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England: An islamischen Schulen müssen sich Mädchen verschleiern

12. Oktober 2010 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Mindestens drei muslimische Privatschulen in England verlangen von ihren Schülerinnen, sich in der Öffentlichkeit zu verschleiern. Kritik an dieser Vorschrift kommt auch von muslimischen Vertretern.


London (kath.net/idea)
Mindestens drei muslimische Privatschulen in England verlangen, dass sich Schülerinnen in der Öffentlichkeit verschleiern. Das hat zu Kritik auch von muslimischen Vertretern geführt: Eine solche Kleiderordnung sende das Signal aus, dass man sich nicht integrieren wolle.

Wie die Zeitung Daily Mail (London) schreibt, werden Mädchen ab elf Jahren in den betreffenden Schulen zur Verschleierung gezwungen. Alle Institutionen sind von der Bildungsbehörde Ofsted anerkannt, die darüber wacht, dass religiöse Privatschulen „Toleranz und Harmonie zwischen unterschiedlichen kulturellen Traditionen fördern“. Islamische Mädchenschulen mit Zwangsverschleierung sind die Madani-Schule in Ost-London, die Schule Jamea Al Kauthar in Lancaster (Nordengland) und die Jamea-Mädchenakademie in Leicester (Mittelengland). In den Vorschriften heißt es, dass Mädchen auf dem Weg von und zur Schule einen Niqab (Gesichtsschleier mit Augenschlitzen), eine Burka (vollständige Verschleierung des Körpers) oder ähnliche muslimische Kleidung tragen müssen. Der Daily Mail zufolge bewertete Ofsted alle drei Schulen, die Schulgeld von umgerechnet rund 2.000 Euro pro Jahr verlangen, mit mindestens „befriedigend“.


Schulkleidung mit Verschleierung „absurd“

Der Vorsitzende der Muslimischen Bildungs-Treuhand (Oxford), Imam Taj Hargey, bezeichnete die Verschleierung als „sehr beunruhigend“. Den Schülerinnen werde eingetrichtert, dass sie sich von der britischen Gesellschaft abgrenzen. Ed Husain, Ko-Direktor der anti-extremistischen Denkfabrik Quilliam, findet die Kleiderordnung „absurd“. Sie sende die Botschaft aus, dass Muslime nicht an der Gesellschaft teilhaben wollten. Eine Verschleierung von Mädchen werde selbst in vielen muslimisch geprägten Ländern nicht verlangt. 71,4 Prozent der 61 Millionen Briten bezeichnen sich als Christen, so die Nationale Statistikbehörde (London). Jeder Fünfte (20,5 Prozent) definiert sich als nicht-religiös. An dritter Stelle folgen Muslime mit 4,2 Prozent. Hindus (1,4 Prozent), Sikhs (0,6), Juden (0,5) und Buddhisten (0,4) sowie Anhänger anderer Religionen bilden kleine Glaubensgemeinschaften.


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