Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  3. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  4. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  5. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  8. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  9. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  10. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  11. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  12. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  13. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  14. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  15. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur

Freiburger Memorandisten attackieren Glaubenspräfekten Müller

25. November 2013 in Deutschland, 53 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wir „bedauern... die Äußerungen des Präfekten der Glaubenskongregation“ - Zollitsch wird ohne Ende gelobt - Zollitsch-Sprecher Eberle war Teilnehmer bei Treffen der Anti-Rom-Gruppierung


Freiburg (kath.net) "Wir „bedauern... die Äußerungen des Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof G. Müller im L‘Osservatore Romano vom 13.11.2013. Weder Inhalt noch Form seiner Intervention entsprechen einem dialogischen und communialen Verständnis von Kirche in der Welt von heute, wie es das II. Vat. Konzil vorgezeichnet hat.“ Dies behauptet die unter den Namen "Freiburger Memorandumspriester“ bekannt gewordenen Gruppe von ungehorsamen Priestern und Diakonen in einer Erklärung. Das Schreiben der Freiburger Memorandumspriester kursiert offenbar gerade in der Erzdiözese Freiburg. Die Erklärung ist bisher nicht öffentlich zugänglich, liegt kath.net aber vor (Screenshot siehe unten).

In der aktuellen Stellungnahme geht es um die derzeitige Diskussion über die Frage der Sakramentenzulassung für Kirchenmitglieder, die nach einer Scheidung zivilrechtlich eine neue Ehe eingegangen sind, deren sakramental gültige Ehe aber nicht annuliert wurde.

Die umstrittene Gruppe lobt Erzbischof Zollitsch ohne Einschränkung: „Wir Initiatoren (Memorandum-Priester-und-Diakone-Erzdiözese-Freiburg) begrüßen diese Handreichung ausdrücklich. Unserem Bischof R. Zollitsch, der sich in den diözesanen Gremien, in der Freiburger Diözesanversammlung und auch in den Gesprächen mit uns Initiatoren eindeutig für eine Veränderung des seelsorglichen Umgangs mit den wiederverheiratet Geschiedenen ausgesprochen hat, sei hierfür ausdrücklich gedankt. Der eingeschlagene Weg einer integrierenden Pastoral muss unbedingt und mutig weitergegangen und die vorliegende Handreichung in diesem Sinn umgesetzt und auch weiterentwickelt werden.“ (Hervorhebung durch kath.net).


Eigens wird betont, dass „viele Betroffene sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger“ die Handreichung des Freiburger Seelsorgeamtes „als ein ermutigendes Zeichen und mit Erleichterung aufgenommen“ haben, damit die Handreichung „ein erster wichtiger Schritt“ „im Sinn einer evangeliumsgemäß barmherzigen und menschenfreundlichen Pastoral“. Sie müsse weiterentwickelt werden, „es besteht weder für uns Seelsorger und Seelsorgerinnen noch für die Betroffenen selbst oder unsere Gemeinden Grund, hinter die theologischen, pastoralen und kirchenrechtlichen Perspektiven dieser Handreichung zurückzugehen“.

In diesem Schreiben beanspruchen die Freiburger Memorandumspriester und -diakone für ihre Positionen auch Aussagen von Papst Benedikt XVI.: „Wir bitten daher unseren Erzbischof und alle deutschen Bischöfe, mit Entschiedenheit dem Anliegen weiterhin Rechnung zu tragen, das Papst Benedikt XVI. beim VII. Weltfamilientreffen in Mailand 2012 äußerte, als er den Geschiedenen in seiner Predigt zurief: ‚Ich ermutige euch, mit euern Gemeinden verbunden zu bleiben, und wünsche mir zugleich, dass die Diözesen geeignete Initiativen ergreifen, um euch aufzunehmen und Nähe zu vermitteln‘.“

Das Schreiben trägt das Datum vom „21. November 2013“. Bereits im Juni hatte gemäß Auskunft auf der Homepage der Gruppe ein Treffen in Offenburg stattgefunden. Von den insgesamt 1390 Priestern, Ordenspriestern und ständigen Diakonen des Erzbistums Freiburg (Stand Ende 2011, Quelle: Annuario Pontificio 2013) war dieses Treffen gerade mal 38 Menschen wichtig genug gewesen, um persönlich zu erscheinen. Die Initiatoren bemüßigten sich deshalb zu der Erläuterung: „Viele Kollegen bekundeten ihr großes Interesse, auch wenn Sie an diesem Tag nicht teilnehmen.“ [Anm: Die Mängel in Grammatik und Orthographie entsprechen dem Originaltext] Unter den wenigen Teilnehmern waren Personen, die auf Diözesanebene Mitverantwortung tragen, spürbar stark vertreten, wie die Initiatoren feststellten: „Unter den 38 Teilnehmern waren auch Mitglieder des Priesterrats, darunter die Domkapitulare Peter Kohl und Andreas Möhrle sowie Pressesprecher Robert Eberle“.

Diese Gruppe reformorientierter Kleriker macht nicht zum ersten Mal mit Unterschriftenaktionen und Stellungnahmen auf ihre privaten Vorstellungen zur Lösung innerkirchlicher Problemfelder auf sich aufmerksam.

Hintergrund:

Für das Erzbistum Freiburg hatte ausgerechnet das erzbischöfliche Seelsorgeamt eine „Handreichung“ veröffentlicht, die Vorschläge beschreibt, wie nach einer zivilrechtlichen Scheidung standesamtlich in einer zweiten Ehe lebenden Katholiken ohne kirchliche Annullierung der ersten Ehe, aber mit kirchlicher Erlaubnis beichten und zur Kommunion gehen können. Der apostolische Administrator von Freiburg, Erzbischof Robert Zollitsch, hatte die Handreichung zunächst als „vorläufigen Impuls“ kleingeredet. Der Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, forderte daraufhin ausdrücklich dazu auf, das Papier zurückzunehmen, kath.net hat berichtet. Daraufhin stellte Zollitsch auf der Versammlung des Diözesanrates mit einer „klaren Botschaft“ fest, wie das „Konradsblatt“ berichtete, „dass es in Sachen Handreichung nichts zurückzunehmen gibt. Die Freiburger Initiative verstehe sich als Beitrag zur derzeit laufenden Diskussion über dieses Thema“.

Die Handreichung war weltkirchlich stark diskutiert worden. Selbst kirchliche Verantwortliche, die ansonsten ebenfalls für eine Lockerung der Vorschriften von zivilrechtlich in zweiter Ehe lebenden Katholiken plädieren, kritisierten den Alleingang des Erzbistums Freiburg mit dem Hinweis, dass für diese Problematik nicht eine regionale Teillösung, sondern eine weltkirchlich tragende Lösung gefunden werden müsse. Zur Auseinandersetzung mit dem Problem der Pastoral für wiederverheiratete Geschiedene wurde für 2014 eine Bischofssynode angesetzt, derzeit laufen weltweit die Erhebungen im Zuge einer vatikanischen Umfrage.

Die Erklärung der Memorandumspriester und -diakone zur Freiburger Handreichung




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Erzbistum Freiburg

  1. Erzbistum Freiburg: ‚Walpurgisnacht’ in katholischer Kirche
  2. Erzieherin erhält Kündigung, nachdem sie aus der katholischen Kirche austrat und altkatholisch wurde
  3. Ordinariat Freiburg beurlaubt Geistlichen wegen Missbrauchsvorwurf
  4. #corona - Anleitung zum Liturgiemissbrauch im Erzbistum Freiburg
  5. „Welche Neurosen haben sich denn da zur Fachschaft versammelt?“
  6. Deutschland: Erzdiözese Freiburg vor radikalem Strukturwandel
  7. Ohne Gender keine Pastoral?
  8. Anklage gegen Freiburger Priester wegen finanziellem Betrug
  9. Freiburger Altdechant verhaftet: Erzbischof Burger schockiert
  10. Explosion in Mannheimer Kirchturm – Tatverdächtiger festgenommen






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  8. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  9. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  10. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  11. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  12. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  13. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  14. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  15. Irrtümer über den Jakobsweg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz