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Bischof Nazir-Ali spricht trotz Todesdrohungen weiter über den Islam

25. Februar 2008 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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"Wenn man den Menschen nicht neu beibringt, was es heißt, ein Christ zu sein, dann kann leicht etwas anderes den Platz des Gewohnten einnehmen. Das könnte der Islam sein."


London (www.kath.net) Der anglikanische Bischof von Rochester, Michael Nazir-Ali, lässt sich nicht einschüchtern. Die erhaltenen Todesdrohungen halten ihn nicht ab, weiterhin offen über den Islam und damit verbundene Probleme für die westliche Gesellschaft zu sprechen.

„Ich denke, die Menschen sollten nicht davon abgehalten werden, offen zu sprechen“, sagte er dem „Sunday Telegraph“. „Das Thema muss angesprochen werden. Es gibt Zeiten, wo christliche Oberhäupter ihre Stimme erheben müssen.“

Bischof Nazir-Ali, ein gebürtiger Pakistani, hatte kritisiert, dass es in einigen Gebieten in Großbritannien Nicht-Muslimen de facto nicht mehr erlaubt sei, gewisse Viertel zu betreten, die ausschließlich von Muslimen bewohnt werden.

Die Folge: Er empfing Todesdrohungen. Er würde „nicht lange leben“, sollte er den Islam weiterhin kritisieren, hieß es in den Botschaften. Nazir-Ali: „Wenn jemand anderer Meinung ist, dann muss er Gegenargumente bringen, aber nicht versuchen, Leute zum Schweigen zu bringen. Nicht nur ich wurde bedroht, sondern auch meine Familie. Ich habe das ernst genommen und hatte schlaflose Nächte deswegen.“

Dabei ist Bischof Nazir-Ali einiges gewöhnt: Mit 35, kurz nach seiner Bischofsernennung in Pakistan, musste er nach Großbritannien flüchten, weil Muslime ihn ermorden wollten. Dass er jetzt ähnliches in seiner neuen Heimat erlebt, sei alles andere als erwartet, gibt er zu.

„Die echte Gefahr für Großbritannien ist heute das geistliche und moralische Vakuum, das in den letzten 40, 50 Jahren entstanden ist“, analysiert er. „Wenn es ein solches einmal gibt, wird es mir irgendetwas ausgefüllt.“

Präziser: „Wenn man den Menschen nicht neu beibringt, was es heißt, ein Christ zu sein, und was es heißt, eine auf christlichen Werten gegründete Gesellschaft zu sein, dann kann leicht etwas anderes den Platz des Gewohnten einnehmen. Das könnte dann der Islam sein.“

„Es gibt extremistische Bewegungen in diesem Land, auf deren Agenda alles andere als Integration steht, und dessen müssen wir uns bewusst sein“, warnt Nazir-Ali. „Das bedroht nicht nur die Sicherheit, sondern die Integration.“

Der anglikanische Bischof musste für seine Bemerkungen massive Kritik von Seiten seiner Kollegen einstecken. Breite Unterstützung fand er indes bei den Gläubigen. „Ich werbe nicht um Popularität“, erklärt der Bischof. „Wenn ich etwas sage, dann deswegen, weil ich meine, dass es wichtig genug ist, gesagt zu werden. Was ich gesagt habe, gründet sich auf Fakten.“

Über das Schweigen seiner Kollegen wundert er sich, will aber nicht urteilen. „Ich habe keine Ahnung, warum sie nicht über dieses Thema gesprochen haben“, meint er. Jedoch: „Ich bin nicht verantwortlich für das Gewissen anderer Menschen.“

Die Forderung von Erzbischof Rowan Williams nach der Einführung der Scharia lehnt Nazir-Ali ab. Er unterstützt jedoch die Forderung nach Religionsfreiheit. Sie dürfe jedoch nicht verwechselt werden mit Strukturen – ein religiöses Rechtssystem, das etwa Polygamie oder die Scharia miteinschließe -, die eine ganze Gesellschaft massiv verändern könnten.

Bischof Nazir-Ali wundert sich über die Naivität so mancher westlicher Bürger. „Wollen die Briten wirklich die Verwurzelung in den christlichen Glauben verlieren, von dem sie doch alles haben, was ihnen kostbar ist – Kunst, Literatur, Architektur, Institutionen, Monarchie, ihr Wertsystem, ihre Gesetze?“

Er wünscht sich einen „neuen christlichen Diskurs“ im öffentlichen Leben Großbritanniens. Dieser werde eine ganz neue Gastfreundschaft gegenüber jenen ermöglichen, die aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen nach Großbritannien kommen.



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