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Bischof Mixa: Forschung mit embryonalen Stammzellen generell verbieten

19. März 2008 in Deutschland, keine Lesermeinung
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"Die Kirche ist nicht gegen die Forschung, aber sie muss gegen die Tötung ungeborener Menschen eintreten, deren Lebenschancen im Interesse anderer Ziele beendet werden", sagte der Augsburger Bischof.


Augsburg (www.kath.net / iba) Der Augsburger Bischof Walter Mixa, hat zu Ostern alle Christen und die politisch Verantwortlichen in Deutschland dazu aufgerufen, sich kompromisslos auf die Seite des Lebens und der Menschenwürde zu stellen. Die Auferstehung Jesu Christi sei die unwiderrufliche Parteinahme Gottes für das Leben und für die Würde jedes einzelnen Menschen.

Der Bischof rief angesichts der unmittelbar nach Ostern bevorstehenden Debatte zur Forschung mit embryonalen Stammzellen im Deutschen Bundestag dazu auf, diese Art von Forschung in Deutschland generell zu verbieten und stattdessen die Forschung mit erwachsenen Stammzellen zu verstärken.

Als Minimallösung müsse wenigstens der derzeit geltende Stichtag beibehalten werden, wonach nur mit embryonalen Stammzellen geforscht werden darf, die vor dem Jahr 2002 im Ausland entstanden sind.

„Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass embryonale Stammzellen nur gewonnen werden können, wenn dazu ein menschlicher Embryo getötet wird. Die Kirche ist nicht gegen die Forschung, aber die Kirche und jeder Christ muss gegen die Tötung ungeborener Menschen eintreten, deren Lebenschancen im Interesse anderer Ziele beendet werden“, sagte der Bischof.

Wer das Lebensrecht des wehrlosen Embryos gegen ungewisse Heilungschancen aus den Ergebnissen der Stammzellenforschung ausspiele, rede dem Gesetz des Stärkeren das Wort. Gesundheit dürfe nicht gegen das elementare Lebensrecht anderer Menschen ausgespielt werden, warnte Mixa. Das sei für Christen absolut unzulässig.

Als „zynisch“ bezeichnete der Bischof die Argumentation, sogenannte überzählige Embryonen, die bei künstlicher Befruchtung entstünden, seien ohnehin totgeweiht und könnten deshalb auch zu Forschungszwecken verbraucht werden. Diese Argumentation mache deutlich, wie sehr der Schutz des menschlichen Lebens bereits der Beliebigkeit preisgegeben sei.

„Die Beibehaltung der derzeit geltenden Stichtagsregelung, mit der verhindert werden soll, dass ein Anreiz zur Vernichtung weiterer menschlicher Embryonen geschaffen wird, ist das Mindeste, was im aktuellen Gesetzgebungsverfahren erreicht werden muss“, sagte Mixa.

Der christliche Glaube und das christliche Menschenbild gebiete darüber hinaus, dass jede Art von Forschung, bei der die Tötung von Menschenleben bewusst in Kauf genommen wird, überhaupt verboten wird. In gleicher Weise hatte sich auch bereits der Augsburger Weihbischof Anton Losinger geäußert, der dem neuen Deutschen Ethikrat angehört.

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte sich zuletzt bei ihrer Vollversammlung in Würzburg ebenfalls strikt gegen eine Verschiebung des geltenden Stichtages für die Forschung an embryonalen Stammzellen ausgesprochen.

Bischof Mixa betonte, gerade Deutschland sei aufgerufen, ethisch unverantwortbarer Forschung eindeutig zu entsagen und weltweit klare Maßstäbe für die Menschenwürde zu setzen. Forschungsministerin Annette Schavan warf Bischof Mixa in diesem Zusammenhang vor, in einer zentralen Frage des Lebensschutzes vor den Interessen der Pharmaindustrie und der Forschung eingeknickt zu sein.

Deutschland als große Wirtschafts- und Wissenschaftsnation sollte den Ehrgeiz haben, führend zu werden auf dem Forschungsgebiet der sogenannten erwachsenen Stammzellen, die aus Leber, Haut oder Knochenmark Erwachsener gewonnen werden können.



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