
Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie5. Juni 2026 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Themen bei Konsistorium am 26. und 27. Juni sind Fortgang des Reformprojekts Weltsynode, Künstliche Intelligenz und aktuelle Weltlage
Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Leo XIV. möchte mit seinen Kardinälen über die aktuelle Weltlage, Künstliche Intelligenz und den Fortgang des Reformprojekts Weltsynode beraten. Der Vorsitzende des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re, kündigte die Themen in einem Brief an die Teilnehmer an, wie Vatican News am Donnerstag berichtet. Das als Konsistorium bezeichnete Treffen findet am 26. und 27. Juni im Vatikan statt.
Zuletzt hatte sich Leo XIV. Anfang Jänner zu einer zweitägigen Arbeitssitzung mit seinem wichtigsten Beratergremium getroffen und die Themen Mission und Synodalität behandelt. Einige Diskussionsvorschläge fanden damals zunächst keine Mehrheit, darunter Fragen zum Verhältnis zwischen der vatikanischen Zentralverwaltung und den Ortskirchen sowie eine mögliche Debatte über die ältere Form der Messfeier. Sie stehen nun auch für das nächste Treffen nicht offiziell zur Debatte.
Krieg, Frieden und kirchliche Reformen
Die erste Sitzung widmet sich der internationalen Lage und der Situation in den Ortskirchen. Die gut 240 Kardinäle stammen aus mehr als 100 Ländern auf allen Kontinenten. In der zweiten und dritten Sitzung behandeln die Kirchenmänner Themen aus dem kürzlich veröffentlichten Lehrschreiben des Papstes.
In der Sozialenzyklika "Magnifica humanitas" geht es um den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und weitere Herausforderungen für die Menschheit. Schwerpunkte der kommenden Beratungen sollen deren Inhalte zu Frieden, Versöhnung und der Überwindung der Theorie vom "gerechten Krieg" sein.
Ein Teil der vierten Sitzung beschäftigt sich mit dem Fortgang des katholischen Reformprojekts Weltsynode, das zu mehr Mitwirkung aller Katholiken in der Kirche führen soll. Kürzlich hatte das zuständige Sekretariat den weiteren Fahrplan ausgegeben. Wie bereits zu Beginn des einst von Papst Franziskus (2013-2025) initiierten Projekts finden die Etappen auf lokaler, nationaler und kontinentaler Ebene statt. Der Weg mündet im Oktober 2028 in einer großen Kirchenversammlung mit Papst Leo XIV. im Vatikan.
Freie Aussprache mit dem Papst
Die Beratungen im Juni enden mit einem freien Dialog der Kardinäle mit dem Papst, mit Redebeiträgen von jeweils drei Minuten Dauer. Ziel des Konsistoriums sei, schreibt Kardinal Re, die Erfahrungen und Ratschläge der Kardinäle zu sammeln. Gleichzeitig gehe es um ihre aktive Unterstützung der kirchlichen Anliegen an ihren jeweiligen Orten und in ihren jeweiligen Aufgabenbereichen.
Deshalb sei es wichtig, dass die Arbeiten in einer Atmosphäre des Zuhörens und der Freiheit stattfinden, um eine gemeinsame Entscheidungsfindung zu fördern, so der vorsitzende Kardinal. Feierlicher Schlusspunkt der Versammlung wird die gemeinsame Messe zum Hochfest der heiligen Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni im Petersdom sein.
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