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Missbrauchsvorwürfe: Rektor des Aloisiuskollegs tritt zurück

9. Februar 2010 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
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Auch Mitglieder des Bonner Aloisiuskollegs waren mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert worden. - Forum Deutscher Katholiken für "Null-Toleranz", aber gegen Pauschalverurteilung der Jesuiten


Bonn / Bad Godesberg (www.kath.net) In der Folge der aktuellen Entwicklungen um das Aloisiuskolleg in Bad Godesberg ist der Rektor des Kollegs, Pater Theo Schneider SJ, mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Das teilte die Deutsche Provinz der Jesuiten am Montagabend mit.

Auch Mitglieder des Bonner Aloisiuskollegs, eine von drei deutschen Schulen in Trägerschaft des Jesuiten-Ordens, waren am Donnerstag mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert worden. Ein 62-jähriger Ex-Schüler berichtete von sexuellen Übegriffen durch Priester, danach meldete sich ein weiterer Betroffener am Freitag.


Der Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, Stefan Dartmann SJ, habe den Rücktritt angenommen. Pater Schneider habe den Provinzial am Montag darüber informiert, "dass er diesen Schritt im Interesse einer lückenlosen Aufklärung aller im Raum stehenden, einschließlich der gegen seine eigene Person gerichteten Vorwürfe für angeraten halte".

Der Provinzial werde in den nächsten Tagen eine kommissarische Leitung des Kollegs bestellen, gaben die Jesuiten außerdem bekannt.

"Null-Toleranz" gegen sexuellen Missbrauch forderte das "Forum Deutscher Katholiken" in einer aktuellen Stellungnahme. Die Täter seien zur Verantwortung zu ziehen, die Opfer zu entschädigen. "Ihnen gehört unser Mitgefühl."

Es sei jedoch "ungerecht, die Jesuiten pauschal für die Untaten einiger Ordensangehöriger anzuklagen oder unter Generalverdacht zu stellen", denn: "Schuld ist immer persönlich, nie kollektiv."

Kriminelle Handlungen hätten ihren Nährboden, heißt es in der Aussendung. "Einige der Ursachen sexueller Missbräuche sind die Sexualisierung des öffentlichen Lebens, die Gleichsetzung aller Formen von Sexualität und der nahezu ungehinderte Zugang zu pornographischen Darstellungen in verschiedenen Medien. Auch diese Ursachen sind an den Pranger zu stellen."

Die katholische Kirche habe sich stets gegen eine maßlose sexuelle Freizügigkeit gestellt. "Die Notwendigkeit ihrer Warnungen wird durch die aufgedeckten Missbrauchsfälle bestätigt."


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