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Armenier danken Franziskus für klare Worte zum Genozid

11. Juni 2013 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
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Bischof von Gourgak: Papst sprach historische Wahrheit aus, Türkei muss Schmerz der Armenier sehen und sich Wahrheit des Genozids stellen


Ankara-Rom (kath.net/KAP) Der armenisch-apostolische Bischof von Gougark in Nordarmenien, Sebouh Chouldjian, hat in einem Interview mit der türkischen Zeitung "Hürriyet" Papst Franziskus für seine klaren Worte zum Genozid der Jahre 1915-1919 (Archivfoto) gedankt. Der Papst habe eine historische Wahrheit ausgesprochen, die Türkei müsse den Schmerz der Armenier sehen und sich der Wahrheit des Genozids stellen, so der Bischof am Montag, wie die Stiftung Pro Oriente berichtet. Chouldjian erinnerte, dass in den vatikanischen Archiven zweifellos aus den Berichten der päpstlichen Diplomaten und katholischen Bischöfe jener Zeit viel zu erfahren sei.

Franziskus hatte am 3. Juni die Gräueltaten an den Armeniern während einer Zusammenkunft mit dem armenisch-katholischen Patriarchen Nerses Bedros XIX. Tarmouni im Vatikan als den "ersten Genozid des 20. Jahrhunderts" bezeichnet. Die Äußerung wurde erst am Wochenende durch Aufnahmen des vatikanischen Fernsehzentrums bekannt.

Der Direktor des Armenischen Nationalkomitees für Südamerika, Alfonso Tabakian, unterstrich die Bedeutung der Äußerung von Franziskus. Die Worte des Papstes würden alle Grenzen von Staat und Religion überschreiten. Zugleich werde damit die entsprechende Äußerung von Johannes Paul II. bei seiner Ankunft in Armenien am 25. September 2001 bestätigt.


Die Türkei legte am Sonntag gegen die Äußerung offiziell Protest ein. Die türkische Botschaft beim Heiligen Stuhl bestätigte am Montag in Rom, dass der Botschafter des Heiligen Stuhls vom Außenministerium in Ankara einbestellt worden sei.

In einer im Internet veröffentlichten Erklärung verurteilte das türkische Außenministerium die päpstliche Aussage am Wochenende als "absolut inakzeptabel". Vom Papst werde erwartet, dass er zum Weltfrieden beitrage, und nicht, dass er Feindseligkeiten über historische Ereignisse schüre. Von vatikanischer Seite lag hierzu bis Dienstag keine Stellungnahme vor.

Durch Massaker und im Zuge von Vertreibungen kamen zwischen 1915 und 1917 im damaligen Osmanischen Reich mehrere hunderttausend Armenier ums Leben. Die Gräueltaten an den Armeniern stellen nach Ansicht vieler Historiker den ersten Völkermord im 20. Jahrhundert dar. Mehr als ein Dutzend Staaten haben sie mittlerweile als Genozid anerkannt. Dazu gehören Frankreich, die Schweiz und die Niederlande.

Die Türkei beharrt hingegen auf ihrer Position, nach der die Vertreibung mit ihren Folgen nicht als Genozid zu bewerten sei. Papst Franziskus hatte das Vorgehen gegen die Armenier bereits in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires als Völkermord bezeichnet.

Armenische Medien hatten breit über die Papstaussage zu den Massenmorden im Osmanischen Reich berichtet. Nach Angaben des Außenministeriums in der Hauptstadt Eriwan dankte der neue armenische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Mikayel Minasyan, bei der Übergabe seines Beglaubigungsschreibens am Freitag Franziskus für seine Worte. Zugleich lud er ihn nach Armenien ein.

Bei seinem Armenien-Besuch 2001 hatte Johannes Paul II. gemeinsam mit dem armenischen Katholikos Karekin II. erklärt: "Die Ermordung von eineinhalb Millionen armenischen Christen ist das, was generell als der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird, und die spätere Vernichtung von Tausenden von Menschenleben unter dem ehemaligen totalitären Regime sind Tragödien, die in der Erinnerung der heutigen Generation noch immer lebendig sind."

Franziskus hatte bereits als Erzbischof von Buenos Aires im April 2006 bei den Gedenkfeiern zum Jahrestag des Beginns der Armenierverfolgung appelliert, den "Genozid an den Armeniern" als das "schwerste Verbrechen der osmanischen Türkei am armenischen Volk und der ganzen Menschheit" anzuerkennen.

Sehen Sie auf KathTube den Film: "Die vierzig Tage des Musa Dagh von Franz Werfel

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

 speedy 12. Juni 2013 
 

es ist gut das unser papst die wahrheit sagt


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 prim_ass 12. Juni 2013 
 

Traurig

Traurig finde ich nur, dass eine solche hervorragende Aussage des Papstes erst dadurch bekannt wurde, dass die Türkei protestierte. Warum wurde diese wichtige Aussage nicht gleich am 3.Juni von Radio Vatikan verbreitet? Das spricht Bände für so einige andere verschwiegene Aussagen des Papstes...

Danke, Heiliger Vater für diese klaren Worte!!!


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 Regensburger Kindl 12. Juni 2013 

Türkei

wenn man sich momentan ansieht, was in der Türkei momentan abgeht, sollte sich die Regierung von Erdogan zurückhalten, was Weltfrieden betrifft! Sie sollten sich selber an der Nase packen und ganz kleine Brötchen backen! Dieses Land, das immer weiter in Richtung Diktatur steuert, wenn Erdogan an der Regierung bleibt, will wirklich in die EU? Für mich ein absolutes NO GO!!! So ein Land hat nichts in der EU zu suchen!! Ich hoffe sehr, dass dies bei der Frage, ob die Türkei der EU beitreten kann, berücksichtigt wird und das verhindert wird!!! Wir haben so schon genug Probleme!!!!


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 Diasporakatholik 12. Juni 2013 
 

Mein Lob und meine Anerkennung für Papst Franziskus

Es war richtig und gut von Papst Franziskus an diesen bald 100 Jahre zurückliegenden Völkermord aus Glaubensgründen zu erinnern.
Er ist leider in der Türkei bis heute verdrängt bzw. verleugnet worden, ebenso wie es dort leider bis zum heutigen Tage keine echte Religionsfreiheit gibt.


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0
 
 willibald reichert 11. Juni 2013 
 

Stepher

Der getroffene Hund bellt! Wenn ich an
den medialen Aufschrei der türkischen Kommunity in Deutschland und der Türkei
wegen der Ermordung von acht!! türkisch-
stämmigen Bewohnern unseres Landes denke,
dann sieht man die ganze Verlogenheit
und es wird bewußt vergessen, daß es
sich bei den Armeniern und anderen christlichen Volksgruppen um eine staat-
lich gewollte Vernichtung handelte, die
die die Bevölkerung der Erstgenannten
in etwa halbierte, während es im laufen-
den Prozeß um wenige Politkriminelle geht, bei denen nach jetzigem Wissen
staatlicherseits nicht alles so bewer-
tet wurde, wie es in der h e u t i g e n
G e s a m t s i c h t hätte laufen müs.
sen. Es bleibt ein Skandal, daß man mit
einem solchen Staat weiterhin ergebnis-
offen verhandelt über einen EU-Bei-
tritt, der hinter einer demokratischen
Fassade gezielt eine immer stärkere Is-
lamisierung aller Bereiche betreibt.
Jürgen Liminski ist zuzustimmen, wo er
einem Abbruch der EU-Verhandlungen das
Wort redet.


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 Stepher 11. Juni 2013 
 

Was das für die "Türkei" bedeutet?

Dieses Land heißt richtig Kleinasien, ist jüdisch christlich und seine Hauptstadt heißt Konstantinopel!
Wer hat das geändert? Die Seldschuken? Und warum ist es verpönt dies auzusprechen?


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 frajo 11. Juni 2013 

Schon 1860

hatte die Osman. Regierung die Drusen im Libanon und Syrien, die vorher Jahrhunderte lang friedlich mit den Christen zusammengelebt hatten, auf diese gehetzt, wobei es zu unbeschreibliche Gräueltaten an den Christen gekommen ist mit mehr als 10000 abgeschlachteten Christen - darunter der sel. Engelbert Kolland - und mehr als 100000 vertriebenen. War nur ein Vorspiel zu dem, was 50 Jahre später geschehen ist. Wenn man sich die türk. Regierung heute so anhört, dann könnte man direkt an eine direkte Linien zu den damaligen Machthabern denken. Feine Europäer!


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 Anfaenger 11. Juni 2013 

Josepha-Maria

Mit geht es nur darum zu wissen, welche Folgen auf die Türkei zukommen würden, wenn sie die Tatsachen anerkennen würde. Es wird nämlich praktisch überall nur die Anerkennung gefordert. Über die Konsequenzen der Anderkennung redet niemand. Dabei dürfte doch klar sein, dass diese Konsequenzen von der Türkei um so mehr erwogen werden, je unberechenbarer sie sind. Ich frage mich, ob eine Lösung nicht bedeutend leichter wäre, wenn auch diese Forderungen offen auf dem Tisch lägen.


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 Smaragdos 11. Juni 2013 
 

Schon eine echte Frechheit, dass die türkische Regierung die Äußerung des Papstes für inakzeptabel hält und nicht den Völkermord selbst!


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 Josepha-Maria 11. Juni 2013 
 

@ kann es darum gehen?

"Welche rechtlichen und finanziellen Folgen hätte eine solche Anerkennung für die Türkei?"

KANN ES DARUM GEHEN????

Nein.

Die BRD hat 1949 auch nicht gesagt: Wir haben mit dem Holocaust nix zu tun den haben ja die Nazis gemacht - das sogenannte "dritte Reich".

Also kann sich die Türkei auch nicht hinstellen und sagen: das war das osmanische Reich.


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 Anfaenger 11. Juni 2013 

Was mir nicht klar ist

Welche rechtlichen und finanziellen Folgen hätte eine solche Anerkennung für die Türkei? Oder könnte sie sich darauf berufen, dass der heutige türkische Staat nicht für die Fehler des osmanischen Reiches zu haften hat?


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 Prophylaxe 11. Juni 2013 
 

In

Srebrenica, wo 6.000 muslimische Männer umkamen, wird neuerdings auch von einem Völkermord geredet und die Türkei postuliert diesen an jeder Stelle, denn es handelte sich um Muslime und die Türkei sieht den Balkan als ihr altes Kolonialgebiet.
Von 1 Mio. ermordeter Christen am Ende der osmanischen Reichs wollen sie dagegen nichts wissen.
Eine Schande für die EU mit diesem Land über einen Beitritt überhaupt zu reden.


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 Cosinus 11. Juni 2013 
 

Der Papst kuscht halt nicht feige vor den

Nachfahren der Täter.


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 denkmal 11. Juni 2013 
 

"vom Papst wird erwartet...

...daß er zum Weltfrieden beiträgt" hieß es in der Erklärung des türkischen Außenministeriums. Genau das tut er; denn Frieden ohne Gerechtigkeit und aufkosten anderer ist kein Frieden, sondern Diktatur. Natürlich ist Vergebung wichtig; aber wer nicht bereit ist, Schuld einzugestehen, sagt damit, daß er die zugrundeliegende Geisteshaltung nicht abgelegt hat und bereit ist, dasselbe wieder zu tun.


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