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7. Juni 2013 in Deutschland, 14 Lesermeinungen
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Kardinal Kasper bei Eucharistischen Kongress in Köln: Protestantische Kirchen stehen trotz Einführung aller vom Zeitgeist geforderten Neuerungen in der Glaubensvermittlung nicht besser da VIDEO von der Katechese


Köln (kath.net/KNA) Eine grundlegende Neuausrichtung der innerkirchlichen Reformdebatte hat Kurienkardinal Walter Kasper angeregt. Vor rund 700 Priestern, Diakonen und Bischöfen aus ganz Deutschland beklagte er am Freitag in Köln «Grabenkämpfe» und «Drahtverhaue» im aktuellen kirchenpolitischen und theologischen Meinungsstreit. Die Kirche brauche dringend einen Themenwechsel; sie müsse die Frage nach Gott und Christus wieder ins Zentrum rücken. Der Rückgang der Mitgliederzahlen müsse die Kirche nicht schrecken, erklärte Kasper. Das Leben in der Krise und als Minderheit gehöre zur Geschichte der Kirche dazu.

Der Kurienkardinal appellierte an die Geistlichen, sich nicht von den Medien auf «Nebenkriegsschauplätze» wie die Fragen nach Diakoninnen oder den Zölibat drängen zu lassen. Er verwies auf die protestantischen Kirchen, die trotz Einführung aller vom Zeitgeist geforderten Neuerungen in der Glaubensvermittlung nicht besser dastünden als die katholische Kirche.


Kasper kritisierte eine «Diktatur des Relativismus und der political correctness». Wenn jeder Tabubruch als Fortschritt gelte, werde das Leben «indiskret, taktlos, distanzlos, ehrfurchtslos und letztlich unerträglich». Die Priester rief er auf, die Dimension des Heiligen wieder in den Mittelpunkt ihres Redens und Tuns zu rücken. Es sei dringend erforderlich, neu die Ehrfurcht vor Gott zu lernen und das Erste Gebot neu zu buchstabieren.

«Wir brauchen eine theologische Wende in der Theologie und in der Seelsorge!», erklärte der Kardinal und forderte unter anderem eine radikal verbesserte Vorbereitung der Kinder auf die Sakramente und eine Rückkehr zur Beichte. Der Verfall dieses Sakraments der Barmherzigkeit sei eine der «tiefen schwärenden Wunden am Leib der Kirche». Er berichtete, dass die Beichtpraxis in Rom derzeit spürbar zunehme, weil Papst Franziskus mit seiner Botschaft von der Barmherzigkeit viele Menschen ins Herz treffe.

Mit Blick auf die Missbrauchs-Skandale erklärte Kasper, die Kirche dürfe Missstände nicht vertuschen. Als eine «heilige Kirche von Sündern» müsse sie Verfehlungen eingestehen und sich reinigen. Anders als diese menschengemachten Skandale sei aber der «Grundskandal» der Kirche unvermeidlich, der darin bestehe, dass sie sich von der Welt unterscheide. Christsein sei nur in der Differenz möglich. Nur, wer selbst von etwas überzeugt sei, könne auch andere respektieren und mit ihnen in Dialog treten. Kaspers Vortrag in der Kölner Kirche Sankt Heribert wurde von den Klerikern mit langem Applaus bedacht.

Zitat bei der Veranstaltung: "Wir sind der kranke Mann der Weltkirche."

kathTube: Video von der Katechese auf kathTube





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