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Theologe Windisch: Seelsorge ohne das Wesentliche ist 'Bläh-Pastoral'

29. Mai 2013 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
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Pastoraltheologe Windisch referierte an Philosophisch-Theologischer Hochschule St. Pölten über "Zukunft der Seelsorge"


St. Pölten (kath.net/dsp) Die kirchliche Seelsorge habe einen „zwei-einen“ Auftrag: einerseits zu Jesus Christus hinzuführen und andererseits die „ernsthafte Sorge um das ewige Heil der Menschen“. Dies erklärte der emeritierte Freiburger Ordinarius für Pastoraltheologie Hubert Windisch bei einem Vortrag zur „Zukunft der Seelsorge“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten. „Gerät dieser Auftrag aus dem Blick, entsteht seelsorgliche Wichtigtuerei“, so Windisch. Die Folge solcher „Bläh-Pastoral“ seien „geschickte Versuche der Täuschung und medienwirksame Aufrufe zum Ungehorsam“.

Viele pastorale Programme und Leitlinien seien „oft gut gemeint“, versuchten jedoch durch die Veränderung von Strukturen „nur alte und gewohnte Verhältnisse der letzten 60 Jahre aufrecht zu erhalten“. Es bedürfe jedoch einer geistlichen Erneuerung, wie Windisch betonte. Eine Seelsorge der Zukunft sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren: „Es geht um das eine Notwendige: dass die Menschen durch die Seelsorge ihr Leben von innen her spüren und verkosten können. Das Innerste jedoch ist Gott.“


Dieses „Grundprinzip aller Pastoral“ sollte auch heute das Leitbild allen kirchlichen Engagements sein: Gott, Jesus Christus und das Heil der Welt. Wenn sich die Seelsorger fragten, „was die Menschen zu Jesus führt und was sie daran hindert“, würde die Seelsorge „wesentlicher“ werden, so Windisch. Es gelte alle Maß nahmen zu „durchleuchten, ob sie sinnvoll und notwendig sind, um den Menschen Christus zu zeigen“. Dieser „Ziel- und Quellpunkt“ aller Pastoral dürfe nicht verloren gehen.

Windisch konstatierte eine „Selbstauflösung der Kirche vom Allerheiligsten her“: „Wir bieten Sakramente, die viele Menschen nicht mit ihrem Glauben füllen können. Umgekehrt erwarten die Menschen aus ihrem nicht kirchlichen Glauben Feiern, die wir ihnen nicht bieten können.“ Die Sakramente seien keine „Events an Lebenswenden“, sondern jedes Sakrament sei „hineingenommen in das Sterben und die Auferstehung Jesu Christi“.

In der Folge wandte sich Windisch gegen einen „Erfassungszwang“ bei den Initiationssakramenten: „Die Kinder müssen nicht klassenweise zu Erstkommunion und Firmung geführt werden.“ Gleichzeitig sollte die Sakramentenpastoral „elementarisiert“ werden, nur elementares Wissen und Verhalten sowie die Grundgebete sollten – allerdings unter Einbindung der Eltern – vermittelt werden. „Dadurch könnte das Wesentliche für das spätere Leben der Kinder erhalten bleiben.“


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