angesehen werden, solange wird auch die Christenverfolgung in islamischen Staaten nicht enden", kritisierte Aslan. Dringend gefordert sei deshalb eine zeitgemäße Interpretation der zentralen Schriften des Islam, betonte Elmar Kuhn, Generalsekretär von "Christian Solidarity International/Österreich" (CSI).

Die aus 20 Menschenrechtsorganisationen bestehende ökumenische Plattform "Solidarität mit verfolgen Christen" hatte anlässlich des Tags der Menschenrechte der Vereinten Nationen am Mittwoch zur Pressekonferenz geladen. Auf die dortige Diskussion folgte am späteren Nachmittag ein Fackelzug von der Oper zum Stephansdom, um gegen die weltweite Christenverfolgung zu demonstrieren.

Islamische Theologie, so wie sie heute etwa an Fakultäten in Saudi-Arabien aber auch vielen anderen islamischen Ländern gelehrt werde, biete direkte Anknüpfungspunkte für Terrormilizen, um ihre Vertreibungen und ihr Morden zu rechtfertigen. Die Gräueltaten etwa der Organisation "Islamischer Staat" (IS) zu verurteilen, die dahinter stehende Lehre aber unangetastet zu lassen, genüge nicht, richtete Aslan klare Worte an Islamgelehrte.

Zugrunde liege dieser Theologie eine Interpretation der heiligen Schriften, die auf der Gesellschaftsstruktur des 7. Jahrhunderts beruhe. Enthauptungen, Steinigungen oder die Geringschätzung Andersgläubiger seien damals gesellschaftlich akzeptiert gewesen. Ähnliches gelte aber auch für das Alte Testament der Bibel. Knackpunkt sei deshalb nicht die "Verteufelung" der Schriften, sondern ihre zeitgemäße Interpretation, die der Lebensrealität des 21. Jahrhunderts entsprechen müsse. Man könne nicht alles, was im Koran steht, "eins zu eins als Wort Gottes verkaufen".


Direkt davon betroffen sei auch der interreligiöse Dialog. "Dort wo Radikalisierung und Gräuelpropaganda betrieben wird, hat Dialog keinen Platz", betonte CSI-Generalsekretär Kuhn. Eine zentrale Stellung komme dem Faktor Bildung zu. Es müsse aber eine Bildung in die richtige Richtung sein, forderte Aslan. In vielen islamischen Ländern liege das "Prinzip der Angst" den Bildungssystemen zugrunde, die die "Unmündigkeit der Bürger unterstützt und ihre Mündigkeit verhindert".

CSI-Generalsekretär Kuhn verwies in diesem Zusammenhang auf die entscheidende Rolle Europas. "Wir müssen in Europa einem solchen innerislamischen Dialog Geburtshilfe leisten. Denn wir leben hier in Freiheit und haben die Möglichkeiten dazu, kritisch nachzufragen und so Impulse in die arabische Welt zu schicken."

In dieselbe Kerbe schlug auch Aslan: "Die Freiheit, die Muslime in Europa genießen, nimmt sie in die Pflicht, sich auch für die Freiheit von Christen in islamischen Ländern einzusetzen." Von Europa aus könnten wichtige Impulse in die islamischen Länder gehen. Schließlich gehe es auch um die Zukunftsfähigkeit des Islam in einer modernen Welt.

Aslan zeigte sich davon überzeugt, dass ein zeitgemäßer Islam in der Lage sei, einen aktiven Beitrag zum Frieden in Europa zu leisten. Eine Theologie wie sie jetzt aber betrieben werde, könne in einem demokratischen Europa nicht überleben, so Kuhn.

100 Millionen Christen schwer benachteiligt

Kurt Igler von der christlichen Organisation "Open Doors/Österreich" verwies auf Motoren für Christenverfolgungen. Triebkräfte seien heute islamischer Extremismus, religiös begründete Aggressionen, die Angst totalitärer Regime, radikaler Säkularismus, systematische Korruption oder kommunistische Unterdrückung. Christen stellten heute etwa drei Viertel aller aufgrund ihrer Religion Verfolgten, ca. 100 Millionen von ihnen erlitten schwere Benachteiligungen oder Verfolgung. Zehntausende Christen würden jährlich ihres Glaubens wegen getötet.

Johann Marte, Präsident der Stiftung "Pro Oriente" stellte die Frage nach der Zukunft der Christen in islamischen Ländern und verwies dabei auf Statements des chaldäischen Patriarchen Louis Raphael I. Sako, der immer wieder von Raub, Entführungen, Vergewaltigungen und Sklaverei berichtet. "Während die christlichen Vertreter die vernichtenden Auswirkungen der Tragödie auf die christliche Bevölkerung beschreiben, scheinen den muslimischen Vertretern die negativen kulturellen und gesellschaftlichen Folgen eines vom Christentum entleerten Orients allmählich bewusst zu werden."

Herbert Rechberger von "Kirche in Not" verwies auf Möglichkeiten, das Leid bedrängter Christen zu mindern. An oberster Stelle stehe die Informationsweitergabe. Das Schicksal bedrohter Christen dürfe nicht ignoriert oder vergessen werden. Unerlässlich sei außerdem materielle Hilfe und das Gebet.

"Kirche in Not" stellte kürzlich vier Millionen Euro für die Unterstützung von Flüchtlingen aus dem Irak und Syrien zur Verfügung.

Diskriminierung in Europa

Die Diskriminierung von Christen in Europa nahm schließlich Martin Kugler von der "Beobachtungsstelle zur Diskriminierung von Christen" in den Blick. Der Begriff "Christenverfolgung" treffe für westliche Staaten nicht zu, aber auch in europäischen Ländern gebe es dramatisch viele Fälle von Vandalismus gegen Kirchen und zunehmend auch rechtliche Einschränkungen für praktizierende Christen, so Kugler. Schon 2013 veröffentlichte das in Wien ansässige Archiv in einem europaweiten Bericht 41 Fälle nationaler Gesetzgebung, die für Christen nachteilige Auswirkungen haben.

Auch die parlamentarische Versammlung der OSZE habe bereits im Juli 2011 empfohlen, eine "öffentliche Debatte zu Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen anzustoßen und das Recht von Christen zur uneingeschränkten Teilnahme am öffentlichen Leben zu garantieren". Man fordere, "dass angesichts der Diskriminierung und Intoleranz gegenüber Christen die Gesetzgebung in den Mitgliedsstaaten evaluiert wird".

Copyright 2014 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich


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Lesermeinungen

 bellis 12. Dezember 2014 

Wolfgang63

Ein Christ hat mit Koran 2,62 nichts zu tun, Christen glauben nicht an "Allah", sie glauben an den dreifaltigen Gott, Vater, Sohn und Hl. Geist.


1
 
 Maxim 12. Dezember 2014 
 

Wolfgang 63

Ich weiß nicht, warum das Forum D. Kath. 2009 (5Jahre!) zu dieser Ansicht gekommen ist. Ich vermute, dass sie nur in einem best. Zusammenhang getätigt wurde (zB vielleicht Homo-"Ehe") Diese Aussage hebt jedoch die Tatsache, daß für Atheisten der Islam als Verbündeter zu sehen ist oder war, nicht auf. Daß der Islam eine Hilfe für Christen sein soll, ist sicherlich keine Aussage, die heute noch grundsätzlich Sinn macht, wenn eindeutig fest steht, dass in den letzten Jahren weltweit 160000-182000 (2010) Christen wegen ihres Glaubens ermordet wurden(über 80% in musl. Staaten). Dies bedarf keines weiteren Kommentars.
Dass Sie, Herr Wolfgang 63, diese Daten kennen, nehme ich an. Es mag ja sein, dass manche Atheisten inzwischen den Islam auch entschieden ablehnen, ihn aber gebrauchen, wenn er ihren Zielen vorübergehend dient. Ansonsten darf ich auf den heutigen Artikel ".. USA.. Krieg gegen Weihn.." verweisen. Beweis, dass die "musl. Einsprüche" geg. Christen i. Dienst genommen werden.


3
 
 Wolfgang63 10. Dezember 2014 
 

Verbuendete

@Pamir: Ich war katholisch, bin nun Atheist und sehe die RKK weiter mit Sympathie.

Haben Sie einen Beleg dafuer, dass Atheisten den Islam als Verbuendeten gegen Christen einsetzen wollen? Es gab leider andere Ansaetze: 2009 sah das Forum Deutscher Katholiken Muslime als "natuerliche Verbuendete" gegen Atheisten.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article4519516/Katholiken-sehen-sich-als-Verbuendete-der-Muslime.html

Atheismus steht in mehreren islamischen Laendern unter Todesstrafe. Ein Christ kann sich dagegen auf den Koran 2,62 berufen: "Gewiß, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Christen und die Sabäer – wer immer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und rechtschaffen handelt, – die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein".


2
 
 queenie 10. Dezember 2014 
 

Atheisten

sind meist normale Menschen, die Gott
nicht kennengelernt, nicht verstanden haben oder auch Fragen haben. Suchende habe ich viele kennengelernt; bösartige kaum. Eine Brandmarkung ist i.d.R. nicht angebracht, vielmehr eine ehrliche und menschliche Zuwendung. Sind nicht selten humaner als religiöse Menschen aller Couleur. Das ist nicht nur ihr Selbstbild sondern auch das Fremdbild vieler Zeitgenossen. Quintessenz: sich mit jedem Menschen offen und ehrlich auseinandersetzen.


2
 
 Maxim 10. Dezember 2014 
 

militanter Atheismus

"und zunehmend auch rechtliche Einschränkungen für praktizierende Christen, so Kugler. "
Die völlig überzogene Toleranz gegenüber dem Islam hat neben vielen Gründen 2 entscheidende:
Man spielt gern den Gutmenschen und zwar aus z. T. völliger Unkenntnis des Islam. Wer kennt schon den Koran oder die Scharia genauer? - Mir ging es in meiner "Jugend" auch so - und zweitens, was ich erst allmählich mit den Jahren erkannte, dass viele Atheisten glauben, mit dem Islam das Christentum ausrotten zu können.
Der Hass der Atheisten vor allem auf die kath. Kirche ist bei manchen eben jenseits jeder Vernunft. Dies erkannte ich erst, als ich mich auch beruflich näher mit den FREIMAURERN beschäftigen konnte bzw. musste.
Deren Marsch durch die Institutionen ist heute gerade auch in den Parlamenten, Komissionen, öffentlichen Medien, aber auch in den Parteien nicht mehr zu leugnen.
Leider ist auch vielen Geistlichen diese Gefahr erst spät oder immer noch nicht bewusst geworden.


15
 
 Rademann 10. Dezember 2014 

Zweites Vatikanum im Islam?

Im Zweiten Vatikanischen Konzil hat sich die katholische Kirche auf den Weg in die Moderne gemacht. Die Konzilstexte zum Thema Religionsfreiheit sind bis heute zukunftsweisend und haben bei Wahrung des Absolutheitsanspruches zu einer friedlichen und wohlwollenden Haltung gegenüber Andersgläubigen geführt. Eine ähnliche Entwicklung braucht es nun auch im Islam. Der Islam muss anerkennen, dass es auch Menschen anderen Glaubens gibt, die man nicht mit dem Schwert bekämpfen soll.


12
 
 H.v.KK 10. Dezember 2014 
 

HKKvS

Jahrelanges Zuschauen sowie völlig falsch verstandene Toleranz eines immer radikaler werdenden Islam sind hauptsächlich mitverantwortlich für die heutige katastrophale Situation.Striktes "in die Schranken weisen",notfalls auch mit der gebotenen Härte ist die einzige Sprache,die von diesen slebsternannten "Gotteskrieger" verstanden wird.


12
 

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