Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  6. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  7. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  8. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  9. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  10. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  11. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  12. Wir können NICHT schweigen!
  13. EILT! - Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  14. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  15. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare

Wake up!

19. August 2014 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Papst Franziskus: stoppt die Terroristen, aber nicht mit Krieg. Was tun im 'Dritten Weltkrieg in Folgen'? Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Papst Franziskus ist aus Korea zurückgekehrt, und wieder hatte er sich auf seinem Rückflug ausführlich mit den mitfliegenden Journalisten unterhalten. Eines der wichtigsten Themen, die dabei angeschnitten wurden, war die Situation im Irak und in Kurdistan. Der Papst bekundete seine Bereitschaft, nach Kurdistan zu reisen, wenn dies für die Situation Nutzen bringt, was noch abgeklärt werden muss.

Eindringlich unterstrich Franziskus die Notwendigkeit, die Terroristen zu "stoppen". Dies sei gerechtfertigt: "Ich unterstreiche das Wort 'stoppen'. Ich sage nicht bombardieren, Krieg führen, ich sage 'stoppen', und das aus einigen Gründen. Was heißt es, dass sie gestoppt werden müssen? Das muss untersucht werden. Den ungerechten Aggressor stoppen: das ist legitim".

"Was heißt es, dass sie gestoppt werden müssen?" - das ist die große Frage, die seit gestern Abend im Raum steht und zu der der Papst einige klärende Worte bereit hatte, in denen nicht zuletzt Lehren sichtbar waren, die aus der Geschichte der letzten zwanzig Jahre zu ziehen sind. "Stoppen", nicht "automatisch bombardieren", denn: "mit der Entschuldigung, den ungerechten Aggressor zu stoppen, haben sich die Mächte Volker untertan gemacht und einen wahren Eroberungskrieg geführt". Somit ist für den Papst ein militärisches Eingreifen nicht ausgeschlossen. Dieses darf aber nicht von einem allein beschlossen werden. Franziskus rief die Vereinten Nationen aufs Parket als die Institution, die Maßnahmen untersuchen und dann beschließen muss.


Der Papst ließ seine Sorge darüber erkennen, dass - wie in der Vergangenheit - die Vereinigten Staaten allein die Initiative ergreifen und entscheiden, was dann zu einem "hot war" führen würde, dessen Folgen in der bereits tragischen Lage nicht abzuschätzen wären. Im Moment jedoch ist das Gegenteil der Fall. Die Vereinigten Staaten und Präsident Obama ließen vor allem eine große Trägheit und Unlust erkennen, als der sogenannte IS ("Islamische Staat") seine volkermörderische Christensäuberung im Land in Gang brachte und realisierte.

Eindringlich hatte Franziskus daher mehrmals das Eingreifen der internationalen Gemeinschaft gefordert. Auch der persönliche päpstliche Sondergesandte im Irak, Ferdinando Kardinal Filoni, forderte dies dringlich, bevor es für die religiösen Minderheiten im Land zu spät ist. Der Kardinal wandte sich direkt an die Vereinten Nationen, aber auch in New York scheinen Unlust und Schläfrigkeit vorzuherrschen, was den Eindruck einer Ohnmacht aufdrängt.

"Wake up and go ahead!" hatte Franziskus der Jugend Asiens an Mariä Himmelfahrt beim Heiligtum von Solmoe zugerufen. Dasselbe ruft er der Welt zu, einer Welt, die sich durch Immer großer werdendes Leid und durch immer hässlichere Grausamkeit und Unmenschlichkeit auszeichnet, einer Welt, die für den Papst mitten im Dritten Weltkrieg steht, überall, einem Weltkrieg in Folgen, der sozusagen Stück für Stück geführt wird.

Wie also die Massaker "stoppen"? Viele Fragen kommen auf, wenn man weiß, dass den islamistischen Jihadisten von IS 2,4 Milliarden Dollar zu Verfügung stehen, dass sie mit besten Waffen ausgerüstet sind, dass sie weltweit vernetzt sind, dass es jemanden gibt, der ihnen diese Waffen verkauft. "Wer sind diese Waffenhändler? Wer verdient am Tod und am Leid anderer?", hatte Franziskus bereits in der Vergangenheit gefragt. Und auch der Nuntius bei der UNO in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, hatte die Notwendigkeit betont, die Geldflüsse zu stoppen, die sich über die islamistischen Terroristen des "Kalifats" vor allem aus den Golfländern ergießen. Aber auch dies kann nicht die alleinige Lösung sein, da die Islamisten international vernetzt und, wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, bereit und fähig sind, Eroberungsfeldzüge zu führen, Menschen zu versklaven, sich selbst zu versorgen.

Es muss der Welt klar werden, dass der islamistische Jihadismus kein lokales Phänomen ist, sondern quer durch den Nahen Osten, Afrika, Asien bis hin nach Europa geht, "Weltkrieg in Folgen" mit dem dramatischen Wort des Papstes. Umso mehr müssen die Vereinten Nationen sich ihrer Verantwortung bewusst werden. "Wake up!", bevor sich eine der Folgen des Weltkrieges im eigenen Land abspielt.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus

  1. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  2. Basiert 'Traditionis Custodes' von Franziskus auf einer Lüge?
  3. Gemelli-Chefarzt: Papst Franziskus wäre fast gestorben
  4. "Nicht glücklich": Papst bedauert Äußerung zu Russland
  5. Papst tauft Kind in der Gemelli-Klinik
  6. Papst im Kongo eingetroffen
  7. Papst übt schwere Kritik am deutsch-synodalen Weg und spricht von 'schädlicher Ideologie!
  8. Erneut keine Fasten-Exerzitien mit Papst und Kurie in den Bergen
  9. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  10. Vatikan: Papst stellt Live-Gottesdienste ein







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  3. Ein moderner Menschenhandel: Die Ersatzmutterschaft durch Kauf eines Kindes
  4. Wussten Sie, dass es einen Schutzpatron für Gewichtsheber gibt?
  5. Jakobsweg steuert auf neues Pilger-Rekordjahr zu
  6. Finnische Langzeitstudie: Anstieg an psychiatrischen Erkrankungen nach ‚Geschlechtsumwandlung‘
  7. Neuer Eichstätter Bischof Würtz will jetzt beim deutsch-synodalen Irrweg mitmachen
  8. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  9. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  10. US-Studie: Regelmäßiger Kirchgang sorgt für glücklichere Ehen und mehr Intimität
  11. USA: Monat des Respekts für das Leben im Zeichen des Kampfs gegen Abtreibungspillen
  12. Florentiner Klosterapotheke entwickelte eines der frühesten Cola-Rezepte
  13. Gericht in Tschechien rehabilitiert "Märtyrer-Kardinal" Trochta
  14. Thilo Sarrazin warnt vor Folgen der demografischen Entwicklung in Berlin
  15. EILT! - Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz