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Gerhard Maria Wagner: 'Gott lässt sich nicht in seine Karten schauen'

1. Februar 2010 in Österreich, 32 Lesermeinungen
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Windischgarstner Pfarrer sorgt mit einem Interview erneut für ein "Rauschen im österreichischen Blätterwald". Er wisse nicht, ob beim Erdbeben in Haiti ein strafender Gott am Werk gewesen sei - Aufregung beim Linzer Generalvikar und Erich Leitenberge


Linz (kath.net)
Der Windischgarstner Pfarrer Gerhard Maria Wagner sorgt mit einem neuen Kurier-Interview erneut für ein "Rauschen im österreichischen Blätterwald". In einem Interview mit dem Kurier meinte Wagner, dass er den Rückzug nach der Ernennung zum Weihbischof von Linz überhaupt nicht bereut habe. "Es war der richtige Schritt. Ich kann nur dort arbeiten, wo man mich lässt - und das kann ich am besten in der Pfarre." Er habe auch seine Freude an der Kirche nicht verloren.

Erneut bestätigte Wagner zumindest indirekt, dass der Rücktritt nicht freiwillig erfolgt sei. Wörtlich betont er auf die Frage, ob der Rücktritt nicht ganz freiwillig war: "Was ist im Leben schon ganz freiwillig und was gezwungen? Es war mein Schritt. Dass sich darüber manche gefreut haben, war ein Folgeschritt." Auf die Frage, welche Aussage er denn im Nachhinein gerne zurücknehmen wolle, meinte der Windischgarstner Pfarrer: "Die Dinge werden ja nicht anders, weil man bekämpft wird. Ich werde mich auch nicht ändern, ich suche und liebe Auseinandersetzungen. Ich will die Kirche nicht als Friedhof haben - still und ruhig, nur weil niemand anecken will. Kirche muss lebendig bleiben."


Kritisch äußert sich Wagner dann zum Islam. "Die Muslime sind auch ein Problem der Christen. Wenn wir unseren Glauben nicht mehr leben, dürfen wir uns nicht wundern, wenn andere diese Lücke füllen. Ich halte aber nichts davon, wenn Leute, die selbst nicht zu ihrem Glauben stehen, auf Moslems schimpfen." Auch das Ausländerthema sieht der Pfarrer in diesem Zusammenhang. "Das Ausländer-Thema wird man aber genau betrachten müssen - weil es auch um die Ausbreitung des Islam geht." Angesprochen auf die Schweizer Abstimmung und das dortige Minarettverbot meinte Wagner: "Ich halte sehr viel davon, da das Volk zu befragen. Man sollte die Sorgen der Leute ernst nehmen - und nicht immer alles gleich kriminalisieren. Der Islam ist auch eine Gefahr, und da muss man wachsam sein."

Auf die Frage, ob bei der Erdbebenkatastrophe in Haiti ein "strafender Gott" am Werke gewesen sei, meinte Wagner dann wörtlich: "Das weiß ich nicht. Gott lässt sich nicht in seine Karten schauen. Aber es ist schon interessant, dass in Haiti 90 Prozent Anhänger von Voodoo-Kulten sind."

Wagner hofft auch nicht, dass im Standesamt Windischgarsten gleichgeschlechtliche Partnerschaften eingetragen werden können. Er habe aber nichts gegen Homosexuelle. "Ich habe auch nichts gegen jemanden, der lügt. Aber ich habe etwas gegen die Lüge. Und ich habe etwas dagegen, dass man eine Lebensform praktiziert, die nicht dem Plan Gottes entspricht. Es geht nicht darum, den Menschen zu verachten, sondern aufzuzeigen, dass das nicht in Ordnung ist."

Kritik an den Aussagen von Wagner kam am Sonntag (wieder einmal) vom Linzer Generalvikar Severin Lederhilger, der meint, dass die Aussage von Wagner ein "Ausdruck einer geradezu zynischen, fundamentalistischen Bibelinterpretation" sei, wenn zwischen der Sündhaftigkeit der Menschen und von vermeintlich von Gott geschickten Naturkatastrophen ein unmittelbarer Zusammenhang hergestellt werde, um die Überlebenden zu mahnen durch den Tod und das Leid anderer Menschen.

Auch Erich Leitenberger, der ehemalige Chefredakteur der "kathpress", zeigt sich über die Aussagen von Wagner wenig begeistert wie der "Kurier" berichtet. "Die Behauptung, Haiti sei möglicherweise von Gott bestraft worden, ist kolossaler Unsinn und entspricht in keiner Weise dem, wofür die Kirche steht bzw. was der Papst predigt", meint Erich Leitenberger Auch Wagners Aussage, Muslime seien eine Gefahr für die Christen, goutiert Leitenberger nicht: "Andersgläubige sind keine Gefahr, dieses Wort ist in dem Zusammenhang schlecht gewählt."


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