Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  5. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  6. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  7. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  8. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  9. Gottes Wirken vollzieht sich im Verborgenen
  10. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  11. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  12. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  13. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  14. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  15. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò

Schönborn: Wissenschaft braucht Raum fürs 'Staunen'

23. Juli 2012 in Österreich, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Erzbischof diskutierte mit Wissenschaftsminister Töchterle, Philosophin Gerl-Falkovitz und Theologen Weder zum Auftakt der Salzburger Festspiele über "Schöpfer und Geschöpf"


Salzburg (kath.net/KAP) Der Mensch muss wieder einen "Raum zurückgewinnen", der sich der alleinigen Rationalität entzieht, dafür aber "sinnvoll" ist, "weil vordergründig nutz- und zwecklos". Zu dieser Überzeugung kamen die Diskutanten zum Thema "Schöpfer und Geschöpf" im Rahmen der "Ouverture spirituell" bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele am Samstag. Im Zentrum der Diskussion in der "SalzburgKulisse" mit Kardinal Christoph Schönborn, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, der deutschen Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und des Schweizer Theologen Hans Weder standen Grundfragen der europäischen Kultur und des Suchens nach Gott im Kontext einer naturwissenschaftlich geprägten Geisteswelt.

Dabei wies der Wiener Erzbischof nachdrücklich die Kritik zurück, wonach die Kirche in kritischer Distanz zur Naturwissenschaft stünde. Gleichzeitig warnte Schönborn vor einer "Vergötzung des Fortschritts" und einem Knappwerden der Sinnreserven. Das "Suchen" sei "dem Menschen eingewebt", sagte der Kardinal. "Gefährlich" sei aber das "alleinige Vertrauen auf die Wissenschaft" und "wenn eine Methode zur Mentalität wird". Demgegenüber hielt der Kardinal fest, dass "in allen Wissenschaften Raum für das Staunen bleiben muss."


Eine Sicht, die auch vom Wissenschaftsminister Töchterle bestärkt wurde, der zudem für einen klaren "Auftrag an die Bildung" plädierte, "dafür zu sorgen, dass Gott im Diskurs bleibt". Zuvor hatte der habilitierte Altphilologe über die bleibende Brisanz des Prometheus-Mythos als Vollender oder Zerstörer der Schöpfung referiert.

Zwischen "Natur" und "Schöpfung" differenzieren

Vor einem "verflachenden Umgang" mit den Begriffen "Natur", "Umwelt" und "Schöpfung" warnte die deutsche Philosophin Gerl-Falkovitz. "Natur" sei geistesgeschichtlich als ein helles und zugleich dunkles Phänomen verstanden worden, das der Mensch zu "vermessen, beeinflussen und zerstören versuche". Von daher sage "Natur" aber nichts über den tieferen Grund allen Verstehens aus. Demgegenüber gehe es bei dem aus dem christlich-jüdischen Denken stammenden Begriff von "Schöpfung" um ein Verständnis, das dem Naturbegriff vorgeordnet sei.

Dies zeige sich darin, dass "Schöpfung" aus aller zeitlichen Zuordnung heraustrete , weshalb das biblische Alte Testament konsequent von der Schöpfung "im Anfang" und nicht "am Anfang" spreche. Gerl-Falkovitz verwies auf den semitschen Wortstamm für "Schöpfung", der "aus dem Kopf entstanden" bedeute. "Schöpfung" entspringe demnach aus dem Willen und Wort des Schöpfers, hinter dem keine Notwendigkeit, sondern Freiheit und ein klares Ziel stehen. Aus diesem Grund sei Gott als "Urheber" und nicht als "Verursacher" zu bezeichnen. Gott habe den Menschen in diese Schöpfung hineingestellt und ihm sein eigenes Antlitz eingetragen, betonte die deutsche Philosophin, die an die Worte des Thomas von Aquin erinnerte: "Gott ist so frei, dass er nur Freie um sich duldet".

Der Schweizer Theologe, Hans Weder, ging in seinem Vortrag auf den "Raum der Lieder und Hymnen ein, in dem der Mensch zum Freund des Lebens und zur Dankbarkeit gegenüber Gott findet". Mit Blick auf das Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft erinnerte der frühere Rektor der Uni Zürich an ein Wort des Physikers Werner Heisenberg, wonach der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft atheistisch mache, "am Grund aber wird man gläubig".

Das vom internationalen Filmproduzenten Jan Mojto moderierte Gespräch wurde vom Herbert Batliner Institut und der Leitung der Salzburger Festspiele im Rahmen der erstmals stattfindenden "Ouvertüre spirituelle" veranstaltet.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.

Foto Kardinal Schönborn: (c) kath.net


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Wissenschaften

  1. US-Regierung unterstützt Forschung mit Gewebe von abgetriebenen Babys künftig nicht mehr
  2. Biotechnologie-Verordnung von US-Präsident Biden als Schritt zum ‚Transhumanismus’?
  3. US-Abgeordnete: Scharfe Kritik an Forschung mit Körperteilen abgetriebener Babys
  4. Universität Pittsburgh ist Zentrum für Experimente mit Körperteilen abgetriebener Babys
  5. Mondlandung bestätigte: "Mensch lebt nicht von Brot allein"
  6. Alles Zufall, oder was?
  7. Kutschera übt Selbstkritik – ohne seine Thesen zu revidieren
  8. Theologe Huber: Immer weniger Naturwissenschafter glauben an Gott
  9. Klimawandel-Hysterie und die Bewahrung der Schöpfung
  10. DNA-Studie: Alle Menschen stammen von einem Paar ab






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  5. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  6. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  7. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  8. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  9. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  10. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet
  11. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  12. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  13. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  14. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  15. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz