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Bartholomaios I. schaltet sich in Streit um Hagia Sophia ein

31. Mai 2014 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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In der Türkei verschärft sich die Streit um eine mögliche Nutzung der Hagia Sophia als Moschee.


Istanbul (kath.net/KNA) In der Türkei verschärft sich die Streit um eine mögliche Nutzung der Hagia Sophia als Moschee. Erstmals schaltete sich jetzt der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. (Foto), in die Debatte ein. Er sei für die Beibehaltung des Status als Museum; wenn überhaupt eine erneute religiöse Nutzung der Hagia Sophia anstehe, dann als Kirche, weil sie als solche errichtet worden sei, sagte der Patriarch der türkisch-armenischen Wochenzeitung «Agos» (Donnerstag).

Patriarch Bartholomaios I., Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, antwortete damit auf Forderungen islamistischer und nationalistischer Gruppen und Politiker in der Türkei nach einer Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee. Zuletzt hatte die islamistische Organisation «Anadolu Genclik Dernegi» ihre Anhänger aufgerufen, sich an diesem Samstag zum Gebet in der Hagia Sophia zu versammeln.

Türkische Intellektuelle starteten eine Unterschriftenaktion für den Erhalt der Hagia Sophia als Museum. Einer der Organisatoren, der Architektur-Professor Ugur Tanyeli, warf den Befürwortern einer religiösen islamischen Nutzung vor, so zu tun, als habe die Geschichte Istanbuls mit der osmanischen Eroberung im Jahr 1453 begonnen. Die tausend Jahre als Hauptstadt des byzantinischen Reiches würden außer Acht gelassen. So gebe es in Istanbul kein einziges Museum, das sich mit Byzanz befasse, sagte Tanyeli.

Die aus dem 6. Jahrhundert stammende Hagia Sophia diente über Jahrhunderte als Reichskirche der Byzantiner. Seit der Eroberung Konstantinopels durch die muslimischen Osmanen im 15. Jahrhundert war sie die wichtigste Istanbuler Moschee. Nach der Ablösung des Osmanenreiches durch die türkische Republik 1923 wurde die Hagia Sophia ein Museum, in dem religiöse Riten verboten sind. Heute gehört sie zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Istanbuls. In den vergangenen Monaten hatte sich unter anderem der stellvertretende Ministerpräsident Bülent Arinc für die Umwandlung des Baus in eine Moschee ausgesprochen.

Foto Patriarch Bartholomaios I.:


Georgisch-orthodoxer Gesang mit eindrucksvollen Bildern aus der Hagia Sophia



(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto Patriarch Bartholomaios I. (c) kath.net/Michael Hesemann


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Lesermeinungen

 Stiller 31. Mai 2014 
 

Ich stand in diesem Museum vor vielen Jahren,

und um mich und über mir war Kirche mit dem eindringlich großartigen Marienbild mit Jesuskind in der einen Apsis, um mich und über mir war Moschee mit der Verschriftlichung der ersten Sure in der Kuppel.
So wie ich gefangen war von der einzigartigen Architektur, traf mich unvermittelt und direkt eine Stimmung der tiefen Ehrfurcht.
Der verhaltene Lärm der vielen Besucher und Besichtiger verlor sich völlig. Ich war ganz allein mit meine Gedanken, meinem Gebet.
Und wie mir ging es anderen wohl auch.
Christen, Muslimen.

Die Hagia Sophia sollte Museum bleiben, um solches auch zukünftig möglich zu machen am Schnitt-, nicht Verschmelzungspunkt, der Kulturen und Religionen.


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